Livewetten in der Schweiz – nur zwei Veranstalter, viele Fragen

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026 — geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa und die veröffentlichte Sperrliste blockierter Auslanddomains.

Ein Fussball liegt im Netz eines Tores, Flutlicht und kalte Abendluft liegen über dem leeren Platz
Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von.

Ein Tor fällt, und der Chat füllt sich mit Beträgen. Livewetten sind die Disziplin, in der die Quote nicht am Vorabend festgeschrieben wird, sondern sich mit jedem Angriff bewegt — und in der die Schweiz mit einer Besonderheit aufwartet, die kein Werbebanner erwähnt: Es gibt genau zwei Veranstalter, die Sportwetten hier überhaupt anbieten dürfen. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles andere, was Schweizer Wettende im Netz finden, arbeitet ohne hiesige Bewilligung.

Was daraus folgt, ist unangenehm konkret. Wer live wetten will, wählt nicht zwischen zehn Anbietern mit unterschiedlichen Boni, sondern zwischen einer Handvoll Spielarten desselben geschlossenen Systems. Und wer die Livewette für den nervenaufreibenderen, aber ehrlicheren Teil der Sache hält, irrt in einem Punkt: Ehrlicher ist sie nicht, nur schneller.

Was eine Livewette von einer Vorabwette unterscheidet

Der Unterschied ist nicht die Wette, sondern der Moment. Eine Vorabwette wird auf ein Ereignis abgegeben, das noch nicht begonnen hat. Eine Livewette — in der Umgangssprache auch In-Play-Wette — entsteht, während die Partie läuft, und die Quote, die auf dem Wettschein landet, ist die Quote im Augenblick der Bestätigung. Nicht die davor, nicht die danach. Zwischen dem Tippen und dem Absenden liegt eine halbe Sekunde, in der ein Tor fallen kann, und diese halbe Sekunde ist teuer.

Eine Stoppuhr und ein Smartphone mit dunklem Display liegen nebeneinander auf einem Holztisch, weiches Fensterlicht
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit.

Livewetten sind in der Schweiz kein Sonderfall des Wettens, sondern eine Spielart desselben Bewilligungsrahmens. Swisslos bietet sie online an, die Loterie Romande betreibt sie auf ihrer Internet-Spielplattform; in den Verkaufsstellen der Westschweiz gibt es ausschliesslich Prematch-Wetten. Wer sich also an einem Verkaufsschalter mit Wetterfassungsterminal anstellt, um während der zweiten Halbzeit nachzulegen, steht am falschen Ort.

Wie sich Quoten während einer Partie bewegen

Eine Quote ist keine Meinung über die Wahrheit. Sie ist ein Preis, und wie jeder Preis entsteht sie aus Angebot, Nachfrage und dem Ballast, den der Buchmacher einrechnet. Drei Dinge verschieben eine Livequote, und zwar gleichzeitig.

Ein Feldweg führt durch eine Alpwiese mit Holzzaun, im Hintergrund hängen Wolken über einem felsigen Gipfel
Jouez Sport ist an Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal zugänglich; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren.

Das erste ist der Spielstand. Ein 1:0 verändert die Wahrscheinlichkeit des Endergebnisses dramatisch, und die Quote auf den Aussenseiter fällt nicht, sie steigt — bisweilen ins Absurde, wenn die Partie in der 80. Minute noch steht. Das zweite ist die Restzeit. Je weniger Spielminuten übrig sind, desto enger wird der Raum, in dem das Ergebnis noch kippen kann, und je enger der Raum, desto kürzer die Quote auf das wahrscheinliche Resultat. Das dritte ist das Geld der anderen Wettenden. Läuft ein Markt gut, verschiebt der Buchmacher den Preis, um sein Risiko zu verteilen — nicht, weil er die Partie plötzlich anders sieht.

Daraus folgt für den Wettenden etwas Unbequemes: Die Quote, die man sieht, war schon immer die Quote, die der Buchmacher für richtig hielt, nachdem er die Wette der anderen bereits eingepreist hatte. Man wettet nie gegen das Spiel allein, sondern gegen die Summe aller Wetten auf dieses Spiel.

Der Weg vom ersten Login zur ersten Livewette

Wer in der Schweiz online mit Sporttip live wetten will, geht durch eine Registrierung, die nichts mit einem Klick-Konto gemein hat. Verlangt werden mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet. Eine bestehende Spielsperre schliesst eine Registrierung aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das dauert, und es ist beabsichtigt.

Danach setzt jeder Spielende Limiten — nicht der Staat, sondern der Spielende selbst. Das Gesetz verlangt vom Veranstalter, dass er Maximalwerte für Einsätze oder Verluste verlangt; welche Höhe, entscheidet der Wettende. Wer diese Reihenfolge kennt, ist im Vorteil: Erst Konto, dann Limite, dann Einsatz. Umgekehrt geht es nicht.

