Schachwetten in der Schweiz — zwei Veranstalter, eine Liste und der Preis in jeder Quote
Stand: 29. Oktober 2026. Geprüft gegen die Bewilligungen und Spielregeln von Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) sowie gegen die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Version vom 10.09.2026.

Ein Schachbrett hat 64 Felder und 32 Figuren, und keine davon weiss, dass auf sie gewettet wird. Genau hier beginnt das Problem für jeden, der in der Schweiz Geld auf eine Partie setzen will: Schach ist kein Publikumssport mit Toren, sondern eine Veranstaltung, bei der die häufigste Antwort auf die Frage nach dem Sieger «remis» lautet. Wer eine 1X2-Wette auf eine Schachpartie abgibt, spielt also nicht gegen einen Gegner, sondern gegen eine dritte Möglichkeit, die öfter eintritt, als die meisten ahnen.
Dazu kommt ein zweiter Punkt, der nichts mit Quoten zu tun hat und trotzdem jede Wette in der Schweiz prägt. Sportwetten sind hier ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und werden von der Gespa in Bern beaufsichtigt. Eine Veranstalterbewilligung gilt nur in der Schweiz, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt. Swisslos fährt seine Wetten unter dem Namen Sporttip für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, die Loterie Romande ihre unter Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Ein dritter Schweizer Anbieter existiert nicht, und zwar nicht, weil sich keiner bemüht hätte, sondern weil das Gesetz ihn nicht vorsieht.
Was daraus folgt, ist kein Detail am Rand. Es entscheidet, ob ein Wettkonto überhaupt zu eröffnen ist, welche Partien überhaupt in einem Wettprogramm stehen dürfen, worauf man im Streitfall zurückgreifen kann und was ein Gewinn am Ende kostet. Die folgende Rechnung ist eine Beispielrechnung, keine zitierte Quote: In einem Markt mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen zu je 1.90 ergibt die Kehrwertsumme 1÷1.90 + 1÷1.90 = 1,0526, der Auszahlungsschlüssel liegt damit bei rund 95 %, die Marge des Veranstalters bei etwa 5 %. Je nach Anbieter und Markt liegt sie zwischen ungefähr 3 % und 8 %. Das ist der Betrag, den der Buchmacher von jedem gesetzten Franken behält, bevor ein einziges Ergebnis feststeht, und er bleibt auch dann dort, wenn die Wette gewinnt. Bei einem einzelnen Franken Einsatz sind das fünf Rappen, die das Haus einbehält. Über hundert Wetten wird daraus ein Betrag, den der eine oder die andere lieber auf dem Konto hätte.
Schachwetten verstehen: Felder, Figuren und die Frage, was am Ende gewertet wird
schach wettquoten: Wie eine Partie überhaupt zu einem Markt wird
Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Wer heute auf eine solche Partie setzt, setzt auf ein Ereignis, das nach Regeln abläuft, die der Buchmacher nicht geschrieben hat. Auf dem Brett stehen zu Beginn 16 Figuren pro Seite: König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Eine Partie kann auf viele Arten enden, und nur eine davon ist der Sieg.

Gewertet wird, was auf dem Brett passiert, nicht was ein Kommentator erzählt. Remis entsteht unter anderem durch Patt, also die Lage, in der der Spieler am Zug keinen legalen Zug hat und nicht im Schach steht, durch Einigung der Spieler, durch dreifache Stellungswiederholung auf Antrag und durch die 50-Züge-Regel, ebenfalls auf Antrag. Diese vier Wege liegen in der Hand der Beteiligten. Drei weitere greifen automatisch: bei fünffacher Stellungswiederholung, nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall und bei toter Stellung, in der keiner der beiden noch mattsetzen kann. Für eine Wette heisst das: Es gibt Ergebnisse, die nicht einmal mehr von einer Entscheidung abhängen, sondern nur noch davon, wie lange jemand weiterspielt.
Daraus folgt für den Markt etwas Ungewöhnliches. Eine Schachpartie kann zwei Verlierer haben. Wer auf Sieg setzt und ein Remis bekommt, hat verloren, und wer auf die Niederlage setzt, in diesem Fall ebenso. Die dritte Möglichkeit ist kein Ausgang unter vielen, sondern die am besten frequentierte. Weiss erzielt im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte, und bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Fast jede zweite Partie auf diesem Niveau endet also unentschieden, ohne dass irgendjemand nach Hause geht und erklärt, er habe nicht gut genug gespielt.
Remis und Marge: Was das für die Quote auf ein Schachspiel bedeutet
Ein Buchmacher, der einen Markt auf Sieg, Remis und Niederlage anbietet, muss die 43 % Remisquote irgendwo unterbringen. Er kann sie nicht ignorieren und er kann sie nicht als Ausnahme behandeln. Je höher die Wahrscheinlichkeit des Unentschiedens, desto niedriger die Quoten auf die beiden Siegausgänge, und desto weniger lohnt sich für viele Wettende überhaupt ein Blick auf die Partie. Eine Quote von 1.20 auf den Weltmeister gegen einen Herausforderer sieht nach einer sicheren Sache aus, ist aber eine Wette auf einen Ausgang, der in neun von zehn klassischen Partien nicht eintritt. Der Favorit gewinnt eine Partie, nicht ein Turnier, und ein Zweikampf führt selten eine einzige Partie.
