Kostenlose Sportwetten-Tipps: Woher sie kommen, was sie wert sind und wer in der Schweiz wetten darf

Updated Oktober 2026
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Wer nach kostenlosen Sportwetten-Tipps sucht, stösst in der Schweiz schnell auf einen Umstand, den viele nicht erwarten: Legal auf Sport wetten lässt sich nur bei Swisslos mit dem Produkt Sporttip und bei der Loterie Romande mit Jouez Sport. Die beiden sind die einzigen bewilligten Veranstalter. Alles andere, was im Netz unter einem Tipp daherkommt und zu einer ausländischen Plattform führt, führt an dieser Grenze vorbei.

Ein Tennisplatz im ersten Morgenlicht, das Netz hängt leicht durch und auf der Grundlinie liegt ein einzelner Ball.

Ein Tipp ist eine Meinung. Er entsteht aus Form, Ausfällen, Statistik und Quote, und er ist keine verlässliche Vorhersage. Sobald darauf gesetzt wird, kostet er Geld. Wer nach einem kostenlosen Tipp sucht, sucht also nach einer Einschätzung, nicht nach einem Ergebnis.

Grundlage dieses Textes sind die Regeln des Geldspielgesetzes, die Teilnahmebedingungen und Spielregeln der beiden bewilligten Veranstalter sowie die öffentlich einsehbaren Angaben der Gespa. Die Angaben wurden am 29. Oktober 2026 gegen die Bedingungen und Reglemente der Veranstalter geprüft. Kein Satz hier verspricht einen Gewinn, keine Quote wird erfunden, und kein Tipp wird zur sicheren Sache erklärt.

Kostenlose Tipps: das Geschäft mit der Einschätzung

Kostenlos heisst bei einem Sportwetten-Tipp: Der Zugang kostet nichts. Kein Abo, keine Gebühr, keine Registrierung. Bezahlt wird mit Aufmerksamkeit. Wer den Tipp liest, landet irgendwann auf einer Wettseite, und dort wird aus der Aufmerksamkeit ein Einsatz. Der Gratis-Tipp ist der Anfang einer Kette, nicht ihr Ende.

Ein Smartphone mit dunklem Bildschirm lehnt an einer Wasserflasche, daneben stehen Laufschuhe auf einer Bank am Sportplatz.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Zwischen einer Meinung und einer Vorhersage liegt der ganze Unterschied. Eine gute Tipp-Quelle sagt: «Diese Quote erscheint mir zu hoch, weil die Formkurve und die Ausfälle etwas anderes nahelegen.» Eine schlechte sagt: «Heute gewinnt der Gast.» Das erste ist ein Argument, das zweite ein Versprechen. Nur das erste lässt sich überprüfen, und nur das erste lässt sich widerlegen — was der eigentliche Beweis dafür ist, dass jemand nachgedacht hat.

Der Schweizer Markt hat für diese Kette eine Besonderheit, die in kaum einem Tipp-Portal steht: An ihrem Ende darf nur einer von zwei Veranstaltern stehen. Ein Portal, das täglich zwanzig Empfehlungen mit zwanzig verschiedenen Buchmachern ausspielt, kann in der Schweiz nur zwei davon legal bedienen. Für den Leser heisst das, die Quelle zuerst nach ihrer Rechtslage zu befragen und erst danach nach ihrer Trefferquote.

Tipp-Apps auf dem Smartphone: schnelle Meinung, dünne Methode

Die App ist die bequemste Form des Tipps. Push-Meldung, Daumen hoch, fertig. Genau diese Bequemlichkeit ist ihr Problem. Wer eine Empfehlung im Vorbeigehen konsumiert, hat für die Prüfung keine Sekunde übrig — und eine Empfehlung ohne Prüfung ist Rauschen mit einer Quote daneben.

Ein Velo lehnt an einer Steinmauer am Ufer eines Flusses, die Strassenlaternen leuchten in der Dämmerung.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Nützlich wird eine App in dem Moment, in dem sie mehr als den Tipp liefert: den Grund, die zugrunde liegenden Zahlen, den Hinweis auf eine Aufstellung, die sich geändert hat. Fehlt das, bleibt eine Meinung, die zufällig auf einem Bildschirm steht. Dasselbe gilt für die täglichen Listen, die unter dem Stichwort «Sportwetten-Tipps heute» kursieren. Ein Datum im Titel macht eine Einschätzung nicht frischer.