Kontolimiten, Einsätze und der Rahmen für Live-Wetten

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei Sporttip liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird schlicht nicht angenommen. Das ist keine Nebenbemerkung. Es bedeutet, dass eine Livewette, die man in der 88. Minute noch schnell verdoppeln will, an einer Grenze scheitern kann, die man nicht selbst gesetzt hat.

Neben dem Einsatz gibt es die Wallet-Ebene. Spielguthaben lassen sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, Mindestbetrag CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Wer live nachladen will, während die Partie läuft, merkt sich diese Zahlen besser vorher. Eine Aufladung, die eine Minute dauert, kommt für ein Tor in der 43. Minute zu spät.

Zur Auszahlung: Sporttip zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung landen automatisch im Wallet, Beträge darüber gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen aufs Konto.

Was Swisslos.ch und die App leisten

Die technische Seite ist der unaufgeregte Teil. Wetten lassen sich online über Swisslos.ch oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben, und eine in der App zusammengestellte Wette kann per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Wer will, baut also den Schein unterwegs auf dem Telefon und löst ihn später an einem Schalter ein. Für Livewetten ist der zweite Schritt naturgemäss wertlos — ein QR-Code hilft nicht, wenn das Spiel in zwanzig Minuten endet.

Chancen und Grenzen des schnellen Wettens

Livewetten und Paypal, Livewetten und App — die beiden Suchbegriffe, die hinter diesem Kapitel stehen, führen zu zwei Realitäten. Die App gibt es, sie ist sauber gebaut, sie zeigt Quoten, die sich beim Zusehen bewegen. Und das ist genau die Grenze: Was hilft, ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Zurückhaltung. Wer inside zwanzig Minuten drei Wetten platziert, hat nicht mehr Auskunft über die Partie als beim ersten Blick, sondern nur weniger Bedenkzeit.

Ich halte die Livewette für die teuerste Form des Wettens, die es in der Schweiz legal gibt — nicht weil die Quoten schlechter wären als vor dem Anpfiff, sondern weil die Frequenz die Verluste beschleunigt. Beim Prematch entscheidet man einmal. Live entscheidet man zwanzigmal, und jede dieser Entscheidungen kostet eine Kleinigkeit an Margin. Wer das weiss, kann es trotzdem tun. Wer es nicht weiss, zahlt es.

Was die Bewilligungspflicht konkret bedeutet

Sportwetten fallen in der Schweiz unter das Geldspielgesetz, und wer sie veranstalten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel. Zwei Organisatoren dürfen das: Swisslos, das seine Sportwetten unter dem Namen Sporttip führt, mit Sitz in Basel und gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Beaufsichtigt wird die Sache von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern — nicht von der ESBK, die ausschliesslich Casinos prüft.

Daraus ergeben sich zwei Landkarten. Swisslos und Sporttip bedienen das Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis zusätzlich den Wohnsitz im jeweiligen Gebiet.

Der Punkt, der in jeder Diskussion über Livewetten fehlt: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht lediglich eine Sperrliste jener Auslanddomains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Wer nach «live wetten verboten» sucht, findet also eine halbe Wahrheit. Verboten ist nicht die Livewette, verboten ist das Anbieten durch jemanden, der keine Bewilligung hat.

Der Nettoertrag geht an öffentliche Zwecke in den Kantonen.

Warum Limiten und Spielschutz den Spielenden selbst gehören

Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind bei Sporttip vor der ersten Teilnahme zu setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der Unterschied zwischen den beiden Richtungen ist kein Detail, sondern das ganze Sicherheitskonzept: Der impulsfreudige Moment schneidet nur nach unten, nie nach oben.

Der Zugang lässt sich bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Der Mechanismus greift also über die Website hinaus, auf der man ihn ausgelöst hat — ein Detail, das Leute überrascht, die annehmen, eine Sperre bei einem Anbieter lasse sich beim nächsten umgehen.

Werden mehrere Livewetten kurz nacheinander platziert, zeigen die Limiten eine Wirkung, die man sich vorher klarmachen sollte: Eine Drei-Tages-Limite unterscheidet nicht zwischen einer gut überlegten Wette am Samstag und fünf schnellen in der zweiten Halbzeit. Sie zählt, und der schnelle Weg isst den langsamen auf. Wer an einem Abend vier Livewetten platziert, hat an diesem Abend vier Chancen verbraucht, nicht eine.