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, wobei Verlängerung und Penaltyschiessen nur zählen, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für Schach heisst das konkret: Wer auf eine Partie setzt, sollte vorher im Wettprogramm nachsehen, ob die Wertung sich auf die klassische Partie bezieht oder auf ein allfälliges Tiebreak. Bei der Schachweltmeisterschaft 2024, die vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur im Modus Best of 14 klassische Partien ausgetragen wurde, waren für den Sieg mindestens 7½ Punkte nötig. Dommaraju Gukesh gewann mit 7½:6½ gegen Ding Liren, bei drei Siegen, zwei Niederlagen und neun Remis. Ein Tiebreak war nicht nötig.
Neun Remis aus vierzehn Partien. Wer in diesem Zweikampf auf eine einzelne Partie gesetzt hätte, hätte in fast zwei Dritteln der Fälle auf das falsche Ergebnis gesetzt, ganz gleich, wen er favorisierte. Nebenbei zeigt der Verlauf noch etwas anderes: Die Regeln sahen für den Fall eines Gleichstands nach 14 Partien eine ganze Kette von Tiebreaks vor, zuerst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien und zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod. Eine Wette, die nur die klassischen Partien betrifft, kann also zu einem Ergebnis führen, das mit dem, was die Öffentlichkeit als Weltmeistertitel liest, nicht identisch ist.
Was ein Gewinn am Ende zurückbringt, ist die einfache Rechnung aus Einsatz und Quote. Bei einem Einsatz von CHF 100 auf eine Quote von 1.90 macht der Einsatz allein die Rückzahlung von CHF 190 und den Nettogewinn von CHF 90. Bei einer Kombiwette vervielfachen sich die Quoten der einzelnen Legs zu einer einzigen Quote, weshalb sich Fehler ebenso vervielfachen.
Das Konto, das vor der ersten Wette steht
Die Schweiz hat für Sportwetten keine feste staatliche Einzahlungsgrenze. Die Limiten setzen die Wettenden selbst, und der Veranstalter muss sie verlangen. Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Faktisch ist die Limite die Kreditlinie, die man sich selbst einräumt, und die Wartezeit ist die Bremse dagegen, dass man sie in einem schlechten Moment anhebt.
Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt, und Kredite an Spielende sind ausgeschlossen. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettangebot nicht, weil das Gesetz sie nicht zulässt.
Dieser letzte Punkt verdient eine eigene Zeile. Bei einem Schweizer Anbieter kommt das Geld dorthin zurück, wo die Identität festgestellt wurde, und das ist kein bürokratischer Zusatz, sondern der Grund, warum im Streitfall überhaupt jemand greifbar ist. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist genau diese Rückführung eine Frage des Hausrechts, und es gibt keine Stelle im Land, die sie durchsetzt.
Die Rechtslage: Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz
Wer überhaupt eine Sportwette veranstalten darf
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft trat, und werden von der Gespa beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur die Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht beides, eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet ihre Wetten auf der Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Ihr Wettprodukt heisst Sporttip. Durchgeführt wird es im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Für den Alltag heisst das: Wer in Zürich wohnt, kann kein Konto bei Jouez Sport eröffnen, und wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip. Das ist die erste Einschränkung, die jeder merkt, und diejenige, die am wenigsten mit Schach zu tun hat. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz und praktisch im Gebiet des jeweiligen Veranstalters voraus. Der Reinertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen; für 2025 verteilte Swisslos CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024.
Die Sporttip-Bewilligung und was sie für die ganze Schweiz bedeutet
Eine Bewilligung eines anderen Landes hat in der Schweiz keine Kraft. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar; das Gesetz sieht dafür bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe vor, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Bestraft wird der Veranstalter, nicht die Spielerin oder der Spieler. Was Wettende ohne Bewilligung verlieren, ist also nicht die Freiheit, sondern der Rückhalt.
Die zwei Schweizer Veranstalter sind die einzigen, die unter Schweizer Aufsicht stehen. Wer sich bei einem von ihnen eine Verlustlimite setzt, setzt sie bei einer Stelle, die sie prüfen muss. Wer die Spielsperre beantragt, landet in einem Register, das auch Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie das Fürstentum Liechtenstein umfasst. Wer im Streit liegt, hat eine Adresse in Basel oder Lausanne. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung gibt es keine dieser vier Möglichkeiten, und es gibt sie nicht, weil es sie geben könnte, sondern weil niemand sie schuldet.