Eine Sache können Apps gut, und sie wird selten erwähnt: die eigene Buchhaltung. Wer Einsatz, Quote und Ergebnis jeder Wette mitschreibt, sieht nach drei Monaten eine Zahl, die kein Portal liefert — die eigene Bilanz. Das ist die einzige Auswertung, die etwas über den eigenen Weg sagt.

Live-Hinweise: der Tipp, der zur Halbzeit kommt

Live-Tipps sind die schnellste Gattung. Während das Spiel läuft, fällt eine Quote, und jemand ruft: jetzt. Die Verlockung ist gross, denn live scheint man zu wissen, wie das Spiel steht. Man weiss es auch. Nur ändert sich mit jedem Tor, mit jeder Roten Karte, mit jedem Video-Entscheid die Wahrscheinlichkeit schneller, als ein Tipp nachkommt.

Die Sporttip-Spielregeln zeigen, wie ein Veranstalter mit dieser Unschärfe umgeht. Eine Livewette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer einen Live-Tipp in der 89. Minute nachjagt, setzt also gegen eine Regel, die für diesen Fall geschrieben wurde. Die Quote 1.00 heisst: Einsatz zurück, Gewinn null.

Nachvollziehbarkeit ist deshalb das erste Prüfkriterium für eine Tipp-Quelle, Offenlegung der Methode das zweite, Kosten das dritte. Diese Reihenfolge hat nichts mit Erfolgsversprechen zu tun. Sie folgt der einzigen Frage, die ein Leser wirklich beantworten kann: Kann ich dieser Einschätzung nachrechnen?

Was ein Tipp aus Form, Ausfall und Quote macht

Der Bauplan eines Tipps hat vier Teile. Zuerst die Form: Wie viele Tore, wie viele Gegentore, wie viele Chancen in den letzten Spielen? Dann die Ausfälle und Sperren. Dann die Statistik, die tiefer geht als die Tabelle — Schüsse aufs Tor, Heimbilanz, Kopfballstärke bei Standards. Und zuletzt die Quote, ohne die die ganze Arbeit nicht bewertbar ist.

Die Quote ist der Teil, der am häufigsten übersprungen wird. Sie ist kein Mass für Wahrscheinlichkeit, sondern ein Preis. In jedem Preis sitzt der Anteil des Veranstalters, und wer diesen Anteil nicht kennt, kann nicht sagen, ob eine Wette den Einsatz lohnt. Ein Tipp ohne Quote ist eine halbe Analyse.

Daraus folgt die härteste Regel dieses Abschnitts: Ein Tipp ist keine Vorhersage, und kein Tipp ist sicher. Ein Sportereignis hat einen Ausgang, der die Erwartung schlagen kann, und die Quote beziffert genau diese Unsicherheit. Wer als Wettender den unwahrscheinlichen Fall ausschliesst, hat die Rechnung nicht zu Ende geführt.

Value-Bet: der Unterschied zwischen Favorit und Wert

Ein Value-Bet liegt vor, wenn die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit höher liegt als die Wahrscheinlichkeit, die in der Quote steckt. Der Wettende glaubt, das Ereignis trete häufiger ein, als der Preis unterstellt. Umgekehrt kann auch ein Favorit ein Value-Bet sein — dann, wenn die Quote trotz seiner Stärke hoch genug ist.

Der Unterschied zum Favoritentipp ist damit nicht die Mannschaft, sondern das Verhältnis. Auf den Favoriten zu setzen, weil er besser ist, ist keine Wertentscheidung, sondern eine Beobachtung. Auf ihn zu setzen, weil die Quote ihn zu billig macht, ist eine Wertentscheidung. Und eine Wertentscheidung ist nur so gut wie ihre Wahrscheinlichkeitsschätzung — die falsch sein kann. Ein Value-Bet ist eine Hypothese, keine Tatsache.

Zwischen dem Value-Bet und dem Gratis-Tipp gibt es eine unangenehme Verbindung. Der Value-Bet braucht eine eigene Schätzung, und die kostet Zeit und Arbeit. Der Gratis-Tipp liefert die Schätzung fertig. Wer aus Bequemlichkeit fremde Schätzungen übernimmt, hat den Teil übersprungen, der am Value-Bet das Einzige war, was ihm gehörte.

Sportwetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, viele Grenzen

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel und fallen unter das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019). Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht bei der ESBK — die ist nur für Casinos zuständig, was gelegentlich verwechselt wird.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen, einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Die Nettoerlöse gehen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS).