Reicht das nicht, tritt Art. 80 BGS in Kraft: Überschuldete oder spielsuchtgefährdete Personen können ausgeschlossen werden, freiwillige Selbstsperren werden registriert, und aufgehoben wird eine solche Sperre nur nach drei Monaten und unter Beteiligung einer Fachstelle. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene und Minderjährige haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Dazu ein Befund, der die Verkaufsstellen betrifft und nicht die Website: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz am Schalter ist also nicht das Bollwerk, für das er gehalten wird. Am Bildschirm greifen Ausweisprüfung und Register zuverlässiger, aber wer 19 ist und an einer Wette im Laden vorbeiläuft, darf sich auf diesen Automatismus nicht verlassen.

Livewetten, Annahmeregeln und der vorzeitige Verkauf

Wie der Spielverlauf die Quoten verschiebt, wurde unter «Wie sich Quoten während einer Partie bewegen» beschrieben; hier geht es um die Regeln, die zwischen dem Klick und der Auszahlung stehen. Und um den Cash-Out, die Funktion, die in jedem Werbetext klingt wie ein Notausgang und in der Praxis ein Verkaufspreis ist.

Die reguläre Spielzeit und was dazugehört

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — beim Fussball rund 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für eine Livewette auf ein Pokalspiel heisst das: Man wettet im Zweifel auf die neunzig Minuten plus Nachspielzeit, nicht auf das, was danach passiert. Wer den Sieger des Abends treffen will, muss den Markt wählen, der das ausdrücklich sagt.

Livewetten und das Ende der Annahme

Die Regel, die den erfahrensten Livewetter erwischt, ist keine Quote, sondern eine Frist. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird — fehlender Stream ist kein Reklamationsgrund. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Man lese das noch einmal: 1.00 bedeutet den Einsatz zurück. Keinen Gewinn, keinen Verlust, nur die Rückgabe. Wer in der Sekunde des Elfmeterpfiffs auf «Tor» klickt und erst danach bestätigt, bekommt seinen Zehner wieder — nicht die Quote, auf die er gezielt hat. Das ist keine Härte des Anbieters, sondern die logische Folge daraus, dass zwischen Ereignis und Dateneingang eine Lücke liegt, die niemand in Echtzeit schliessen kann.

Cash-Out: was man bekommt und was nicht

Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Das Wort «Notausstieg» trifft es also schlecht. Wer eine 2.50er-Wette zum Cash-Out bringt, während das Ergebnis gerade läuft, verkauft eine Position mit Gewinnpotenzial an einen Käufer, der sich für sein Risiko bezahlen lässt. Der Preis dafür steht nirgends als Prozentzahl — er steckt in der Differenz zum möglichen Wettgewinn. Und weil es keine Teilauszahlung gibt, lässt sich nicht die halbe Position herausnehmen. Ganz oder gar nicht.

Wo der Ausgang schon feststeht

Die Annahmeregeln rund um spielentscheidende Situationen haben eine Kehrseite, die selten erwähnt wird: Sie schützen den Buchmacher vor dem Informationsvorsprung der Zuschauer. Wer eine Partie im Stadion verfolgt, sieht das Tor zwei Sekunden vor dem Wettenden am Fernseher und vielleicht vier vor dem am Telefon. Die 1.00-Regel existiert, weil diese Sekunden sonst zu einem System würden. Für den ehrlichen Wettenden bedeutet sie, dass er im entscheidenden Moment nie der Schnellste ist. Wer live wettet, weil er glaubt, im Stadion einen Vorteil zu haben, plant mit einem Vorteil, der gleich wieder weggenommen wird.

Wenn die Partie abgesagt wird

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt — oder im Rahmen eines Turniers —, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. 48 Stunden sind für einen einzelnen Spielausfall grosszügig und für eine Kombiwette über fünf Spiele brutal: Ein verlegtes Spiel drückt eine Voraussage auf 1.00, und die Gesamtquote bricht zusammen, obwohl die übrigen vier richtig waren.

Der Gewinnbetrag und die Rundung

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die zweite Rundung geht immer nach unten. Bei CHF 1’000 Einsatz auf eine Livewette, die man kurz vor Schluss noch platziert, ist das eine Differenz, die niemanden umbringt, aber die Richtung der Rundung ist die des Veranstalters, nicht des Wettenden.

Eine Rechnung zum Mitnehmen, weil sie zeigt, wie viel eine Livewette bei diesem Preisniveau einbringt: Wer CHF 10 auf eine Quote von 2.50 setzt, bekommt bei erfolgreichem Ausgang CHF 25 zurück, also CHF 15 Nettogewinn. Das ist das Maximum.

Die unrealistische Seite derselben Zahl ergibt sich erst aus einer Kette. Eine Kombiwette mit zwei Quoten von je 2.50 bringt 6.25 und damit CHF 62.50 aus dem Zehner. Ganz erheblich, klar. Aber die Wahrscheinlichkeit, beide Voraussagen zu treffen, ist mit dem Buchmacher geschätzt viermal kleiner als bei einem Ereignis — und selbst diese Schätzung trägt den Anteil des Buchmachers bereits in sich.