Ein Wort zur Gesetzestreue der Kunden: Wetten auf ein nicht bewilligtes Angebot werden nicht bestraft. Das Bundesamt für Justiz sagt das ausdrücklich. Der Einsatz und der Gewinn können in einem Verfahren gegen den Veranstalter aber eingezogen werden, und eine Kontrolle über die Fairness eines Wettprogramms findet nicht statt. Der Punkt ist nicht das Risiko, das eine Kundin trifft, sondern das Fehlen jeder Instanz, die erklärt, warum eine Quote so steht, wie sie steht.
Die Liste, die entscheidet, worauf überhaupt gewettet werden kann
In der Schweiz ist nicht jede Sportart und nicht jede Wettart zulässig. Erlaubt sind Sportwetten, keine Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen. Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Eintritt in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, und auf Trainingsläufe darf gar nicht gewettet werden. In der Liste stehen keine Corner- oder Kartenmärkte und es gibt darin keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Genau hier hängt jede Frage nach Schachwetten in der Schweiz. Ob Schach in dieser Liste steht, ist im Alltag nicht aus dem Gesetzestext zu beantworten, sondern nur aus der Liste selbst, und die Liste wird maschinell über die Aufsichtsbehörde veröffentlicht, in einer Fassung mit Datum, die sich ändern kann. Die praktische Folge ist unbequem für alle, die eine einfache Antwort wollen: Man muss das Wettprogramm des Veranstalters aufrufen und nachsehen, ob ein Schachturnier darin auftaucht, und das nicht einmal, sondern jedes Mal, wenn es um ein konkretes Turnier geht.
Live-Wetten sind erlaubt, sowohl vor dem Ereignis als auch währenddessen, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Das Geldspielgesetz enthält keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist überhaupt nicht geregelt: Es ist eine Funktion jedes einzelnen Anbieters und wird nur nach dessen eigenen Bedingungen beurteilt.
Werbung, Gratisspielguthaben und die Grenze zum Anpreisen
Werbung darf nicht aufdringlich, nicht irreführend und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen ausgerichtet sein. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspielangebot ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Für Gratisspiele oder Gratisguthaben braucht es die vorherige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Höhe und Bedingungen solcher Angebote stehen ausschliesslich in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Eine Sperrstunde für Werbung gibt es nicht.
Der letzte Satz klingt harmlos und erklärt eine Menge. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten wäre leicht zu prüfen und leicht zu umgehen; das Gesetz regelt stattdessen die inhaltliche Seite und überlässt die Ausgestaltung den Anbietern. Wer heute auf eine Sportwettenseite gerät, wird dort mit Zahlen empfangen, die kein Gesetz korrigiert, sondern nur die Aufsicht der beiden bewilligten Veranstalter — und die gilt für die beiden, nicht für den Rest des Internets.
Ruhe bewahren: Verlustlimiten, Spielsperre und was eine lange Partie kostet
Ein Stundenlauf auf dem Brett ist ein Sekundenlauf im Konto
Eine Schachpartie kann sechs Stunden dauern. Eine Livequote auf dieselbe Partie ändert sich in dieser Zeit hundertmal, und jede Änderung sieht einzeln betrachtet nach einer Gelegenheit aus. Wer während einer Partie nachsetzt, wettet nicht auf Schach, sondern auf eine Zahl, die sich gerade bewegt. Das ist der teuerste Teil dieses Themas und derjenige, über den am wenigsten gesprochen wird.
Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für Schach übersetzt heisst das: Wer eine Wette platziert, nachdem der entscheidende Zug gefallen ist, bekommt den Einsatz zurück, keinen Gewinn. Der Bildschirm hinkt dem Brett nach, und niemand erstattet die Differenz.
Die Verlustlimiten aus der Kontoeröffnung sind das erste, was hier greift. Sie gelten für jede Wette, nicht nur für die bequemen, und die 72-Stunden-Frist für eine Erhöhung ist genau gegen den Moment gerichtet, in dem die Limite im Weg steht. Senken wirkt sofort. Erhöhen wirkt später. Das ist die einzige Regel im Schweizer Sportwettrecht, die den schlechtesten Moment der Kundin ausdrücklich benachteiligt und damit schützt.
Die Spielsperre und das Register, das über Kantone hinausreicht
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer eine solche Sperre einträgt, sperrt sich nicht bei einem Anbieter, sondern im ganzen geregelten Schweizer Markt. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle.
Ausserdem sieht das Gesetz vor, dass ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten angeboten werden muss. Ausgeschlossene und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn. Das ist die schärfste Kante der ganzen Regelung und die einzige, die man einmal verstehen sollte, bevor man sie erlebt.
Zur Kontrolle an den Verkaufstellen gehört eine unangenehme Zahl, weil sie ein gutes Licht auf die Aufsicht und ein schlechtes auf die Praxis wirft: Bei Testkäufen der Gespa wurde 2025 an Verkaufstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Schutzversprechen der Veranstalter sind an dieser Stelle also nicht streng durchgesetzt, und wer glaubt, das Alter werde ohnehin geprüft, sollte diese Zahl kennen.
