EM-Wetten in der Schweiz: Zwei bewilligte Wege, zehn Angebote und eine Quote, die niemanden schützt

Updated Oktober 2026
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Wer heute nach einem EM-Wettangebot in der Schweiz sucht, stösst auf ein Turnier, das gar nicht stattfindet.

Ein Fussballtor mit weissem Netz steht auf frisch gemähtem Rasen, die hellen und dunklen Streifen im Gras leuchten im Gegenlicht.
Das Finale der Fussball-Europameisterschaft 2028 ist am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

29. Oktober 2026 — Bewilligungen und Veranstalterangaben abgeglichen mit der Interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa und den veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden Schweizer Veranstalter.

Die Fussball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland endete am 14. Juli 2024 mit Spaniens 2:1 im Final gegen England; die nächste Endrunde beginnt erst am 9. Juni 2028 in Cardiff. Dazwischen liegt kein EM-Jahr, und wer in dieser Zwischenzeit nach Wettangeboten googelt, wird auf eine Wahl verwiesen, die er vielleicht gar nicht bewusst trifft: Wetten bei einem der beiden Veranstalter, die die Schweiz überhaupt zulässt, oder Wetten bei einem der ausländischen Portale, an die eine schweizerische Spielerin ohne Bewilligung gerät.

Genau darum geht es auf den folgenden Seiten. Es gibt nicht «die» Schweizer EM-Wette, es gibt zwei Wege mit sehr unterschiedlichen Nebenwirkungen. Der eine verlangt Wohnsitz, führt über ein geprüftes Konto und endet bei einem Veranstalter, den die Kantone beaufsichtigen lassen. Der andere ist bequem, sofort verfügbar und kennt weder die Spielsperre noch eine Beschwerdestelle.

Rechtslage in der Schweiz: warum es keinen dritten Anbieter gibt und nie einen geben wird

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Geregelt wird das im Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und die Aufsicht liegt bei der Gespa in Bern — nicht bei der ESBK, die nur die Casinos kontrolliert. Das ist der erste Punkt, an dem viele Suchanfragen in die Irre laufen: Wer dort anruft, landet an der falschen Stelle.

Ein Fahrrad lehnt an einer Mauer in einer Altstadtgasse, das Kopfsteinpflaster glänzt nass nach dem Regen.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Das Gesetz zieht den Kreis der Veranstalter bewusst eng. Eine Bewilligung braucht zweierlei, eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Spielbewilligung, und sie «gilt nur in der Schweiz». Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Eine Liste weiterer Schweizer Anbieter existiert nicht, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht keine Positivliste von Mitbewerbern, sondern nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains.

Wer ein Konto eröffnen will, muss seinen Wohnsitz in der Schweiz haben, faktisch zusätzlich im Gebiet des Veranstalters. Swisslos bedient unter dem Namen Sporttip die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende in der Westschweiz. Ein Genfer kommt also nicht zu Sporttip, ein Zürcher nicht zu Jouez Sport. Diese Grenze ist keine Formalie — sie entscheidet vor allem anderen, welche der beiden Marken für einen überhaupt in Frage kommt.

Was gewettet werden darf, ist ebenfalls eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Version 10.09.2026. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich gelistet sind, Frauenwettbewerbe ebenso. Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet; Wettläufe im Training sind ausgeschlossen. Corner- und Kartenmärkte fehlen in der Liste, eine Esport-Sektion ebenfalls. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Wer von einem Anbieter ein breites Angebot an Sondermärkten gewohnt ist, wird bei den Schweizer Veranstaltern enger geführt, als er erwartet.

Livewetten sind erlaubt, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hält; das Gesetz schränkt sie nicht auf bestimmte Märkte ein. Cash-Out dagegen ist nicht geregelt. Sporttip bietet es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständige Auszahlung ohne Teilbetrag. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und der Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Dass der Veranstalter es für alle Wetten anbieten müsste, steht nirgends.

Eine Ausnahme, die Geld kostet: Wer selbst als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf darauf nicht wetten.

Verantwortungsvoll wetten: Verlustlimiten, Pausen und das Sperrregister

Die Schweiz kennt keine staatlich verordnete Einzahlungsobergrenze. Was es gibt, ist etwas anderes: Der Veranstalter muss von seinen Kundinnen und Kunden verlangen, dass sie sich selbst Höchstwerte setzen. Bei Sporttip heisst das konkret, dass vor der ersten Teilnahme Limiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen sind. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.

Ein alter Holzsitz auf einer leeren Stehplatztribüne, darunter verwitterte Betonstufen in der Nachmittagssonne.
Die Fussball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften statt.

Diese 72 Stunden sind besser als ihr Ruf. Alles, was nach einem schwachen Abend in die Höhe soll, muss erst drei Tage an einer Stelle warten, an der man es bereut. Das Gesetz schreibt im Minimum 24 Stunden vor; die beiden Veranstalter arbeiten mit 72. Wer das für Bevormundung hält, sollte sich fragen, gegen wen die Frist eigentlich gerichtet ist — sie ist es nicht gegen den, der seit fünf Jahren mit CHF 20 pro Monat spielt.

Daneben steht die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und erfasst damit auch Casinos einschliesslich der Online-Casinos sowie das Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Aussetzung lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, und daran ist eine Fachstelle beteiligt. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Eine Warnung gehört dazu, weil sie unangenehm ist. Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Kontrolle am Schalter ist also nicht das Bollwerk, als das sie im Marketing erscheint. Online greift die Identitätsprüfung, am Kiosk offenbar oft nicht.