Wer «seriöse Sportwetten-Tipps» sucht, sucht eigentlich eine Quelle, die zu einem der beiden Veranstalter führt. Alles andere führt zu einem Anbieter, der in der Schweiz nicht bewilligt ist.

Das Vertragsgebiet entscheidet, wer überhaupt mitspielen darf

Swisslos wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Die Grenze ist praktisch und nicht verhandelbar. Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Ein Tipp, der aus einer Westschweizer Quelle stammt, hilft einem Deutschschweizer Leser also nur, wenn er das passende Konto besitzt.

Was überhaupt gesetzt werden darf

Erlaubt sind ausschliesslich Sportwetten. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht gestattet. Das Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie gelistet sind. Ranglistenwetten sind nur erlaubt, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nicht gewettet werden. Die Liste enthält keine Ecken- oder Kartenmärkte und keine Esports-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält. Das BGS enthält keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt und bleibt ein Merkmal des jeweiligen Veranstalters.

Für den Leser eines Tipps heisst das: Ein Portal kann eine Empfehlung auf einen Markt aussprechen, den es in der Schweiz gar nicht gibt. Wer eine Wette platziert, sollte zuerst prüfen, ob sie auf der Liste der bewilligten Wettarten steht. Fehlt sie dort, hilft der beste Tipp nicht.

Wer in der Schweiz spielt, spielt im Schutzsystem — oder nicht

Die Schweiz verbietet Sportwetten für Minderjährige und schliesst sie online aus (Art. 72 BGS). Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität ist Pflicht (Art. 47–52 VGS). Limiten setzt der Spielende selbst: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz erst nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bestimmungen 72 Stunden an. Einen gesetzlichen festen Einzahlungsdeckel gibt es in der Schweiz nicht.

Die Spielsperre (Art. 80–82 BGS) erfasst überschuldete oder suchtkranke Personen und die Selbstsperre; sie wird in einem gemeinsamen Register ausgeschlossener Personen geführt. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl gehört in jeden Abschnitt über Spielerschutz, weil sie zeigt, wie weit der Anspruch und die Praxis auseinanderliegen. Online ist die Schranke technisch dicht: Ausweis auslesen, Adressdatenbank abgleichen, Sperrregister prüfen. An der Theke ist sie es nicht. Die Kontrolle endet dort, wo ein Mensch hinter dem Tresen schneller verkauft, als er fragt.

Auszahlung nur auf das eigene Konto

Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es bei bewilligten Schweizer Wetten nicht, und Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen; Swisslos nennt für das Aufladen des Spielkontos unter anderem PostFinance Pay, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.

Bei Swisslos lässt sich Spielguthaben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innerhalb von 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteinische Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Innerhalb von 365 Tagen sind zwei Auszahlungen auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteinisches Bank- oder Postkonto gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden. Die Überweisung erfolgt innerhalb von 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Diese Regel hat eine unangenehme Konsequenz, die kaum jemand erwähnt: Ein Gratisguthaben, das man nicht auszahlen kann, ist nur innerhalb des Spiels etwas wert. Gewinnt man daraus etwas, lässt sich der Gewinn auszahlen — das Guthaben selbst nicht.

Steuerfreibetrag und Verrechnungssteuer

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bund setzt den Betrag ab dem 1.1.2026 auf CHF 1’071’000 (in 2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich davon, deshalb gilt beim Kantonsanteil: je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man mit der Deklaration in der Steuererklärung zurückholt.

Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dieser Schwelle. Für ihn fallen keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer an. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht — wer eine behauptet, hat die Mechanik verwechselt. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen etwa im Thurgau als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer das für sich klären will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Ausländische Anbieter: keine Bewilligung, kein Schweizer Rechtsweg

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, die Gespa nennt das Domain-Hopping und führt dabei Interwetten und Bet-at-Home an; bet365 nennt sie als auf der Liste stehend. Auch eine blockierte Domain ist also kein Hindernis, das lange hält.

Eine ausländische Bewilligung — gleich aus welchem Land — hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar, kommerziell bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe (Art. 130 BGS). Der Spielende selbst wird nicht bestraft; Einsätze und Gewinne können aber in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS).

Damit ist das Fazit dieses Rechtsabschnitts klar: Zwei Veranstalter, ein eng begrenztes Angebot, dafür ein vollständiges Schutzsystem. Das ist kein Glücksfall für den Wettenden, sondern der Preis für einen Markt, den die Kantone bewusst klein halten. Kontrolliert wird das Angebot, nicht der Tipp.