Der Spielplan: Kandidatenturnier, Weltmeisterschaftskampf und der Rest des Kalenders
schach wm wetten: Der Zweikampf und seine vierzehn Partien
Die Schachweltmeisterschaft wird als Zweikampf zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert. Zweimal, 1948 und 2007, wurde sie als Turnier ausgespielt. Der erste Schachweltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann. An diesem Format hat sich seither wenig geändert: Es geht um einen Zweikampf, nicht um einen Ligabetrieb.
Für Wettende ist der Zweikampf ein zweischneidiges Ereignis. Er bietet eine klare Zuordnung von zwei Namen und damit die einfachste Geschichte, die ein Wettmarkt erzählen kann. Er bietet zugleich einen hohen Anteil an Remispartien, weil beide Seiten über viele Partien hinweg nicht verlieren wollen. Bei der WM 2024 standen sich am Ende 7½:6½ gegenüber, erreicht über drei Siege, zwei Niederlagen und neun Remis. Eine Serie von vierzehn Partien ist deshalb kein Zeitraum, in dem sich ein Vorsprung aufbaut, sondern eine Reihe einzelner Stellungen, in der die häufigste unter ihnen beide Seiten zufriedenstellt.
schach kandidatenturnier wetten: Das Turnier als Formfrage
Das Kandidatenturnier qualifiziert den Herausforderer. Als Ereignis unterscheidet es sich in einer Hinsicht deutlich vom WM-Kampf: Es ist ein Turnier mit vielen Teilnehmenden und vielen Partien, das nicht mit einem Unentschieden zwischen zwei Namen enden kann. Auf dieses Ereignis zugeschnittene Ranglistenwetten sind in der Schweiz allerdings nur zulässig, wenn die Rangliste den Eintritt in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Genau das ist beim Kandidatenturnier der Fall, und es ist damit das Schachturnier, bei dem eine Ranglistenwette nach der Gespa-Systematik überhaupt in Frage kommt.
Ob ein konkreter Wettbewerb auf der Liste steht, lässt sich nicht aus dem Turniernamen ableiten. Die Liste ist nach Sportarten, Wettkämpfen und Wettarten gegliedert, Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie darin stehen, Women-Wettbewerbe ebenfalls nur mit Eintrag. Wer wissen will, worauf ein Veranstalter zum nächsten Kandidatenturnier Quoten stellt, muss im Wettprogramm nachsehen, und zwar zu dem Zeitpunkt, an dem die Partien angesetzt sind. Vorher gibt es keine belastbare Antwort, und jede Zusage, die eine andere Seite gibt, ist eine Zusage ohne Grundlage.
schach sportwetten und der Rest des Angebots
Neben dem WM-Zyklus steht ein Kalender, der Auslandswettende oft enttäuscht: Schach ist im Weltformat auf wenige Spitzenturniere konzentriert, und dazwischen liegen Wochen ohne ein Ereignis, auf das sich ein Markt lohnt. Der Grund ist struktureller Natur und nicht das Ergebnis einer Entscheidung gegen Schach. Ein Buchmacher braucht für einen Markt genügend Umsatz, um seine Marge zu rechtfertigen, und ein Sport mit 43 % Remis auf Spitzenniveau erzeugt diesen Umsatz schwerer als einer mit Toren in jedem zweiten Spiel.
Wer auf Schach setzen will, sollte deshalb von den Ereignissen her denken: WM-Kampf, Kandidatenturnier, die grossen offenen Turniere, und dazwischen die Frage, ob ein einzelner Markt überhaupt angeboten wird. Der Unterschied zwischen «es gibt keinen Markt» und «der Markt steht noch nicht» ist praktisch wichtig und am Bildschirm nicht immer erkennbar. Ein Wettprogramm, das zwei Wochen vor einem Turnier leer aussieht, ist nicht dasselbe wie eines, das am Tag des Wettkampfs leer aussieht.
Für die Auswahl des Anbieters ist der zweite Fall der entscheidende. Bewilligt heisst nicht, dass jeder Markt existiert. Es heisst nur, dass alles, was existiert, auf der Liste stehen muss. Die Quote, die man auf eine bestimmte Partie will, kann es bei beiden Schweizer Veranstaltern geben oder bei keinem.