Boosts, Bedingungen und was davon übrig bleibt

Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online — Prematch, Live und Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

«100 % auf den Nettogewinn» klingt nach einer Verdopplung und verlangt fünfzehn richtig getippte Voraussagen, jede mit mindestens 1.50. Die Hürde ist nicht die Prozentzahl, sondern die Länge der Kette. Wer eine dieser fünfzehn Voraussagen abrechnet, verliert nicht fünfzehn Prozent, sondern alles, was an der Wette noch hing. Die günstige Lesart für den Bewilligungsinhaber: Die Hürde hält Gelegenheitswetter fern und wurde so austariert, dass die Bedingung nie ganz billig zu erfüllen ist.

Interessanter wird die Krux beim Cash-Out-Verfall: Wer eine geboostete Kombiwette vorzeitig auflöst, verliert die Erhöhung, und der Cash-Out-Betrag war ohnehin tiefer als der mögliche Gewinn. Zwei Abschläge auf einmal für eine Entscheidung zur Reduktion des Risikos — das ist die eigentliche Gebühr des Livewettens, und sie steht in keiner Promotion.

Noch eine Regel aus dem Baukasten, die in der Vorweihnachtszeit regelmässig auffällt: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Wann der Gewinn verfällt

Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. 26 Wochen sind lang genug für jede nicht völlig vergessene Wette und zu kurz für die, die man als Kleingewinn abgeschrieben hat. Und die 10-Tage-Frist beim eingeschriebenen Brief ist die Art von Bedingung, die man einmal lesen sollte, bevor man sie braucht.

Wie unangenehm Livewetten sein können

Die schnellste Form der Wette ist die unangenehmste, sobald der Kontostand in Bewegung ist. Zehn Wetten an einem Abend sind zehn Gelegenheiten, sich zu korrigieren — und zehn Gelegenheiten, einen Verlust mit einer weiteren Wette zuzudecken. Die Verlustlimite, die man vor Wochen gesetzt hat, wirkt genau dort. Sie kennt keine guten Gründe, sie zählt nur. Wer einen schlechten Abend mit Nachlegen retten will, stösst zuerst an sie und nicht an die Vernunft.

Spielarten des Livewettens und wer sie nutzt

Nicht jede Livewette ist dieselbe Livewette. Zwischen einem Tor-Festival in der ersten Liga und einem Tennismatch, das drei Stunden dauert, liegen Unterschiede, die den Charakter des Wettens verändern. Wer weiss, welche Spielart zu seinem Temperament passt, trifft seltener die falsche Entscheidung.

Fussball live wetten

Fussball ist der Markt, in dem die Livewette ihre stärkste Bewegung hat — und den Zuschauern den gefährlichsten Effekt. Zwischen 60 und 85 Minuten sind die Quoten am lebhaftesten, weil der Spielstand steht und die Restzeit drängt. Genau dort liegt die Falle: Bei jedem Angriff wechselt die Quote, und eben weil sie wechselt, sieht jeder Angriff aus wie eine Entscheidung. Ist er nicht. Wer eine Wette auf ein Ereignis abschliesst, das er ohnehin verfolgt, wettet meist auf sein Gefühl für einen Angriff, nicht auf die Einschätzung des Marktes.

Tennis live wetten

Tennis ist die ehrlichste Livevariante, weil die Zählstruktur offenliegt. Aufschlagspiel für Aufschlagspiel sind die Verschiebungen nachvollziehbar, und ein Break verändert ein Match stärker als ein Tor ein Spiel. Die Quoten reagieren entsprechend härter. Wer eine Wette abgibt, um besser zuzusehen, wird hier am besten bedient; wer sie abgibt, weil er den Markt überlistet zu haben glaubt, am schnellsten korrigiert. Die noch engere Variante ist Live on Serve: Die Wette gilt nur für die Phase, in der eine bestimmte Spielerin aufschlägt, und wird danach abgerechnet — die kürzeste Position, die ein Sport verlangt.

Die Annahmeregeln während der Partie

Zwei Regeln betreffen alle Livewetten und keine nur manche: die Übertragung berührt die Gültigkeit nicht, und der späte Klick zählt mit 1.00. Beide verlegen die Verantwortung auf den Wettenden. Man kann nicht reklamieren, dass man das Tor nicht gesehen hat, weil der Stream ruckelte. Und man kann nicht geltend machen, dass man den Elfmeter ja vorhersehen wollte, als man klickte.