Was der Gratis-Tipp kostet: Limiten, Sperren, Verantwortung

Der Tipp ist gratis, die Wette nicht. Zwischen dem Lesen einer Empfehlung und dem Abgeben eines Wettscheins liegt genau der Schritt, an dem Geld das Konto verlässt. Die Schweiz baut den Schutz an dieser Stelle beim Spielenden auf und nicht beim Staat: Limiten werden von der Person selbst gesetzt, nicht von der Behörde verordnet.

Wer eine Tipp-Quelle nutzt, sollte deshalb zwei Dinge im Kopf behalten. Erstens: Ein Gratis-Tipp ist keine Investition, sondern eine Ausgabe, sobald gesetzt wird. Zweitens: Die eigene Limite ist die einzige Bremse, die in dem Moment nichts kostet, in dem sie zieht.

Verlustlimiten und Einzahlungslimite bei Sporttip

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Diese Staffelung ist besser, als sie aussieht. Der 1-Tage-Wert fängt einen schlechten Abend ab, der 30-Tage-Wert eine schlechte Phase. Die 72 Stunden bei der Erhöhung sind die eigentliche Sperre gegen den Impuls nach einem verlorenen Sonntag. Wer die Limite am Montagmorgen hochsetzen will, muss bis Donnerstag warten. In dieser Zeit entscheidet mancher anders. Für Spielende unter 21 Jahren liegt die Oberlimite bei CHF 1’000 — der Gesetzgeber traut jungen Erwachsenen weniger zu, und die Regel folgt dieser Annahme ohne Umschweife.

Selbstsperre, Sperrregister und die Pause

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Wirkung reicht damit weiter als das eigene Wettkonto. Wer sich sperrt, nimmt sich ein Stück Entscheidungsfreiheit weg — und genau das ist der Zweck.

Für einen Leser, der gerade einen verlustreichen Lauf hinter sich hat, ist das die praktischste Information dieses Abschnitts. Die Sperre ist nicht die Kapitulation vor dem Spiel, sondern die Pause, in der man den nächsten Einsatz nicht mehr in der Hand hat.

Warum die Marge jeden Tipp bezahlt

Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem Einsatz einbehält. Sie steckt in der Quote und ist dort nicht sichtbar. Bei zwei möglichen Ausgängen mit je gleicher Quote lässt sie sich ausrechnen, und das Beispiel steht im Abschnitt «Die Marge des Veranstalters verstehen». Wichtig ist hier der Zusammenhang: Jeder Tipp, der zu einer Wette wird, trägt diese Marge mit. Der Tipp kann richtig sein und die Marge trotzdem bezahlt werden müssen.

Wie viel Einsatz ein Konto verträgt

Praktisch heisst das, den Einsatz nicht am möglichen Gewinn zu messen, sondern am Verlust, den man verkraftet. Wer CHF 10 setzt, weil der Gewinn CHF 19 betragen könnte, hat die Frage falsch gestellt. Die richtige lautet: Was passiert, wenn die CHF 10 weg sind? Bei einer Limite von CHF 9’999 im Monat ist diese Frage nicht beantwortet, denn die Limite ist eine Obergrenze, kein Rat.

Tipps, Vorhersagen und die Grenzen der Prognose

Wer «Sportwetten-Tipps vorhersagen gratis» eingibt, will meistens nichts Theoretisches. Er will wissen, was heute passiert. Die Frage, die dahinter steht, ist trotzdem eine andere: Kann eine Vorhersage überhaupt funktionieren? Die Antwort lautet, so wie die hier belegten Quellen es hergeben: Eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit ist möglich, eine über das Ergebnis nicht.

Das ist keine Vorsicht, sondern eine Beschreibung. Jedes Sportereignis hat einen Ausgang, der von dem abweichen kann, was die Daten nahelegen. Die Quote bildet diese Abweichung ab. Wer meint, ein Ergebnis sicher zu kennen, kennt den Sport nicht.

Warum ein Gratis-Tipp nichts garantiert

Ein kostenloser Tipp ist auch dann gratis, wenn niemand etwas dafür verlangt. Er ist gratis, weil der Aufmerksamkeit, die er erzeugt, ein Wert zugeschrieben wird. Dass jemand anderes für den Tipp bezahlt, sagt nichts über seine Qualität — es sagt nur, wer das Interesse hat.