Panorama der Schweizer Wettanbieter: Bewilligungsstatus, Limiten und Auszahlungsregeln
Die zehn Anbieter, die in dieser Auswahl stehen
Die folgende Einordnung führt die beiden Schweizer Veranstalter und acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, die Schweizer Wettende im Internet antreffen. Die beiden Gruppen unterscheiden sich nicht in der Qualität des Wettprogramms, sondern in der Rechtsstellung, und diese Unterscheidung ist zu wichtig, um sie optisch zu verwischen.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Donbet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Sportuna | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| AmunRa | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| myBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Gamdom | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| MyStake | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Jackbit | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht erstellt, in der Schweiz ohne Wirkung |
Die Spalte der Veranstalter ist bei acht Zeilen inhaltsgleich, und das ist keine Nachlässigkeit, sondern der Befund selbst. Bei den rechtlich gleich stehenden Anbietern unterscheidet nicht die Bewilligung, sondern die Zugänglichkeit im Einzelfall. Wer prüfen will, was ein Anbieter vorzuweisen hat, findet eine Angabe dazu in dessen eigenen Bedingungen und kann sie mit der Gespa-Sperrliste abgleichen, die über die Aufsichtsbehörde veröffentlicht wird. Eine Schweizer Bewilligung eintragen lässt sich nicht, ohne sie zu haben: Es gibt nur zwei.
Sperrliste und Domain-Hopping: Was mit gesperrten Adressen passiert
Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt; die Aufsicht nennt dafür die Bezeichnung Domain-Hopping und hat in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home genannt sowie bet365 als auf der Liste stehend.
Für Wettende ist die Liste ein Indikator und kein Kriterium. Sie zeigt, welche Adressen bereits von Schweizer Anschlüssen aus unerreichbar sind, und sie zeigt nicht, welche Angebote es sonst noch gibt. Wer auf der Suche nach einem Markt ist und dabei nur prüft, ob eine Seite lädt, prüft die Geschwindigkeit, mit der ein Anbieter seine Domain wechselt, und nicht die Frage, ob er eine Bewilligung hat. Das sind zwei verschiedene Dinge, und das erste wird schneller beantwortet.
Was eine fehlende Bewilligung bedeutet, ist in einem Satz zusammengefasst: eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft. Daraus folgt kein Schweizer Rechtsschutz, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister und, nach der kantonalen Praxis, die Besteuerung ausländischer Gewinne nach kantonalem Recht. Dass ein Anbieter von aussen erreichbar ist, sagt über keinen dieser drei Punkte etwas aus.
Anbieter im Vergleich: Zehn Bewertungen mit alles, was jeder mitbringt
Swisslos Sporttip — die Schweizer Variante mit Ausweisprüfung und Limitenpflicht
Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und betreibt ihre Wetten unter dem Namen Sporttip auf der Grundlage der interkantonalen Vereinbarung vom 20. Mai 2019. Die Bewilligung ist die eines Grossspiels unter dem Geldspielgesetz, mit Veranstalter- und Spielbewilligung und unter Aufsicht der Gespa. Ein Online-Konto steht Personen ab 18 Jahren offen, die im Vertragsgebiet wohnen oder sich dort gewöhnlich aufhalten; das sind die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Die Hürden vor dem ersten Einsatz sind in dieser Auswahl die höchsten. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind Pflicht, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Die Registrierung verlangt einen hochgeladenen Ausweis, dessen Daten ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft werden. Jede Person darf sich nur einmal registrieren. Der Aufwand ist real, und er ist der Grund, warum die Auszahlung im Streitfall einen Adressaten hat.
Das Wettangebot selbst ist eng gestrickt. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine einzelne oder kombinierte Wette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Was auf den Feldern nicht steht, ist ebenso wichtig: Für Schach heisst das, dass ein Markt da sein muss, bevor er spielbar ist, und dass die Limiten jeden Versuch beenden, über die Verhältnismässigkeit hinaus zu setzen.
Zwei Mechanismen verdienen eigene Aufmerksamkeit. Quotenboosts gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Cash-Out wiederum gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Dazu ein weiterer Vorbehalt aus den Spielregeln: Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; anbieten muss sie ihn nicht für alle Wetten. Wer einen Boost mit einem späteren Cash-Out verbindet, verliert die Erhöhung, und wer während einer langen Partie aussteigen will, verkauft seinen Wettschein unter dem Preis, den er bei einem Sieg bekommen hätte.
Das ist die Bewertung: Sporttip ist der einzige Weg zu einer Schweizer Sportwette unter Schweizer Aufsicht, und dieser Vorzug kommt mit der längsten Kette von Formalitäten in dieser Auswahl. Wer die Limitenpflicht und die Ausweisprüfung als Zumutung liest, wird hier nicht glücklich. Wer im Streitfall eine Schweizer Adresse will, hat keine Alternative.
Loterie Romande Jouez Sport — dasselbe Recht, ein anderer Kanton, ein anderer Alltag
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt 2’350 Verkaufstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, und sie hält wie Swisslos eine Bewilligung für ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz, mit Veranstalter- und Spielbewilligung und unter Aufsicht der Gespa. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in einem dieser sechs Kantone voraus.
Der Unterschied zu Sporttip liegt nicht in der Aufsicht, sondern in der Geografie und im Netz. Wer in Lausanne oder Sitten wohnt, findet hier dasselbe Rechtsregime und dieselbe Pflicht zur Verlustlimite, aber eine andere Adresse und ein anderes Vertriebsnetz. Die Zahl der Verkaufstellen ist der Punkt, an dem sich die beiden Veranstalter am sichtbarsten unterscheiden: In der Westschweiz gibt es ein dichtes Netz physischer Stellen, an denen sich ein Wettschein abgeben lässt, und dieses Netz ist die Antwort auf die Frage, was jemand ohne Online-Konto tun kann.