Wer das Gefühl für den Einsatz verliert, findet Beratung ausserhalb der Anbieter; ein Gespräch bei einer Suchtberatungsstelle ist kein Geständnis, sondern der einzige Schritt, den kein Algorithmus für einen erledigt.

Gratiswetten und Boni: was die Schweizer Aktionen kosten, wenn man sie durchrechnet

Zuerst die Regel, die alle Angebote einordnet: Frei- oder Gratisspielguthaben benötigen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Das Geldspielgesetz verlangt sie ausdrücklich, und 2025 hat die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Man darf sich die Grössenordnung vergegenwärtigen: acht Zustimmungen für den grössten Veranstalter des Landes in einem Jahr. Wer aus einem deutschen oder österreichischen Vergleichsportal anreist, erwartet Zahlen, die hier schlicht nicht existieren.

Was eine Gratiswette nicht ist

Der häufige Denkfehler lautet, eine Gratiswette sei Geld. Sie ist es nicht. Bei einer Gratiswette, deren Einsatz nicht zurückgezahlt wird, bleibt der Einsatz verloren, wenn die Wette aufgeht; ausgezahlt wird nur der Gewinnanteil. Bei Quote 2.10 sind das CHF 1.10 pro CHF 1 Gratiswette, wenn sie gewinnt. Bei Quote 1.40 bleiben CHF 0.40.

Noch einen Schritt weiter rechnet die durchschnittliche Wertigkeit. Der tatsächliche Wert einer Gratiswette hängt nicht nur von der Quote ab, sondern auch davon, wie viel der Anbieter selbst von jedem Einsatz behält. Bei einer Quote von 1.90 gegen 2.10 gegen 3.30 in einem Markt mit einem Quotenschlüssel von 0,95 behält der Veranstalter ungefähr fünf Rappen pro Franken. Eine Gratiswette über CHF 1 einzeln gesetzt ist damit im Mittel gut fünf Rappen wert, ganz unabhängig davon, wie oft sie in einzelnen Fällen tatsächlich CHF 1.10 einbringt. Der Marketingbegriff «Gratiswette» beschreibt an dieser Stelle eine Erwartung über viele Wetten, nicht einen geschenkten Franken.

Bedingungen statt Beträge

Bei Schweizer Angeboten sind weniger die Summen das Problem als die Nebenregeln, und die stehen in den Teilnahmebedingungen. Sporttip-Quotenboosts gelten zum Beispiel nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Die eingesetzten Beträge und die Erhöhung sind limitiert, und pro Person lässt sich ein Boost nur einmal nutzen. Wer nachträglich auszahlt, verliert den Boost komplett.

Dasselbe Muster beim Kombiboost. Er läuft nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Die Staffelung liest sich grosszügig, die Mindestquote liest sich unspektakulär — zusammen ergeben sie eine Anforderung, die man nicht nebenbei erfüllt: fünfzehn Favoriten gleichzeitig über die 1.50-Linie zu bringen, ist keine Wohlfühlwette, sondern eine Konstruktion. Einsatz und Gewinnerhöhung sind zusätzlich limitiert. Wer den Boost als Lockmittel zum Kombinieren nimmt, das er sonst nie spielen würde, hat den 5-Prozent-Fall und mehrere zusätzliche Abhängigkeiten gebucht.

Boni und Aktionen lassen sich für ausländische Anbieter hier nicht beurteilen, weil deren Bedingungen in ihren eigenen Geschäftsbedingungen stehen und für die Schweiz keine Bewilligung hinter sich haben. Das ist kein Detail: Eine Aktion, die man bei einem Portal ohne Schweizer Bewilligung reklamiert, landet vor einem Support, der keinem schweizerischen Verfahren unterliegt.

Handy und App: dieselben Limiten, dieselbe Quote, keine Extra-Bewilligung

Auf dem Smartphone zählen drei Dinge: dass die Oberfläche ohne Rätselraten funktioniert, dass die Seiten schnell laden und dass die Limiten genau dieselben sind wie am Rechner.

Der letzte Punkt ist der wichtigste und der am häufigsten missverstandene. Eine App ersetzt keine Bewilligung. Wer eine App aus einem Store lädt, hat damit weder einen Schweizer Veranstalter noch ein schweizerisches Konto gewählt — er hat nur eine andere Bildschirmgrösse gewählt. Die Verlustlimite für 30 Tage, die Verrechnungssteuer und der Zugang zur Spielsperre hängen nicht an der Software, sondern an der Bewilligung des Veranstalters.

Wer im Swisslos-Vertragsgebiet wohnt, bekommt mit Sporttip ein Konto, das unterwegs dieselben Grenzen trägt wie zu Hause: CHF 1 Mindesteinsatz bei Einzel- und Kombinationswetten, dazu die Limiten, die man sich selbst gesetzt hat. Wer im Westen wohnt, fährt über Jouez Sport, wo der Veranstalter zwar 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz unterhält, die Online-Registrierung aber genauso an den Wohnsitz gebunden ist.

Am grössten ist der Unterschied für Auslandschweizer und Grenzgänger. Wer im Ausland lebt, erhält bei keinem der beiden Veranstalter ein Online-Konto, egal auf welchem Gerät er es versucht. Eine App kann das nicht umgehen, und es lohnt sich, das vor und nicht nach der Anmeldung zu wissen.