Dazu kommt eine Regel, die nicht Livewetten betrifft und darum oft überleben wird: Nur Personen ab 18 Jahren dürfen teilnehmen. Und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Cash-Out und der Verkauf einer laufenden Position

Die drei Cash-Out-Regeln, die man vorher braucht: Nur online, nur vollständig, nicht garantierbar. Keine Teilauszahlung heisst, dass man die Position nicht stückeln kann. Nicht garantierbar heisst, dass die Schaltfläche, die gestern noch funktionierte, morgen fehlen kann. Und ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen — kein Rückkanal, keine Korrektur. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Sportarten und Märkte, die zulässig sind

Die Schweiz betreibt beim Wettprogramm keine Freiheit, sondern eine Positivliste. Nur Sportwetten sind erlaubt — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Was angeboten werden darf, steht auf der Liste der Gespa der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in der Version vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden erscheinen darauf nur, wenn sie ausdrücklich genannt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie genannt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, und Trainingsläufe nie. Die Liste enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine Esports-Sektion. Esports taucht dort schlicht nicht auf.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Anpfiff und während der Partie, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält; das Gesetz kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Was auf der Liste fehlt, fehlt auch live. Wer ein Livewettangebot prüft, prüft es also am besten gegen genau diese Liste und nicht gegen das, was in einem Werbebanner steht.

Wo die Angaben des Veranstalters nicht für das Ausland gelten

Die Limiten, die Registrierungsregeln und die Sperren, die in den vorigen Kapiteln beschrieben wurden, gelten für die beiden bewilligten Schweizer Veranstalter. Sie gelten nicht für einen ausländischen Anbieter, der ohne Schweizer Bewilligung arbeitet. Dort operieren die Bedingungen des Unternehmens und sonst nichts. Wer in einem Werbetext liest, dass ein Anbieter «Limiten im Spielerschutz» anbietet, sollte also prüfen, ob es sich um eine gesetzliche Pflicht im Schweizer Sinne handelt oder um eine hausgemachte Angabe ohne Überprüfung.

Was der Wechsel ins Ausland kostet

Der Vergleich funktioniert nur, wenn man beide Seiten ehrlich aufrechnet. Deshalb zuerst die eine Rechnung, dann die andere. Und beide enden in einer Zahl, die dem Wettenden etwas wegnimmt.

Bei einem Schweizer Veranstalter zahlt man mit einem geschlossenen System. Die bewilligten Sportarten und Wettarten stehen auf der Gespa-Liste; Eckball- und Kartenmärkte und Esports sucht man dort vergeblich, und Trainingläufe sind ausgeschlossen. Wer ein Konto will, muss im Vertragsgebiet wohnen und den Ausweis hochladen. Ein einziges Konto, eine Registrierung, ein Nachweis — das ist der Preis für den Zugang zu einem Anbieter, bei dem eine Selbstsperre im Register steht, eine Aufsichtsbehörde in Bern hinschaut und Limiten gesetzlich vorgeschrieben sind.

Bei einem ausländischen Anbieter spart man sich jeden dieser Nachweise und bekommt dafür einen konkreten Nachteil, der sich nicht wegdiskutieren lässt: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder woher auch immer — hat in der Schweiz keine Geltung. Und die Gespa führt eine Sperrliste, deren Domains von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden; blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt, und dieses Domain-Hopping ersetzt genau jene Websites, die man sich zuletzt gemerkt hat.

Das gewichtigste Argument liegt jedoch nicht bei den Regeln, sondern im Steuerrecht. Gewinne aus einem ausländischen Anbieter unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Anders gesagt: Wer bei einem bewilligten Schweizer Veranstalter unterhalb des Steuerfreibetrags gewinnt, zahlt in der Regel keine Einkommenssteuer. Wer bei einem ausländischen Anbieter dieselbe Summe gewinnt, kann sie voll versteuern müssen. Eine Livewette ist keine Nettorechnung, solange diese Zeile fehlt. Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen — das ist keine Floskel, sondern der einzige Rat, der in jedem Kanton gilt.

Die Schweizer Anbieter und was sie trennt

Die zwei bewilligten Veranstalter stehen im Zentrum jeder Vergleichstabelle. Zum Einsatzprogramm kommen hier zwei Dinge, die man in keiner Werbung liest: Die Schweiz hat keine gesetzlich festgelegte Obergrenze für Einzahlungen — Limiten sind Sache des Spielenden. Und die Regeln für die Live-Annahme sind Betriebsregeln des Veranstalters, nicht Gesetzesvorschriften. Das ist der eigentliche Grund, warum die Entscheidung hier schwerer fällt als bei einem Zehnerfeld von Anbietern: Es gibt nur zwei Wahlmöglichkeiten, und die eine ist eine Westschweizer Sache mit Prematch-Charakter an der Verkaufsstelle, die andere ein landesweites Onlineangebot.