Für Schachwetten heisst das konkret: Ob und welche Partien angeboten werden, entscheidet derselbe gesetzliche Rahmen, und die Antwort steht im Programm des Veranstalters, nicht in dieser Darstellung. Wer in Genf wohnt, kann nicht auf das Programm von Sporttip ausweichen, weil dort die Wohnsitzprüfung greift. Die Westschweiz ist kein schlechterer Ort für Sportwetten; sie ist ein anderer.
Die Bewertung: Jouez Sport ist die Schwesterseite von Sporttip mit kantonalem Zuschnitt, und der entscheidende Punkt ist, dass die sechs Westschweizer Kantone weder auf Sporttip noch auf einen bewilligungsfreien Anbieter ausweichen können, wenn sie unter Schweizer Aufsicht bleiben wollen. Die Wahl besteht nicht zwischen zwei Schweizer Veranstaltern, sondern zwischen einem und einem Verzicht.
Donbet — ohne Bewilligung, dafür ohne Wohnsitzprüfung
Donbet gehört zu den Anbietern, die von der Schweiz aus erreichbar sind, ohne hier über eine Bewilligung zu verfügen. Rechtlich ist die Lage eindeutig: Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und eine nach eigenen Angaben bestehende Bewilligung eines anderen Landes hat hier keine Wirkung. Das bedeutet kein Schweizer Rechtsschutz, keine Anbindung an das Sperrregister und keine Berufung an eine Schweizer Stelle. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen und wird dann von Schweizer Anschlüssen aus per DNS blockiert.
Was der Anbieter an Schachmärkten führen mag, lässt sich aus der Rechtsstellung nicht ableiten, und es lässt sich auch nicht daraus ableiten, dass er überhaupt keine Aufsicht kennt. Erreichbar ist er, solange er nicht auf der Liste steht, und wer wissen will, ob er dort steht, findet die Liste über die Aufsichtsbehörde. Das ist die eine Prüfung, die hier zählt, und sie ist in einer Minute erledigt.
Die Bewertung: Der fehlende Schweizer Schutz ist der einzige Punkt, an dem sich diese Option von den Vorgenannten unterscheidet, und es ist kein kleiner. Wer wegen eines Schachturniers dort ein Konto will, sollte wissen, dass er es auf eigene Rechnung tut.
Sportuna — im Register nicht auffindbar, im Streitfall auch nicht
Sportuna lässt sich von der Schweiz aus aufrufen und hat keine Schweizer Bewilligung. Damit gilt auch hier, was für alle Anbieter dieser Gruppe zutrifft: Eine ausländische Bewilligung ist in der Schweiz ohne Kraft, es gibt keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, und es besteht kein Schweizer Rechtsweg gegen den Anbieter. Die Gespa kann die Domain blockieren.
Der Preis der Erreichbarkeit ist der Verzicht auf drei Dinge: die Aufsicht, die Sperrverbindung und die Adresse. Bei einem Schweizer Veranstalter ist die Sperre, die man sich selbst setzt, Teil eines Systems; hier hängt sie davon ab, was der Anbieter freiwillig anbietet.
Die Bewertung: Sportuna ist ein Angebot ausserhalb des Schweizer Rahmens, und der Vergleich mit den zwei bewilligten Veranstaltern muss bei der Rechtslage beginnen, nicht bei der Quote.
AmunRa — keine Aufsicht, die eine Remisquote prüfen könnte
AmunRa steht ebenfalls auf der Liste der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Rechtsfolge lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Rechtsschutz, keine Sperrregister-Verknüpfung, dafür eine mögliche DNS-Sperre über die Sperrliste der Gespa.
Bei einem Sport mit einem Remisanteil von rund 43 % auf Spitzenniveau ist eine unabhängige Aufsicht kein Luxus, sondern die Information, die zählt: Sie sagt, dass ein Preis auf ein Unentschieden unter einem Rahmen zustande kommt, den ein Schweizer Veranstalter einhalten muss. Wo dieser Rahmen fehlt, fehlt die Information und nicht der Markt.
Die Bewertung: Wer auf Schach setzen will, setzt hier ohne die einzige Kontrolle, die in der Schweiz verfügbar ist, und das wiegt bei einem Sport mit einem hohen Remisanteil schwerer als bei einem Kegelabend. Die Wahl ist eine Entscheidung über den Rückhalt, nicht über das Sortiment.
myBet — gut erreichbar, ohne Schweizer Adresse
myBet reiht sich in die Anbieter ein, die aus der Schweiz zugänglich sind, aber über keine Schweizer Bewilligung verfügen. Die Folgen sind die bekannten: kein Schweizer Rechtsschutz, keine Verbindung zum Sperrregister, Sperrliste möglich. Die Aufsicht über Sportwetten liegt in der Schweiz bei der Gespa, und was diese Aufsicht nicht erfasst, erfasst keine andere Stelle hier.