Neben der Bewilligungsfrage gibt es einen zweiten Punkt, den man in Reviews selten liest: Wie gut eine App ist, merkt man erst nach der ersten Wette. Ist die Wette einmal im System, bleibt sie im System — die Livewette zählt unabhängig davon, ob das Ereignis gerade übertragen wird. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert wurden, ohnehin. Ein Anbieter mit träger Verbindung kann einem hier keine Quote kaputt machen, aber eine Sekunde zu spät eine gute verloren — die Verantwortung für den Abstand zwischen Fingertipp und Übertragung liegt bei der Person, die den Finger benutzt hat.

Prognosen und Strategie: was eine Quotenzeile über ein Turnier wirklich aussagt

Es gibt einen Satz, den man in jedem EM-Medienhaus liest und der trotzdem falsch bleibt: dass ein Favorit «gesetzt» sei. Eine Quote sagt nichts über einen bevorstehenden Ausgang. Sie sagt etwas über die Einschätzungen eines Anbieters und über die Wetten, die dort tatsächlich platzziert wurden — und über die Spanne, die er dazwischen legt.

Warum die Marge jede Prognose relativiert

Nehmen wir ein Beispiel: Ein 1X2-Markt mit Quoten 2.10 (Sieg A) / 3.40 (Unentschieden) / 3.60 (Sieg B). Die Kehrwerte sind 0,4762 + 0,2941 + 0,2778 = 1,0481. Der Quotenschlüssel liegt damit bei rund 95,4 %, was einer Marge von etwa 4,6 % entspricht. Das heisst, von jedem eingesetzten Franken behält der Anbieter im Schnitt rund 4,6 Rappen ein, unabhängig vom Ausgang.

Nehmen wir einen erfundenen 1X2-Markt mit Quoten 2.10 auf Heimsieg, 3.40 auf Unentschieden und 3.60 auf Auswärtssieg. Die Kehrwerte sind 0,4762, 0,2941 und 0,2778. Die Summe liegt bei etwa 1,0481. Das heisst: Der Quotenschlüssel — also der Anteil aller Einsätze, der in diesem Markt zurückfliest — liegt bei rund 95,4 %, und die Marge des Veranstalters beträgt rund 4,6 %. Konkret bleibt von jedem eingesetzten Franken etwa vier bis fünf Rappen im Markt, gleichgültig, welche der drei Voraussagen eintritt. Bei einem Markt mit drei oder vier Prozent Marge liegt der zurückfliessende Anteil entsprechend bei 96 bis 97 %. Die Zahl ändert sich mit dem Markt, nicht mit der Überzeugung.

Wer sich selbst für einen besonders guten Tipp hält, sollte diese vier bis fünf Rappen als Grundlinie betrachten. Sie sind der Preis des Marktes, und man zahlt sie bei jedem Einsatz, auch bei dem, der zufällig aufgeht. Eine Wette über CHF 100 kostet daher als Erwartung rund CHF 4.60, noch bevor die erste Voraussage richtig oder falsch war.

Was aus einem Quotenvergleich folgt, ist also deutlich begrenzter, als der Ausdruck «beste Quote» nahelegt. Vergleicht man denselben Markt bei mehreren Veranstaltern, sagt man etwas über die Marge eines Hauses, nicht über die Aussichten eines Teams. Wer zu einem günstigeren Markt wechselt, verbessert die Auszahlungsquote; das ist der einzige echte Vorteil in einem verglichenen Quotenbild. Alles Weitere — Form, Kader, Verletzte, Aufstellungen — gehört in den Vergleich hinein, aber es ändert nichts an der Struktur, die in der Quote steckt.

Wo die Quoten herkommen, und was Langzeitwetten sind

Langzeitwetten sind ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Anbieter einen Markt aufbauen. Bei einer Langzeitwette wird für Monate abgeschlossen, was erst 2028 ausgetragen wird; das ist ein Kredit an den Veranstalter, den er sich nicht mit einem schöneren Bruch verzinst, sondern mit einem etwas komfortableren Quotenschlüssel, den man im Voraus nicht kennt. Wer bei einem Schweizer Veranstalter auf den Turniersieger wettet, wettet auf ein Ereignis, das 2028 stattfindet — bei einer Wette im Jahr 2026 also auf eine Distanz von zwei Jahren.

Damit hängt eine Frage zusammen, die man vor, nicht nach dem Einsatz klären sollte: Wann wird eine solche Wette abgerechnet, wenn der Wettbewerb an einem bestimmten Abend entschieden wird — und was passiert bei einer Verschiebung? Der Spielplan der Endrunde 2028 hilft, die Kette zu verstehen. Gespielt werden in England, Schottland, Wales und Irland sechs Vierergruppen mit 24 Nationen, danach ein Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, ein Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, ein Halbfinale am 4. und 5. Juli und das Finale am 9. Juli 2028 in Wembley. Ein Spiel um Platz 3 gibt es nicht, also auch keinen Markt darauf.

Und noch eine Dimension, die man nicht vergessen sollte: Bevor 2028 überhaupt gespielt wird, findet am 6. Dezember 2026 in Belfast die Auslosung der Qualifikation statt, die in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams läuft. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Ob ein Team überhaupt dabei ist, entscheidet sich also erst nach der Auslosung — und Quoten auf den Turniersieger werden zum Teil schon gehandelt, bevor das endgültige Teilnehmerfeld feststeht.