Top 10 im Vergleich: Bewilligung und was daraus folgt

Die folgende Übersicht ordnet die Anbieter danach, was ihre Bewilligungssituation für Spielende in der Schweiz bedeutet. Dass die Zahl der Namen in der einen Spalte jener der anderen nicht entspricht, hat einen einfachen Grund: Die Veranstalterbewilligung für Sportwetten ist im Gesetz auf zwei Organisatoren beschränkt, und die übrigen Einträge sind ausländische Unternehmen, auf die Wettende hierzulande stossen.

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter oder gemeldete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Swisslos-Vertragsgebiet, Aufsicht Gespa Swisslos, Sitz Basel, gestützt auf die IKV 2020
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel, sechs Westschweizer Kantone, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Sitz Lausanne
Sportuna keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz
PowBet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz
1Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz
BillyBets keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz
GG.BET keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz
Betclic keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz
Gamdom keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ohne Geltung in der Schweiz

Was diese Übersicht nicht kann: die Livequalität eines Angebots abbilden. Die Quote, die in der 85. Minute noch reagiert, ist das Ergebnis eines Datenfeeds und einer Risikologik, und beides steht in keiner Bewilligung. Sie zeigt nur, was die Entscheidung davor regelt — wer überhaupt darf und wer nicht.

Die Anbieter im Einzelnen

Zehn Einträge, zwei Gruppen, ein Massstab. Bei jedem Anbieter sei dasselbe gefragt: Was folgt aus seiner Bewilligungslage für einen Wettenden in der Schweiz, und wann wird das spürbar?

Swisslos Sporttip: das landesweite Onlineangebot mit dem breitesten Regelwerk

Swisslos ist eine von zwei Organisatorinnen, welche die interkantonale Regelung für Sportwetten überhaupt zulässt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, und die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung samt Spielbewilligung für ein Grossspiel, beaufsichtigt von der Gespa.

Der Zugang ist räumlich definiert. Das Swisslos-Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer nicht dort wohnt, kommt online nicht durch — nicht aus Härte, sondern weil die Bewilligung nur für dieses Gebiet gilt.

Für Live-Wetten heisst das: Das Segel ist gross, und die Annahmeregeln hängen daran. Die Livewette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, Verlängerung und Penaltyschiessen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Mindesteinsatz von CHF 1 und ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette sowie CHF 10’000 pro Systemwette runden das Bild ab; über der Limite wird nicht angenommen, und Swisslos kann sie jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern.

Zum Aufladen nennt Swisslos PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Spielguthaben lassen sich daneben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, Mindestbetrag CHF 20, in 30 Tagen höchstens CHF 10’000, und nur solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.

Beim Cash-Out gilt: Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur vollständig. Der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab, ist jederzeit änderbar, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Das ist die Meldung, die man nicht überliest: Wer unter 21 ist, sieht seine eigene Verlustlimite bei CHF 1’000 statt CHF 9’999, und wer die Limite erhöhen will, wartet 72 Stunden. Eine junge Person, die an einem Wochenende 600 Franken verzockt hat, kann das Limit am Samstag nicht anheben, um am Sonntag zurückzuholen. Die Frist ist das eigentliche Produkt.

Loterie Romande Jouez Sport: Bewilligung für die Westschweiz, Live nur online

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Auch hier handelt es sich um eine Veranstalterbewilligung samt Spielbewilligung für ein Grossspiel unter Aufsicht der Gespa.

Jouez Sport ist an Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal zugänglich; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren. In den Verkaufsstellen gibt es ausschliesslich Prematch-Wetten. Livewetten bietet die Internet-Spielplattform der Loterie Romande. Wer in Genf oder Lausanne also schnell nebenbei live setzen will, geht den ganzen Weg über die Online-Plattform — der Schalter fällt als Vertriebskanal weg, und damit auch die Vorstellung, schnell ins nächste Kiosk zu laufen.

Für eine Livewette ist das entscheidend. Die Westschweizer Variante mag im Schaltergeschäft stärker aufgestellt sein, mit 2’350 Annahmestellen und einem gewachsenen Netz. Genau dieses Netz hilft beim Livewetten nicht. Es hilft beim Prematch, bei Systemwetten und bei Wetten, die man ohnehin Tage vorher abgibt.

Sportuna: keine Schweizer Bewilligung, Bewilligung ohne hiesige Geltung

Sportuna gehört zur zweiten Gruppe: ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, die hier dennoch aufgerufen werden können. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung. Ohne Schweizer Bewilligung besteht keine Anbindung an das Sperrregister, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg.