Für Wettende heisst das nicht, dass etwas verboten wäre. Es heisst, dass der Anbieter niemandem im Land verantwortlich ist, und dass die Auswertung einer Wette im Zweifel nach seinen Regeln erfolgt. Genau bei Schach ist dieser Punkt praktisch: Wie ein Remis gewertet wird, ist eine Regelung des Anbieters, und bei einem Sport mit Patt, Einigung und 50-Züge-Regel gehört diese Regelung auf den Tisch.
Die Bewertung: Die Erreichbarkeit ist hier kein Merkmal der Qualität. Wer die Regeln des Anbieters liest und damit leben kann, wählt bewusst; wer sie nicht liest, wählt blind.
Betscore — die Sperrliste als Antwort auf die Domainfrage
Betscore gehört zur Gruppe der Anbieter, die ohne Schweizer Bewilligung aus der Schweiz erreichbar sind. Die Rechtsfolge deckt sich mit der der übrigen: In der Schweiz gilt nur eine Schweizer Bewilligung, und diese kann in der Schweiz weder erteilt noch ersetzt werden.
Wer sich mit einem solchen Anbieter beschäftigt, sollte einen Schritt vorziehen, der sonst am Ende steht: den Blick auf die Sperrliste. Sie wird von der Aufsichtsbehörde veröffentlicht und umfasst ausländische Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren; am Ende des Jahres 2025 waren dort 671 Domains verzeichnet. Ein Anbieter, der dort steht, ist über einen Schweizer Anschluss nicht erreichbar, und ein Anbieter, der dort nicht steht, ist deswegen nicht bewilligt.
Die Bewertung: Erreichbar heisst nicht zulässig. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler in dieser Gruppe von Anbietern, und die Sperrliste ist die einzige öffentliche Quelle, die dazwischen unterscheidet.
Gamdom — wo die Rückführung des Guthabens zur Hausregel wird
Gamdom ist ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, der von der Schweiz aus erreichbar ist. Rechtlich steht ein solches Angebot ausserhalb der Schweizer Ordnung, und eine ausländische Bewilligung hat hier keine Kraft.
Das entscheidende Detail ist ein anderes und betrifft den Weg des Geldes. Bei einem Schweizer Veranstalter werden Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt, und anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwettangebot nicht. Wo dieses Konto-Matching fehlt, ist die Auszahlung eine Frage des Hausrechts und nicht mehr eine Frage der Identität. Die Prüfung, die einem dabei bleibt, ist die eigene: die Bedingungen des Anbieters lesen und wissen, wie man im Streit an ihn herantritt.
Die Bewertung: Solange alles glatt läuft, ist dieser Punkt unsichtbar; ab dem Moment, in dem eine Auszahlung stockt, wird aus ihm der einzige Punkt, der zählt. Bei einer Sportart, deren Partien über Stunden laufen, ist diese Reihenfolge keine theoretische.
MyStake — und was die fehlende Registerverbindung konkret bedeutet
MyStake ist ein weiterer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung in dieser Zusammenstellung. Es gilt die gleiche Rechtsfolge wie für die übrigen: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Rechtsschutz, keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, möglicher Eintrag auf der Sperrliste der Gespa, die ausländische Domains per DNS blockieren lässt.
Die fehlende Registerverbindung ist der Punkt, den man am leichtesten überliest und der am schwersten zu reparieren ist. Eine Spielsperre bei Swisslos wirkt auch gegen Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Bei einem Anbieter ausserhalb des Registers wirkt sie gegen nichts. Wer eine Sperre braucht, um sein eigenes Verhalten zu bremsen, findet hier nicht die Stelle, die das tut.
Die Bewertung: Ein Anbieter ohne Registerverbindung ist für niemanden eine schlechtere Wahl. Er ist für die eine Person eine schlechtere Wahl, die sich selbst nicht im Griff hat, und die weiss am besten, wer das ist.
Jackbit — erreichbar, aber ausserhalb jeder Schweizer Prüfung
Jackbit schliesst die Reihe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ab. Auch hier gilt: Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, eine ausländische Bewilligung bleibt ohne Wirkung, und der Anbieter ist keiner Schweizer Stelle Rechenschaft schuldig.
Für Schachwetten ist der praktische Kern dieser Rechtslage die Fairness-Kontrolle. Die Schweiz prüft über die Gespa-Liste, welcher Wettkampf auf dem Programm stehen darf, und dieser Prüfung unterliegt ein Anbieter ohne Bewilligung nicht. Wer im Januar auf eine Partie setzt, entscheidet also mit, ob die Quote in einem kontrollierten oder in einem unkontrollierten Rahmen entstanden ist.