Die Grenze der Prognose

Wer die Regel verstanden hat, versteht auch die Grenze: Prognosen sind Schätzungen aus Form, Kader und Quotenvergleich, und die Marge steht in jeder Quote, die man dabei verwendet. Kein Tipp ist sicher, und Wetten sind kein Einkommen. Wer auf ein Einzelspiel mit einer Quote von 3.60 setzt, erwartet richtig gerechnet in rund 25 von 100 Fällen einen Treffer — aber auch diese Erwartung ist eine über viele Wiederholungen und trifft für den einzelnen Abend nichts. Was in einem EM-Spiel passiert, ist kein Zufallskalkül, sondern Sport.

Wettarten und Quoten: Einzelwette, Kombiwette und was die Mutter im Wettschein tut

Wer die Quoten eines Anbieters liest, liest zuerst, wie ein Schein aufgebaut wird. Bei einer Einzelwette hat man eine Voraussage und eine Quote. Bei einer Kombiwette multipliziert man die Quoten mehrerer Voraussagen ineinander — aus 1.90 und 2.10 wird 3.99 — und bekommt dafür ein Produkt, das heisst: Der Gewinn wächst mit jeder weiteren richtig geratenen Voraussage, aber jede zusätzliche Voraussage ist eine zusätzliche Gelegenheit, den ganzen Schein zu verlieren. Nicht alle Quoten sind dabei kombinierfähig, und voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion verbinden. Nimmt der Veranstalter eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann er die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Aus Einsatz und Quote folgt der mögliche Gewinn

Was eine Wette zurückzahlt, ist Arithmetik und keine Meinung. Bei einem Einsatz von CHF 50 auf Quote 1.85 beträgt die Rückzahlung CHF 92.50, der Reingewinn also CHF 42.50. Bei CHF 20 auf Quote 2.50 sind es CHF 50.00 Rückzahlung und CHF 30.00 Gewinn. Bei einer Kombiwette aus 1.90, 2.10 und 1.75 ergibt sich eine Gesamtquote von 6.9825; CHF 10 darauf zahlen im Erfolgsfall CHF 69.83 zurück. Aus Einsatz mal Quote folgt der mögliche Gewinn.

Darüber hinaus ist die Differenz zwischen Einsatz und Rückzahlung bei Swisslos-Ergebnissen noch an zwei Regeln gebunden. Zur regulären Spielzeit gehört bei Sporttip die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Das entscheidet bei einem K.-o.-Spiel über ganze Wettscheine. Und Systemwetten sind die flexible Variante zur klassischen Kombination: Man setzt mehrere Voraussagen in mehreren Kombinationen zugleich, was die Fehlertoleranz erhöht und den Einsatz pro Variante kleiner macht. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Diese Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Wo die Grenze des Vergleichs liegt

Der Quotenschlüssel eines Marktes, 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ), ist die Kennzahl, mit der man Angebote überhaupt sauber vergleichen kann — unabhängig davon, welches Turnier man wettet. Bei Schweizer Veranstaltern ist die Listenbreite durch die Gespa-Liste begrenzt. Wie gross das Angebot an Märkten und Quoten darüber hinaus bei einzelnen ausländischen Anbietern ist, lässt sich an dieser Stelle nicht mit geprüften Zahlen belegen. Was man aber sagen kann: Quotenvergleich und Angebotsbreite der beiden Schweizer Veranstalter liegen auf dem Niveau, das man für ein Grossspiel mit öffentlichem Zweck erwartet, und das ist schmaler, als ein Portal mit dreistelliger Marktliste suggeriert.

Für einen Spielenden, der sein Konto selbst führt, ist das eine nützliche Grenze. Man gibt keine Gebühren aus für Dinge, die man nicht nutzt. Man bekommt auch keine.

Sportarten und Turniere: was auf dem Spielplan steht und wann die Wette lebt

Die Fussball-Europameisterschaft ist alle vier Jahre ein Weltereignis — und 2026 findet sie nicht statt. Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der Kern der Sache: Das Turnier, dessen Name in dieser Suchanfrage steht, wird erst wieder 2028 ausgetragen. Die letzte Endrunde fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt, mit 24 Mannschaften, sechs Vorrundengruppen zu je vier Teams und insgesamt 51 Spielen. Das Finale am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion gewann Spanien mit 2:1 gegen England und holte damit seinen vierten EM-Titel.

Dass Deutschland im Sommer 2024 ein Turnier dieser Grösse ausgerichtet hat, ist für Schweizer Spielende vor allem in einem Punkt interessant: Solche Endrunden erzeugen Quoten, die über Wochen stabil bleiben und sich in der K.-o.-Phase stark bewegen. Wer im Juli 2024 eine Wette auf den Turniersieger vor Turnierbeginn abgeschlossen hatte, war bis zum Endspiel im Markt — und wer während des Turniers nachlegte, sah einen anderen Quotenverlauf. Der Spielplan ist damit kein Dekorationselement, sondern die Landkarte, auf der entschieden wird, wann eine Wette lebt und wann sie abgerechnet ist.

Der Spielplan 2028

Neunzehn Monate später, im Juni und Juli 2028, ist es wieder so weit — diesmal mit England, Schottland, Wales und Irland als Gastgebern, wieder mit 24 Nationen. Faröer-Inseln, Wales oder Polen haben keine Garantie auf die Endrunde: Die Qualifikation läuft in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams, die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Die Auslosung in Belfast am 6. Dezember 2026 ist der Moment, in dem aus einer allgemeinen Siegerquote eine Halb-Saisonwette wird — man weiss dann, wer überhaupt kommen kann.