Was auf einen Blick wie ein grosses Wettangebot aussieht, ist vor allem eines: ein Anbieter ausserhalb des Schweizer Rahmens. Der Preis dafür steht nicht im Bonusbanner, sondern in der Steuererklärung und im Sperrregister, das für ihn nicht existiert. Sportuna ist damit eine Option für Wettende, die genau diese Nachteile in Kauf nehmen wollen — nicht mehr und nicht weniger.

PowBet: keine Schweizer Bewilligung, DNS-Sperre möglich

PowBet steht in derselben Gruppe. Auch hier gilt: keine Schweizer Bewilligung, eine gemeldete Lizenz, die in der Schweiz keine Geltung hat, keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Die Gespa kann solche Domains auf die Sperrliste setzen, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren.

Das ist keine abstrakte Drohung. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt, und wer sich auf eine Adresse verlässt, findet sie unter Umständen eines Tages nicht mehr. Für den Livewetter ist der Effekt besonders unangenehm: Er merkt es dann, wenn er während einer Partie auf sein Konto zugreifen will und der Zugang steht.

1Bet: keine Schweizer Bewilligung und kein hiesiger Rechtsschutz

1Bet ist ein ausländischer Anbieter, der in der Schweiz ohne Bewilligung arbeitet. Es lohnt sich, der Cash-Out-Funktion hier besondere Aufmerksamkeit zu schenken: Eine vorzeitige Abrechnung, die nur auf den Bedingungen des Anbieters steht, kann er jederzeit ändern, und niemand in der Schweiz prüft diese Änderung nach.

Die Schweizer Aufsicht und die Schweizer Schutzmechanismen — Registrierung, Limitenzwang, Sperrregister — hängen an einer Bewilligung, die 1Bet nicht hat. Wer dort ein Konto führt, ist im Wesentlichen auf das angewiesen, was das Unternehmen freiwillig tut.

BillyBets: keine Schweizer Bewilligung, eigenes Regelwerk

Bei BillyBets operieren die Hausregeln des Anbieters und sonst nichts. Die Limiten und Sperren, die für Swisslos und die Loterie Romande gesetzlich vorgeschrieben sind, gelten hier nicht — es gibt keine Pflicht zu Verlustlimiten und keine Eintragung in ein Sperrregister.

Das ist keine Kleinigkeit, sondern die zentrale Frage jedes Schutzkonzepts. Wer dort live wettet, kann das Spielzeug gegen sich selbst verlieren, das ein bewilligter Anbieter aufstellen muss.

GG.BET: keine Schweizer Bewilligung, Sperrliste als Risiko

GG.BET arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Bei Sportwetten aus dem Ausland haben Schweizer Spielende keine Garantie, dass sich die angezeigten Quoten, Bedingungen oder Limits an irgendeiner hiesigen Norm ausrichten. Der Preis der Livewette ist hier allein der Preis, den der Anbieter vorgibt.

Wer bei einem solchen Anbieter ein Konto führt, muss selbst nachhalten, was gerade mit dem Domain passiert: Die Gespa führt eine Sperrliste, und die Namen darauf verschwinden nicht, weil sie es verdient hätten, sondern weil sie ohne Bewilligung arbeiten.

Betclic: keine Schweizer Bewilligung trotz bekannter Marke

Ein bekannter Name ist keine Bewilligung. Betclic wird in der Schweiz als Anbieter ohne Bewilligung geführt. Die Regeln, die Schweizer Wettende aus einem bewilligten Sportwetten-Angebot kennen — Kontrolle der Identität, Limitenpflicht, ein zentrales Sperrregister — hängen an der Bewilligung und nicht an der Bekanntheit einer Marke.

Wer einen ausländischen Anbieter prüft, prüft also nicht den Namen, sondern die Frage, ob er in der Schweiz zugelassen ist. Bei Betclic lautet die Antwort nein.

Gamdom: keine Schweizer Bewilligung, keine hiesige Aufsicht

Gamdom gehört zu den ausländischen Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Damit fehlt die Anbindung an die hiesige Aufsicht und an den Schweizer Rechtsschutz. Für einen Spielenden heisst das: Bei Streitigkeiten über Einsätze, Auszahlungen oder die Abrechnung einer Wette steht keine Schweizer Instanz bereit.

Ein Spielerkonto lässt sich überall eröffnen. Die Frage ist, wer zuständig ist, wenn etwas schiefgeht. Bei Gamdom ist die Antwort: niemand in der Schweiz.

Bruce Bet: keine Schweizer Bewilligung und der volle Import des Regelwerks

Bruce Bet ist der zehnte Eintrag und der letzte ausländische Anbieter der Liste. Auch hier ist die Bewilligungslücke keine Formalie, sondern der Kern der Sache: Wer ohne Schweizer Bewilligung wettet, verzichtet auf die Schweizer Zahlungsgarantie, auf die Einzahlungssicherheit über ein auf den eigenen Namen lautendes Konto und auf die steuerliche Behandlung, die für Gewinne aus einem bewilligten Grossspiel gilt.