Die Bewertung: Diese Angebote sind nicht deshalb eine schlechtere Wahl, weil an ihnen etwas nicht stimmt, sondern weil an ihnen niemand prüft. Ein unbewachtes Regal ist kein schlechtes Regal; es ist ein Regal ohne Bewachung.
Zum Schluss: Der Kalender entscheidet mehr als die Quote
Was der Leser nach dieser Lektüre prüfen sollte
Ein Schachwettmarkt in der Schweiz ist kein Angebot, das man einmal auswählt und dann besitzt. Er entsteht aus zwei Genehmigungen und einer Liste. Steht ein Turnier nicht in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, gibt es auf dieses Ereignis in der Schweiz keine bewilligte Sportwette, und keine Quote ändert das. Steht eine Person nicht im Vertragsgebiet eines der beiden Veranstalter, gibt es für sie keinen Zugang zu einem bewilligten Schweizer Wettkonto, und keine Beschwerde ändert das.
Praktisch heisst das, drei Dinge in einer festen Reihenfolge zu erledigen. Zuerst den Wohnsitzkanton gegen das Vertragsgebiet prüfen, weil dieser Punkt jede weitere Überlegung entscheidet. Dann das Wettprogramm des zuständigen Veranstalters ansehen, wenn das Ereignis angesetzt ist, und nicht drei Monate vorher. Und drittens die Limiten und die Sperrmöglichkeiten einstellen, bevor die erste Wette läuft, weil die Erhöhung später 72 Stunden dauert und die Senkung sofort wirkt.
Was danach bleibt, ist die Marge — und bei Schach ist der beste Schutz nicht die Suche nach dem Anbieter mit der höchsten Quote auf einen Favoriten, sondern der Verzicht auf Wetten, deren Ausgang meist unentschieden ausgeht. Bei circa 43 % Remis auf Spitzenniveau ist die dritte Option kein Randfall, sondern der wahrscheinlichere Ausgang. Wer das einmal verinnerlicht hat, wettet weniger und mit klarerem Kopf. Und wer trotzdem eine Wette auf ein Schachturnier abschliessen will, findet im folgenden Abschnitt die Fragen, die vorher zu klären sind.
Häufige Fragen zu Schachwetten in der Schweiz
Darf man in der Schweiz auf Schach wetten, und bei wem?
Sportwetten dürfen in der Schweiz nur Swisslos unter dem Namen Sporttip und die Loterie Romande unter Jouez Sport veranstalten. Schach ist darauf nur wettbar, wenn eine Partie als Ereignis zulässig ist und im Wettprogramm des Veranstalters erscheint. Ausländische Anbieter sind erreichbar, haben aber keine Schweizer Bewilligung und bieten keinen Schweizer Schutz.
Wie lässt sich prüfen, ob Schachturniere überhaupt im zulässigen Wettangebot stehen?
Die Aufsichtsbehörde Gespa veröffentlicht eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, aktuell in der Fassung vom 10.09.2026. Ob ein konkretes Turnier oder eine einzelne Partie darin vorkommt, lässt sich aus dem Turniernamen nicht ableiten. Sicher ist nur der Blick ins Wettprogramm des Veranstalters, sobald die Partien angesetzt sind.
Warum ist die Remisquote so wichtig für Quoten auf Schachpartien?
Weiss erzielt im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte, und bei Schachmeistern enden etwa 43 % der Partien remis. Auf eine Wette auf Sieg oder Niederlage folgt damit oft das falsche Ergebnis, obwohl niemand schlecht gespielt hat. Eine niedrige Quote auf einen Favoriten ist deshalb kein Zeichen für Sicherheit, sondern ein Preis für eine seltene Antwort.
Wie rechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?
Der Rückzahlungsbetrag ist der Einsatz mal die Quote, der Nettogewinn der Einsatz mal die Quote minus eins. Die Marge ist der Teil jedes Einsatzes, den der Veranstalter behält: In einem Markt mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen zu je 1.90 liegt der Auszahlungsschlüssel bei rund 95 % und die Marge je nach Anbieter und Markt zwischen ungefähr 3 % und 8 %.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und was bewirkt die Spielsperre?
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festzulegen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren; Senken gilt sofort, Erhöhen erst nach 72 Stunden. Die Spielsperre kann produktbezogen für 1 bis 180 Tage gelten. Eine unbefristete Sperre steht in einem schweizweiten Register, das auch Casinos und Liechtenstein umfasst.
Was fehlt einem bei Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung an Schutz?
Es fehlen drei Dinge auf einmal: der Schweizer Rechtsschutz gegen den Anbieter, die Verbindung zum schweizerischen Sperrregister und die gemeinnützige Verwendung des Reinertrags. Dazu kommt eine ausländische Bewilligung, die in der Schweiz keine Kraft hat, sowie die Möglichkeit, dass die Gespa die Domain per DNS blockieren lässt.
Sportarten – boxwetten.com
Inhalt erstellt vom Team «boxwetten.com»