Wer aus den Zahlen des Turniers von 2024 etwas für die eigene Erwartungshaltung mitnehmen will, sollte die Torschützenliste ansehen. Sechs Spieler erzielten je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Kein einziger Ausreisser nach oben, obwohl die EM 2024 mit 2’681’288 Zuschauern und 51 Spielen ein sportlich dichtes Turnier war. Rekordtorschütze der EM-Geschichte bleibt mit 14 Treffern Cristiano Ronaldo, ein Wert, der über mehrere Turniere gewachsen ist. Wer eine Torschützenkönig-Wette als sichere Angelegenheit betrachtet, hat hier eine Zahl, die dagegen spricht.

Historisch ist die EM seit 1960 gewachsen: 1996 bis 2012 spielten 16 Mannschaften, seit 2016 sind es 24. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland gewann drei (1972, 1980, 1996). Diese Zahlen sind Sportgeschichte, keine Prognose.

Was sonst gewettet werden darf, regelt die erwähnte Gespa-Liste, und sie ist der Punkt, an dem die Auswahl eng wird. Wer auf eine Sportart setzen will, die dort nicht steht, findet bei keinem der beiden Schweizer Veranstalter einen Markt. Wer ein breites Sportartenportfolio sucht, landet folglich bei einem Anbieter, der keine Schweizer Bewilligung hat — und der dafür keine Schweizer Sperrliste, keinen Zugang zum Sperrregister und keinen schweizerischen Rechtsweg bietet.

Einordnung: Wer darf was, und was ist eine Bewilligung wert?

Anbieter Status Organisator / Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligt SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligt Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
bet-at-home Keine Schweizer Bewilligung Nicht bewilligt / Offshore
1Bet Keine Schweizer Bewilligung Nicht bewilligt / Offshore
Duelbits Keine Schweizer Bewilligung Nicht bewilligt / Offshore
GGBET Keine Schweizer Bewilligung Nicht bewilligt / Offshore
BetFury Keine Schweizer Bewilligung Nicht bewilligt / Offshore
Bruce Bet Keine Schweizer Bewilligung Nicht bewilligt / Offshore
Betscore Keine Schweizer Bewilligung Nicht bewilligt / Offshore
X3Bet Keine Schweizer Bewilligung Tobique (Kanada) / Keine Schweizer Bewilligung

Kein Vergleich ohne Einordnung: Zwischen einem bewilligten Schweizer Veranstalter und einem Portal ohne Bewilligung liegen Welten in der Absicherung, aber beide werden von derselben Person genauso schnell aufgerufen.

Die Schweizer Bewilligung ist kein Hygienesiegel, sondern eine Zuständigkeitsfrage. Wer bei Swisslos oder der Loterie Romande spielt, hat eine Veranstalterin mit Bewilligung, eine Spielbewilligung pro Spiel, eine Aufsicht in Bern und ein Beschwerdeweg; dafür ist der Zugang an den Wohnsitz gebunden, und die Liste der Sportarten und Wettarten ist geschlossen. Wer bei einem Portal ohne Schweizer Bewilligung spielt, bekommt eine breitere Produktauswahl, aber kein schweizerisches Verfahren, keine Eintragung in die Spielsperre und keine Schweizer Beschwerdestelle. Ein ausländisches «Kuratorium» oder eine Offshore-Registereintragung, wie sie einzelne Anbieter anführen, ist in der Schweiz ohne Wirkung (siehe «Rechtslage in der Schweiz»). Das ist der eine Satz, den man sich merken sollte, bevor man die Auswahl nach Bonus sortiert.

Zwei Namen in dieser Liste sind Schweizer Veranstalter, acht sind es nicht. Wen die Bewilligungsfrage interessiert, findet sie in der Übersicht oben.

Der Umstand, dass diese acht Portale an einem Schweizer Publikum werben, ist kein Zufall, sondern eine Marktlücke. Wer’s braucht, findet sie; der Satz, dass ein Ausweichen auf ein Portal ohne Bewilligung in der Schweiz nicht strafbar ist, ist wahr und trotzdem nicht dasselbe wie ein Rathaus.

Die geprüften Anbieter: zwei bewilligte Veranstalter, acht ohne Schweizer Bewilligung

Zehn Angebote stehen zur Wahl, und die Bewertung folgt für alle demselben Massstab: Bewilligung, Sprachraum, Zugang zum Konto, Wettangebot und Marktstruktur. Wer sich vor dem ersten Klick klar macht, in welcher der beiden Gruppen er sich bewegt, liest die folgenden Abschnitte mit dem richtigen Massstab.

Swisslos Sporttip: die breite Auswahl für Deutschschweizer Konten

Sporttip ist das Sportwettenprodukt der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet als Grossspiel gestützt auf das Geldspielgesetz. Bewilligung und Spielbewilligung liegen vor, die Aufsicht führt die Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Der Reingewinn aus diesem Betrieb ist nicht privat. Swisslos verteilte für 2025 CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten dabei CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Wer hier CHF 100 auf eine Quote von 1.85 setzt, trägt also nicht nur die Marge des Marktes, sondern beteiligt sich auch an einem Mechanismus, der einen Teil des Ergebnisses in öffentliche Zwecke lenkt. Ob man das gut findet, ist eine Haltung; es ist jedenfalls der Unterschied zu einem Portal, das denselben Franken nach Zypern trägt.

Bei der Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Der Ausweis wird hochgeladen, die Daten werden ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Man könnte das für Bürokratie halten. In der Praxis ist es der Grund, weshalb die Spielsperre hier tatsächlich greift — bei einem Anbieter, der niemanden kennt, tut sie es nicht.