Und eine gute Quelle garantiert trotzdem kein Ergebnis. Wer eine Wette abschliesst, übernimmt das Risiko selbst. Bei einem Gespräch über Tipps wird dieser Punkt selten ausgesprochen, weil er die Verheissung nimmt. Er bleibt trotzdem der einzige Punkt, der uneingeschränkt stimmt.

Value-Bet, Favorit und die Zahl dazwischen

Der Favorit ist die Mannschaft, die häufiger gewinnt. Der Value-Bet ist die Wette, deren Quote die Wahrscheinlichkeit überzeichnet. Beides fällt nicht zusammen. Auf den Favoriten zu setzen, weil er der Favorit ist, ist keine Wertentscheidung. Auf ihn zu setzen, weil die Quote seine Stärke zu billig bewertet, ist eine.

Der praktische Unterschied ist die eigene Schätzung. Wer sie hat, kann bewerten. Wer sie nicht hat, übernimmt eine fremde und hofft. Zwischen diesen beiden Wegen liegt der ganze Abstand zwischen einem System und einem Gefühl.

Wie aus Einsatz und Quote ein Gewinn wird

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei einem Einsatz von CHF 20 und einer Quote von 2.10 sind das CHF 42,00, ein Nettogewinn von CHF 22. Bei einer Kombination aus zwei Quoten von 1.90 und 1.85 liegt die Gesamtquote bei 3’515; aus CHF 20 werden rechnerisch CHF 70,30. Das ist die Rechnung selbst, nicht der Ausgang.

Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Dies ist die massgebliche Regel für jede Wette, unabhängig von der Höhe des Gewinns. Rundungsdifferenzen können insbesondere bei einer Serie von Wetten zu einem dauerhaften Verlust für den Spieler führen, da die abgerundeten Beträge nicht ausgeglichen werden.

Die Marge des Veranstalters verstehen

Die Marge ist die wichtigste Zahl dieses Textes. Sie erklärt, warum Sportwetten kein Einkommen sind. Und sie entscheidet darüber, ob ein Tipp überhaupt etwas wert sein kann.

Ein Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90

Ein Beispiel, das keine Wettempfehlung ist: Ein Markt mit zwei möglichen Ausgängen, beide mit Quote 1.90. Beide Quoten sind gleich, was selten vorkommt, aber die Rechnung sichtbar macht.

Die Rechnung läuft so: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten, also 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90). Der Kehrwert von 1.90 ist 0,5263. Die Summe beträgt 1,0526. Der Kehrwert davon ist 0,9500. Das ist der Quotenschlüssel, der Anteil, den ein Markt an die Wettenden zurückgibt. Er liegt bei 95,0 Prozent. Die Marge ist 100 Prozent minus dieser Wert, also 5,0 Prozent.

Der Anteil, den der Veranstalter einbehält, liegt also bei rund 5 Prozent. Man kann das Ergebnis nicht auf die dritte Stelle genau angeben, weil es davon abhängt, auf wie viele Stellen man die Kehrwerte rundet — praktisch liegt der Wert bei rund 5 Prozent. Bei zwei Weg-Märkten dieser Art zahlt der Markt rechnerisch CHF 95 von jeder CHF 100 aus und behält rund CHF 5. Das ist die Zahl, die im Hintergrund jeder einzelnen Wette steht.

Ein Tipp, der richtig liegt, überwindet diese Marge. Ein Tipp, der falsch liegt, zahlt sie. Kein Tipp, so einleuchtend er klingt, streicht sie weg.

Was die Marge über lange Reihen bedeutet

Die Marge wird erst in der Summe sichtbar. Bei rund 5 Prozent verliert man über eine lange Reihe von Wetten durchschnittlich rund 5 Rappen pro eingesetztem Franken. Aus CHF 100 Einsatz werden rechnerisch rund CHF 95 zurück, aus 100 Wetten mit je CHF 10 Einsatz summiert sich der Unterschied auf rund CHF 50.

Das ist eine statistische Schätzung. Sie beschreibt einen Durchschnitt über viele Wetten unter der Annahme, dass sich die Ergebnisse an der Marktmeinung orientieren. Sie beschreibt nicht eine einzelne Wette, nicht einen einzelnen Abend und nicht einen bestimmten Wettenden. Wer in zehn Wetten gewinnt, widerlegt sie nicht. Wer in zehn Wetten verliert, bestätigt sie nicht.

Die praktische Folge ist unbequem: Wer mit Wetten Geld verdienen will, arbeitet gegen diese Marge. Manche schaffen das über einen langen Zeitraum. Die meisten verlieren langfristig, und das ist kein Vorwurf, sondern die Rechnung.