Was bleibt, ist ein Wettangebot, das in einer Rechtsordnung ausserhalb der Schweiz zu Hause ist. Das ist nicht verboten, solange die Person selbst spielt — organisiert werden darf es hier nicht. Es ist nur eine Entscheidung mit Kosten, und die stehen nicht auf der Startseite.

Wer wegen Livewetten zu einem Anbieter ohne Bewilligung geht

Die Gruppe der zehn ist tatsächlich gespalten, und zwar entlang einer Frage, die nichts mit Bonus oder Quote zu tun hat. Wer in der Schweiz Livewetten ohne Ausweisprüfung, ohne Limitenzwang und ohne Risiko einer Sperrlistensuche will, landet bei einem der acht ausländischen Namen — und nimmt in Kauf, dass die Schweizer Schutzmechanismen für ihn nicht existieren. Wer den Schutz will, bekommt ihn nur bei Swisslos oder der Loterie Romande, und zwar mit allem, was dazugehört: Wohnsitznachweis, eine Verlustlimite, die man selbst setzen muss, und ein Programm, das nur enthält, was auf der Liste steht.

Dass beides seine Berechtigung hat, macht die Wahl nicht einfacher. Es macht sie nur zu einer, die man bewusst treffen sollte, statt sie zu übersehen.

Was unter dem Strich über die Livewette steht

Zwei Veranstalter, ein geschlossenes Programm, klare Regeln. Das ist die Schweiz, wenn es um Sportwetten geht, und es ist gleichzeitig die beste Nachricht, die dieser Text enthält: Der Rahmen ist eng genug, dass man ihn verstehen kann. Die Sperrliste, die Limiten, die Pflicht zur Identitätsprüfung — sie machen den Markt kleiner, nicht die Verluste unmöglich.

Die Rechnung, die am Ende dieses Textes steht, ist unspektakulär und trotzdem die einzige, die jeder Wettende für sich anstellen sollte: Eine Wette mit Quote 2.50 bringt aus CHF 10 den doppelten Einsatz zurück. Die Differenz zwischen dem möglichen und dem tatsächlichen Ertrag verschwindet nicht durch die Spielart, sondern sitzt in jedem Preis. Bei Livewetten ist dieser Anteil nicht grösser als bei einer Vorabwette; er wird nur häufiger fällig, weil man häufiger abschliesst. Das ist kein Argument gegen die Livewette. Es ist die Erklärung dafür, warum die Livewette für viele das teuerste Vergnügen im Angebot ist.

Wer mit einem Plan kommt — vorher gesetzte Limite, wenige Wetten, Abrechnung am Monatsende statt am Ende der Partie —, kann live wetten, und die Schweiz lässt ihm oder ihr das ausdrücklich. Wer mit keiner Limite kommt, sollte zuerst bei einem bewilligten Anbieter eine setzen.

Häufig gestellte Fragen zu Livewetten in der Schweiz

Wie funktioniert eine Livewette, und wie verändert sich die Quote während des Spiels?

Eine Livewette wird während der Partie abgegeben, und die Quote im Moment der Bestätigung gilt. Sie verschiebt sich mit Spielstand, Restzeit und dem Geld, das andere Wettende bereits gesetzt haben. Der Buchmacher preist seine Marge in jeden Zwischenstand ein.

Sind Livewetten in der Schweiz erlaubt?

Ja, soweit Sportart, Wettbewerb und Wettart auf der behördlichen Liste stehen und der Veranstalter eine Bewilligung hält. Anbieten dürfen Livewetten nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung handeln rechtlich ausserhalb dieses Rahmens.

Was passiert mit einer Wette, die erst nach dem Eintreffen des Ausgangs abgegeben wird?

Bei Sporttip zählt sie mit Quote 1.00 — der Einsatz wird zurückgegeben, ein Gewinn entsteht nicht. Dasselbe kann in spielentscheidenden Situationen gelten, etwa bei Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid. Die Regel schliesst den Vorteil jener aus, die das Ereignis früher sehen.

Gibt es Jouez Sport Livewetten auch an der Verkaufsstelle?

Nein. In den Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal gibt es nur Prematch-Wetten. Livewetten laufen über die Internet-Spielplattform der Loterie Romande. Wer in der Westschweiz live setzen will, geht also zwingend online und nicht an den Schalter.

Gehören Verlängerung und Penaltyschiessen zur regulären Spielzeit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Wer den Turniersieger treffen will, muss den passenden Markt wählen.

Inhalt erstellt vom Team «boxwetten.com»