Zum Produkt gehört auch, was es nicht gibt. Cash-Out gibt es nur als vollständige Auszahlung, mit einem Betrag, der unter dem möglichen Gewinn liegt und sich mit dem Spielstand ändert. Ein Garantieschein für alle Märkte ist es nicht. Und die Einsätze sind begrenzt: CHF 1 als Mindesteinsatz, CHF 1’000 als Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette.

Das ist der Anschluss für zwei Kundengruppen und nicht für alle. Wer aus der Deutschschweiz kommt, sein Wettverhalten ohnehin kennt und ein Schweizer Verfahren schätzt, hat hier ein Konto mit klaren Grenzen. Wer ein breites Sportartenangebot, viele Sondermärkte oder ein aggressiv beworbenes Bonusprogramm sucht, wird nicht bedient.

Loterie Romande Jouez Sport: der Westschweizer Weg mit demselben Schutz

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), ebenfalls ein Grossspiel mit Schweizer Bewilligung unter Gespa-Aufsicht. Das Vertragsgebiet umfasst die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Als Kontaktadresse nennt die Loterie Romande die Avenue de Provence 14 in Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Für einen Genfer oder eine Neuenburgerin ändert sich damit der gesamte Ausgangspunkt der Suche. Nicht, weil die Produkte von Jouez Sport und Sporttip sich in jeder Hinsicht unterschieden — beide unterliegen demselben Gesetz, beiden ist der Markt durch dieselbe Liste der bewilligten Wettarten begrenzt, beide verlangen einen Wohnsitz im eigenen Gebiet. Sondern weil eine Westschweizer Person bei Sporttip kein Konto eröffnen kann und umgekehrt. Die Wahl zwischen zwei Schweizer Marken ist in Wirklichkeit keine Wahl, sondern eine Adressangabe.

Was dafür bleibt, ist ein Netz aus 2’350 Verkaufsstellen, das an einem Samstagmittag eine Wette am Schalter erlaubt, ohne App und ohne Login. Diese Verteilung ist nicht nur Nostalgie. Sie bedeutet auch, dass die Kontrolle am Schalter die Stelle ist, an der 2025 in 47,5 % von 200 Testkäufen eine Wette an eine minderjährige Person ging. Wer die Wettscheine an seine Kinder durchreicht, sollte diese Zahl kennen.

Der Unterschied zu Sporttip liegt damit nicht in einem Merkmal, sondern in der Zuständigkeit — und die ist die einzige, die sich nicht verhandeln lässt.

bet-at-home: kein Schweizer Weg, unabhängig von der Grösse

bet-at-home gehört zur zweiten Gruppe: kein Schweizer Bewilligungsstatus, keine Zulassung als Veranstalter eines Grossspiels. Eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz keine Wirkung; das Geldspielgesetz verlangt die Schweizer Bewilligung und legt in Artikel 4 fest, dass eine Schweizer Bewilligung nur in der Schweiz gilt.

Konkret heisst das für eine Spielerin in Basel oder Genf: kein Schweizer Aufsichtsorgan, das ihre Reklamation hört, keine Eintragung in das schweizerische Sperrregister, die sie vor sich selbst schützen würde, und keinen schweizerischen Rechtsweg, wenn die Auszahlung ausbleibt. Die Gespa kann Domains solcher Anbieter auf die Sperrliste setzen und über DNS blockieren lassen; blockiert wird die Domain, nicht das Konto, und die Liste wird in kurzen Abständen nachgeführt.

Die Wahl fällt damit nicht zwischen gut und schlecht, sondern zwischen breit und abgesichert. Wer ein Konto jenseits der Schweizer Grenzen sucht, kann es finden — man muss nur wissen, was auf der Rückseite fehlt.

1Bet: breiteres Produkt, kein Schweizer Verfahren

1Bet steht in derselben Gruppe. Die Bewilligungslage lässt sich hier nicht mit belastbaren Namen belegen, und gerade diese Unklarheit ist der Punkt: Ein Portal, das im Kontoauszug keinen Aufseher nennt, bei dem man anrufen kann, benennt damit auch keinen, der für die Auszahlung einsteht.

Für einen Schweizer Spielenden mit Konto bei einem bewilligten Veranstalter ist der Vergleich schnell erzählt. Verlustlimiten, die man einmal gesetzt hat, wirken bei einem Portal ohne Schweizer Bewilligung überhaupt nicht; denn die Limitenpflicht ist eine Pflicht des bewilligten Veranstalters, und nach ihr richtet sich, wer sie durchsetzt. Wer hier sein Konto führt und im Zürcher November aufhören will, muss das selbst durchhalten.

Wer ein Produktportfolio sucht, das über das Gespa-Programm hinausgeht, wird hier fündig; wer einen Ansprechpartner unter Schweizer Aufsicht sucht, nicht.

Duelbits: Konto ohne Sperrregister

Duelbits ist ein weiteres Portal ohne Schweizer Bewilligung, und der stärkste Einwand gegen diese Kategorie lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Der Zugang zum schweizerischen Sperrregister fehlt. Wer sich dort einmal eintragen lässt, ist für die bewilligten Schweizer Veranstalter gesperrt — nicht aber für einen Anbieter mit eigener Kontoführung ausserhalb dieses Systems.

Man kann diese Sperre für ein Detail halten, solange man sie nicht braucht. Wer sie braucht, braucht sie dringend.

Wer ausserhalb der Schweizer Regeln spielt, sollte einen Punkt nicht unterschätzen, der hier sicherheitshalber dazugesagt sei: Das Europageschäft hinter solchen Seiten ist ein Geschäft wie jedes andere, mit Margen und Ausfällen, und es gibt keine schweizerische Stelle, die im Streitfall den Ton angibt.