Wo die Marge am teuersten ist

Am teuersten wird die Marge dort, wo viele Tipps zusammenkommen. Eine Kombiwette multipliziert die Quoten, und mit jeder Quote wird der Anteil des Veranstalters mitmultipliziert. Wer zehnmal die gleiche 5-Prozent-Marge trägt, trägt sie nicht zehnmal 5 Prozent, sondern einen immer grösseren Anteil des Einsatzes.

Bei Sporttip gibt es dafür ein Gegenmittel in den eigenen Bedingungen: den Kombiboost. Er gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Boost drückt auf die Nettogewinnseite, nicht auf die Marge selbst.

Die Ausfälle dazu sind ebenso wichtig: Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein Boost, der beim Ausstieg wegfällt, ist ein Anreiz zum Durchhalten — was dem Wettenden nicht immer nützt.

Die Auszahlungsquote ist die andere Seite derselben Zahl

Wer die Marge kennt, kennt auch die Auszahlungsquote: 95 Prozent zurück an die Wettenden, 5 Prozent für den Veranstalter. Das ist dieselbe Sache von zwei Seiten. Der Quotenschlüssel beschreibt, was ein Markt zurückgibt, die Marge, was er einbehält. Zusammen ergeben sie 100 Prozent.

Bei zwei Weg-Märkten mit je gleicher Quote liegt diese Rechnung offen. Bei ungleichen Quoten ist sie es nicht, und genau dort ist der Anteil am schwersten zu schätzen. Wer eine Value-Wette sucht, vergleicht deshalb nicht Marken, sondern Märkte: Wo der Quotenschlüssel höher liegt, bleibt mehr beim Wettenden.

Der Vergleich: Woran sich Tipp-Quellen und Hilfsmittel messen lassen

Der Vergleich folgt drei Kriterien, und keines davon ist eine Trefferquote: Nachvollziehbarkeit, Offenlegung der Methode und Kosten. Diese drei sind überprüfbar, eine Erfolgsbilanz ist es nicht. Die Reihenfolge ist nicht beliebig, sondern folgt der Frage, was ein Leser selbst prüfen kann.

Kriterium Was geprüft wird Was dafür spricht Wo es ansetzt
Nachvollziehbarkeit Führt die Quelle vom Datenpunkt zum Tipp? Form, Ausfälle, Statistik und Quote sind sichtbar Fehlt sie, bleibt eine Behauptung
Offenlegung der Methode Werden Daten und Rechenwege genannt? Der Leser kann nachrechnen Fehlt sie, ist die Qualität nicht bewertbar
Kosten Was verlangt der Zugang? Echter Gratiszugang ohne Registrierung Versteckte Kosten in Aufmerksamkeit oder Konto

Der Vergleich führt zu einem Ergebnis, das unbequem ist: Eine Quelle ohne spektakuläre Bilanz, die ihre Methode zeigt, ist wertvoller als eine mit einer glänzenden Serie und ohne Rechenweg. Die Serie lässt sich nicht nachprüfen, die Methode schon. Wer eine Quelle auswählt, sollte nach dem Weg suchen, nicht nach dem Ergebnis.

Ntes Nebeneinander liegen die beiden Schweizer Veranstalter und die ausländischen Plattformen, die ein Schweizer Leser trifft. Die erste Gruppe handelt im Rahmen des BGS, die zweite nicht. Wir beschreiben und bewerten beide, werben für keine.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter bzw. berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS Swisslos, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS Loterie Romande, Lausanne
Betscore keine Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz berichtet
Cloudbet keine Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz berichtet
BetAlright keine Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz berichtet
bet-at-home keine Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz berichtet
1Bet keine Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz berichtet
Bahigo keine Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz berichtet
Betclic keine Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz berichtet
PowBet keine Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz berichtet

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip.

Die zehn Anbieter in der Einordnung und Bewertung

Die Reihenfolge beginnt mit den beiden Schweizer Veranstaltern und führt danach zu den ausländischen Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Alle zehn werden nach denselben Kriterien bewertet. Der Unterschied zwischen den Gruppen liegt in der Bewilligung, nicht im Massstab.

Swisslos Sporttip: die einzige Option für Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein

Swisslos betreibt Sporttip auf Grundlage einer Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51) unter Aufsicht der Gespa. Das Angebot läuft online über Swisslos und in der Sporttip App für iOS und Android; in der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle spielen.