GGBET: Anbieter der zweiten Kategorie mit derselben Struktur

GGBET führt die Liste der Portale ohne Schweizer Bewilligung an, mit demselben strukturellen Merkmal: keine Anbindung an das schweizerische Sperrsystem, kein schweizerischer Rechtsweg.

Ein Punkt, der hier gesondert gehört: Solche Portale tauchen auf der Sperrliste auf, wenn die Gespa sie dort einträgt, und die Blockierung erfolgt über DNS durch die Schweizer Telekommunikationsanbieter. Der Ausdruck «gesperrt» klingt endgültig; tatsächlich verhindert die Sperre den Aufruf über eine bestimmte Domain und wird in kurzen Abständen umgangen. Wer aus Wells oder Chur eine Wette über einen solchen Anbieter platzieren will, kommt dorthin, wenn er dorthin will — die Hürde ist eine Hausnummer, kein Zaun.

Was das für die Auswahl bedeutet: Wer aus Überzeugung ausserhalb des Schweizer Systems spielt, ist mit der Blockierungsarchitektur vertraut und wird hier nicht klüger. Wer gehofft hat, die Sperrliste nähme ihm die Entscheidung ab, wird enttäuscht — die Entscheidung bleibt bei ihm.

BetFury: Konto ohne Schweizer Aufsicht

BetFury gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung und bietet folglich keine schweizerische Aufsicht und keine schweizerische Beschwerdestelle.

Wer die Schweizer Wetterfahrung kennt, wird hier ein Detail vermissen: die Verlustlimite, die sich senken lässt, ohne zu diskutieren, und die sich nur nach Wartezeit erhöhen lässt. Das limiterlose Konto ist erst einmal bequem. Bequem ist in diesem Geschäft aber nicht dasselbe wie selbstbestimmt.

Ein Spieler, der sein Verhalten im Griff hat, merkt den Unterschied nicht. Wer sechs Monate früher an dieselbe Stelle zurückkommt, merkt ihn vielleicht.

Bruce Bet: Portal ohne Bewilligung, mit den üblichen Grenzen

Bruce Bet reiht sich in die Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ein.

Anders als bei den bewilligten Veranstaltern gibt es hier keine Spielerschutzpflichten, die eine Behörde durchsetzt: keine Limitenpflicht, keine Spielsperre, die schweizweit gilt, keine Verlustlimite, die sofort greift. Die Gesetzgebung hat diese Instrumente an die Schweizer Bewilligung geknüpft, und wo keine Bewilligung besteht, gibt es sie nicht.

Wer das Kleingedruckte liest, findet bei solchen Portalen AGB in mehreren Sprachen, oft einer Rechtsordnung, die keinem Schweizer Gericht unterworfen ist. Wer das Konto schliesst, bekommt sein Restguthaben in den meisten Fällen in der Währung, in der er es eingezahlt hat und die er im Auge behalten hat. Also: nicht immer in Schweizer Franken.

Für alle acht gilt der gleiche Satz: Wer ein Konto mit schweizerischer Aufsicht und schweizerischem Rechtsweg will, hat zwei Optionen — und beide stehen nicht auf dieser Liste.

Betscore: der Vollständigkeit halber geprüft

Betscore findet sich in derselben Gruppe ohne Schweizer Bewilligung.

Wie bei allen Anbietern jenseits der Bewilligung erlischt mit dem fehlenden Schweizer Bewilligungsstatus auch die Zugehörigkeit zu den schweizerischen Schutzmechanismen: keine Eintragung in das Sperrregister, kein schweizerisches Aufsichtsverfahren, kein Rechtsweg vor Schweizer Gerichten aus einem Schweizer Bewilligungsverhältnis.

Wer die Produktvielfalt schätzt, findet bei solchen Portalen mehr, als die Gespa-Liste zulässt — und wer sie prüft, merkt, dass Sportwetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen hier erlaubt sein können, was Schweizer Veranstaltern verwehrt ist.

X3Bet: mit Hinweis auf eine ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz

X3Bet führt eine von Dritten gemeldete Bewilligung in Tobique (Kanada) an. Was auch immer diese Meldung bedeutet — in der Schweiz hat sie keine Wirkung, weil das Geldspielgesetz die Schweizer Bewilligung verlangt und fremde Bewilligungen nicht anerkennt.

Damit bleibt es bei dem, was für die gesamte Gruppe gilt: keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, kein schweizerisches Aufsichtsverfahren, kein schweizerischer Rechtsweg. Wer eine ausländische Bewilligung als Beleg für Seriosität liest, liest sie als das, was sie ist: eine Erlaubnis in einem Land, in dem das Konto geführt wird, nicht in der Schweiz.

Der praktische Rat, der hier hingehört, ist unglamourös: Wer im Streitfall klagen muss, tut das vor dem Forum des Anbieters, und das ist der Unterschied zu einem Spiel bei einem Veranstalter, der seinen Sitz in Basel oder Lausanne hat.

Wann sich ein Schweizer Konto lohnt und wann nicht

Der Anlass für diese Frage ist wiederkehrend: Alle vier Jahre kommt im Sommer eine EM, und in den Monaten davor wächst die Zahl der Portale, die auf einmal mit einem EM-Bonus locken. Ein Portal, das neun Monate lang nichts war, wird zu einem Portal mit einer Meinung. Wer hier ein Konto eröffnen will, sollte sich nicht dafür entscheiden, sondern gegen die Alternative.

Der Fall, in dem das Schweizer Konto naheliegt

Dieser Fall ist schlicht: Wer in der Deutschschweiz oder im Westen wohnt, dort Steuern zahlt, dort ins Spital kommt, der hat mit einem Schweizer Konto den einzigen Ort gewählt, an dem alle Beteiligten unter demselben Recht stehen. Die Spielsperre, in die man sich eintragen lassen kann, gilt in diesem Land bis in die Casinos, und wer in eine Krise gerät, kann sie nutzen. Wer nach einer Auszahlung fragt, fragt einen Anbieter mit einer Aufsichtsbehörde im Rücken. Wer einen Gewinn über CHF 1’071’000 holt, muss ihn ohnehin versteuern — aber bei einem Schweizer Veranstalter mit einem Freibetrag und einer Verrechnungssteuer, die sich in der Steuererklärung zurückholen lässt. Für alles darunter, und das ist praktisch jede Wette, die ein Normalspieler je abschliesst, fällt weder Einkommens- noch Verrechnungssteuer an. Bei ausländischen Anbietern fehlt diese Verrechnungssteuer, dafür behandelt sie etwa die Steuerpraxis im Thurgau als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe.

Der Fall, in dem es nicht naheliegt

Es gibt Spielende, für die passt es nicht — und das sollte man aussprechen, ohne es schönzureden. Wer ein Konto bei einem Anbieter mit einem breiten Sportartenangebot, Sondermärkten oder einer bestimmten Wettart sucht, findet bei den Schweizer Veranstaltern nicht alles. Die Gespa-Liste ist bewusst eng, Minderjährigen-Wettbewerbe und Trainingswetten sind ausgeschlossen, Corner-, Karten- und Esport-Märkte fehlen. Wer das braucht, findet es bei einem Portal ohne Schweizer Bewilligung — und verzichtet dabei auf Schweizer Aufsicht, Sperrregister und Rechtsweg.

Was von der Diskussion übrig bliebe, wenn 2028 gespielt würde

Das EM-Versprechen bringt Portale in Bewegung, die mit dem Schweizer Recht nichts zu tun haben. In der Saison 2028 wird es wieder so sein: Ein Dutzend Namen, die heute niemand kennt, werden im Frühling 2028 mit Bannern auf den Seiten stehen, die eine Suchmaschine oben ausspielt. Viele davon werden im Juli 2028 wieder verschwinden. Was bleibt, ist ein Name oder zwei aus der Kategorie der bewilligten Anbieter — und die Verlustlimite, die man dort gesetzt hat.

Das ist der Punkt, an dem die Wahl, die dieses Thema ist, wirklich entschieden wird: nicht nach Quote, sondern nach der Zahl, die auf dem Schirm bleibt. Wer in der Rückschau auf sein Konto sieht, dass er irgendwann im Jahr 2026 CHF 1’000 eingesetzt hat, ohne dass ihm das aufgefallen ist, weiss genug.

Häufige Fragen zu EM-Wetten in der Schweiz

Findet 2026 eine Fussball-Europameisterschaft statt, und wann ist die nächste Endrunde?

Nein. 2026 ist kein EM-Jahr — der Begriff «EM 2026» ist keine Endrunde. Die letzte EM fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt und endete mit Spaniens 2:1 gegen England am 14. Juli 2024 in Berlin. Die nächste Endrunde läuft vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland.

Wer wird Europameister 2028, und was sagen die Wettquoten darüber wirklich aus?

Keine Quote nennt einen Sieger, und keine Aussage darüber, wer Europameister wird, hält einem Beweis stand. Eine Quote ist der Preis, den ein Anbieter für eine Voraussage stellt. In ihr steckt seine Marge; bei einem Markt mit Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 fliessen rund 95 % der Einsätze zurück, etwa 4,6 % bleiben im Markt. Prognosen bleiben Schätzungen aus Form, Kader und Quotenvergleich.

Wie funktioniert eine Langzeitwette auf den Turniersieger, und wann wird sie abgerechnet?

Sie wird vor oder während des Turniers platziert und bleibt bis zur Entscheidung offen — bei der EM 2028 also bis zum Finale am 9. Juli 2028 in Wembley. Die reguläre Spielzeit umfasst die Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Abgerechnet wird nach dem Finale.

Warum bieten die beiden Schweizer Veranstalter nur wenige und kleine Bonusaktionen an?

Weil Frei- und Gratisspielguthaben die vorgängige Zustimmung der Gespa brauchen. 2025 hat die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Was zugelassen wird, ist begrenzt; Aktionen wie der Kombiboost verlangen ausserdem mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote und staffeln den Bonus nach der Anzahl — keine grosszügige Geste, sondern eine Konstruktion.

Was geht bei einer Wett-App ohne Schweizer Bewilligung verloren, wenn etwas schiefläuft?

Die App ist nicht das Problem, die Bewilligung ist es. Ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, keine Aufsicht durch die Gespa und keinen schweizerischen Rechtsweg. Eine App ersetzt keine Bewilligung: Dieselben Verlustlimiten und dieselbe Rechtsposition hängen an der Bewilligung, nicht an der Software auf dem Telefon.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie wird ein Gewinn je nach Kanton besteuert?

Vor der ersten Teilnahme sind bei Sporttip Limiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen — Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000; Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei; der Bundesbetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, der kantonale Betrag weicht ab. Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Im Zweifel die kantonale Steuerverwaltung fragen.

Inhalt erstellt vom Team «boxwetten.com»