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote; er wird bei Sporttip zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Viele krumme Beträge verlieren hierdurch ein paar Rappen. Diese zweite Stufe der Rundung ist kein Detail, sondern ein dauerhafter Verlustfaktor bei einer hohen Anzahl von Wetten.

Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50 und gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Bei den Regeln zum Ablauf gibt es Feinheiten, die man vor dem Setzen kennen sollte. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer — etwa 90 Minuten beim Fussball — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innerhalb von 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Die Bewertung: Sporttip ist die legale Basis für alle im Vertragsgebiet. Das Korsett ist eng — CHF 1 bis CHF 1’000 pro Wette, detaillierte Regeln zur Spielzeit, ein verfallender Anspruch nach 26 Wochen. Wer das Produkt nutzt, sollte die Regeln lesen, bevor er den ersten Wettschein ausfüllt, nicht danach.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Adresse

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Bewilligungsgrundlage ist dieselbe wie bei Swisslos: eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS, Aufsicht durch die Gespa.

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Diese Grenzen sind grosszügiger als die Einsatzlimiten bei Sporttip, was an der Struktur des Produkts liegt. Der Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 pro Multiple ist für die allermeisten Wettenden nie erreichbar. Er ist trotzdem die zentrale Zahl, weil eine Kombi aus zehn Voraussagen mit einer Gesamtquote nahe 100’000 rechnerisch in die Nähe dieser Grenze führen kann.

Die Bewertung: Jouez Sport ist für die Westschweiz das Gegenstück zu Sporttip, mit einem Produkt, das über den Höchstgewinn statt über den Einsatz gedeckelt wird. Wer dort eine grosse Kombi plant, muss die 100’000er-Obergrenze der Gesamtquote kennen.

Betscore: ohne Schweizer Bewilligung

Betscore ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten; eine berichtete ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.

Die Bewertung: Der fehlende Schweizer Rechtsweg ist die entscheidende Grösse, nicht die berichtete Lizenz. Wer bei diesem Anbieter setzt, tauscht Schweizer Schutz gegen ein Produkt ausserhalb des Schweizer Rahmens ein.

Cloudbet: ohne Schweizer Bewilligung

Cloudbet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Da keine nationale Zulassung vorliegt, agiert der Anbieter ausserhalb des gesetzlichen Rahmens für Schweizer Wetten. Weder bietet er einen Rechtsweg innerhalb der Schweiz, noch ist er an das nationale Sperrregister angeschlossen, was den Zugang für Nutzer unbeständig macht.

Die Bewertung: Wer ein Konto bei Cloudbet führt, führt es ausserhalb des Schweizer Registers. Die Konsequenz ist eine Verschiebung des Risikos auf den Wettenden.

BetAlright: ohne Schweizer Bewilligung

BetAlright ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; eine berichtete ausländische Lizenz ist hier rechtlich bedeutungslos. Zudem fehlt eine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, und es existiert kein Schweizer Rechtsweg für Spieler.

Die Bewertung: Die Sperrliste ist kein Fernbleiben, sondern ein Zugang, der von Schweizer Telekom-Anbietern gekappt wird. Wer dort ein Konto hält, wird von einem Werkzeug erfasst, dessen Wirkung mit der Domain wechselt.

bet-at-home: ohne Schweizer Bewilligung

bet-at-home ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Da nur die beiden konzessionierten Veranstalter hierzulande Sportwetten offerieren dürfen, entfaltet eine ausländische Lizenz keine Wirkung. Der Anbieter unterliegt weder der schweizerischen Aufsicht noch bietet er einen Rechtsweg für Schweizer Nutzer. Domains des Anbieters sind regelmässig auf der Sperrliste der Gespa zu finden.

Die Bewertung: Die Gespa nennt bet-at-home im Zusammenhang mit Domain-Hopping. Ein Anbieter, der eine blockierte Domain innerhalb von Stunden durch eine neue ersetzt, ist für einen Wettenden schwer zu fassen — und für einen Kontoinhaber noch schwerer zu prüfen.

1Bet: ohne Schweizer Bewilligung

1Bet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz ist in der Schweiz nicht anerkennungsfähig. Schweizer Nutzer haben bei diesem Anbieter keinen Schutz durch das Geldspielgesetz und können sich im Konfliktfall an keine nationale Stelle wenden. Die Domain kann zudem von Schweizer Providern gesperrt werden.

Die Bewertung: Für einen Schweizer Leser ist der einzige belastbare Punkt die fehlende Bewilligung. Alles andere steht ausserhalb des Rahmens, gegen den die Schweiz ihre Wettenden schützt.

Bahigo: ohne Schweizer Bewilligung

Bahigo ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Schweizer Nutzer geniessen bei diesem Angebot keinen Schutz durch das Geldspielgesetz, da keine nationale Lizenz vorliegt. Es besteht zudem keine Anbindung an das Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg, weshalb die Webseite für Schweizer Nutzer mittels DNS-Blockade eingeschränkt sein kann.

Die Bewertung: Kein Schweizer Rechtsweg heisst im Streitfall: kein Adressat. Wer einen Auszahlungsstreit führt, führt ihn gegen eine Firma, die von der Schweiz aus nicht greifbar ist.

Betclic: ohne Schweizer Bewilligung

Betclic ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Aufgrund der fehlenden nationalen Lizenz ist das Angebot für Schweizer Spieler nicht reguliert. Es gibt keine Schweizer Rechtssicherheit oder Anbindung an das Sperrsystem der Gespa, und der Zugang kann jederzeit durch die Behörden unterbunden werden.

Die Bewertung: Die fehlende Anbindung an das Sperrregister schneidet beide Richtungen. Wer sich in der Schweiz sperren lässt, ist dort nicht gesperrt, und wer sich dort sperrt, ist in der Schweiz nicht gesperrt.

PowBet: ohne Schweizer Bewilligung

PowBet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Wie bei allen unlizenzierten Anbietern fehlt eine rechtliche Grundlage für den Betrieb in der Schweiz. Nutzer müssen bei eventuellen Problemen auf einen Schweizer Rechtsweg verzichten, und der Zugriff auf die Plattform kann durch die Behörden gesperrt werden.

Die Bewertung: Wer bei PowBet setzt, bewegt sich in einem Rahmen, den die Schweiz nicht kontrolliert. Der Unterschied zu Sporttip liegt nicht im Produkt, sondern im Schutz, der fehlt.

Häufige Fragen zu kostenlosen Sportwetten-Tipps

Wo finden sich kostenlose Sportwetten-Tipps, und wie verlässlich sind sie?

Kostenlose Tipps finden sich in Apps, auf Portalen und in sozialen Medien. Ihre Verlässlichkeit bleibt begrenzt: Ein Tipp ist eine Meinung, keine Vorhersage. Verlässlich ist eine Quelle nur, wenn sie ihre Methode offenlegt, ihre Datenquellen nennt und keine sichere Wette verspricht. Eine Erfolgsbilanz sagt nichts.

Warum gilt kein Tipp, auch kein kostenloser, als sicher?

Jedes Sportereignis kann anders ausgehen als erwartet. Die Quote bildet diese Unsicherheit ab, sie beseitigt sie nicht. Jede Quote trägt ausserdem die Marge des Veranstalters, die der Wettende über eine lange Reihe von Wetten mitbezahlt. Weder ein Tipp noch ein System kann einen Ausgang garantieren.

Woran lässt sich ein nachvollziehbarer Tipp von blossem Marketing unterscheiden?

Ein nachvollziehbarer Tipp zeigt seinen Weg: Form, Ausfälle, Statistik und Quote. Er nennt seine Datenquellen. Marketing nennt ein Ergebnis und einen Preis, ohne den Weg dorthin zu erklären. Wer die Methode nicht sieht, kann die Qualität nicht bewerten — das ist der entscheidende Unterschied.

Was ist ein Value-Bet, und wie unterscheidet er sich von einem Tipp auf den Favoriten?

Ein Value-Bet liegt vor, wenn die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit über der in der Quote steckenden liegt. Entscheidend ist das Verhältnis von Wahrscheinlichkeit und Preis, nicht die Stärke einer Mannschaft. Ein Favorit kann ein Value-Bet sein, muss es aber nicht, und ein Aussenseiter kann ebenfalls eines sein.

Dürfen Sportwetten in der Schweiz nur bei Swisslos und der Loterie Romande abgeschlossen werden?

Ja. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem BGS. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet möglich. Ausländische Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was bedeutet die Marge des Anbieters?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten; die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter einbehält. In einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90 liegt sie bei rund 5 Prozent. Die Rundung auf 5 Rappen erfolgt bei Sporttip als zweiter Schritt nach der Aufrundung auf zwei Nachkommastellen.

Inhalt erstellt vom Team «boxwetten.com»