Ski wetten in der Schweiz: zwei zugelassene Veranstalter, ein Winter voller Rennen
29. Oktober 2026 — Bewilligungsstand geprüft gegen die Angaben der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) und gegen die veröffentlichten Teilnahmebedingungen der beiden Veranstalter.

Ein Schweizer, der im Januar eine Wette auf den Slalom von Adelboden platzieren will, hat weniger Wege zur Auswahl als ein deutscher oder österreichischer Spieler. Das ist keine Einschränkung, die aus Bequemlichkeit entstanden ist, sondern eine, die das Geldspielgesetz so will. Wer die Wahl hat, zwischen einem lizenzierten Angebot mit Verlustlimiten, Sperrregister und Schweizer Rechtsschutz und einer ausländischen Plattform mit glänzenderen Quoten und ohne jede dieser Rückversicherungen, trifft in Wahrheit eine Entscheidung über das Risiko, nicht über die Quote.
Der Spielplan eines Alpin-Winters liefert genug Material für Wetten. Er liefert auch genug Material für Enttäuschungen, und darum geht es auf dieser Seite: welche Rennen überhaupt auf der Liste der zugelassenen Wettbewerbe stehen, wie eine Quote auf einen Rennsieger aus Wahrscheinlichkeit und Marge entsteht, was eine abgesagte Abfahrt mit dem Wettgeld macht und wem welche der beiden Spielarten — Schweizer Veranstalter oder Ausland — besser passt.
Der Winter als Wettkalender: Weltcup, Weltmeisterschaft und die Disziplinen daneben
Der alpine Rennkalender ist ein Baukasten, den sich der Bettende selbst zusammenstellen kann und der ihm gleichzeitig Grenzen setzt. Vom ersten Weltcup-Wochenende im Herbst bis zum Finale im Frühling zieht sich eine Serie von Rennen, die je nach Disziplin ganz unterschiedliche Märkte tragen. Techniker, die Slalom und Riesenslalom fahren, liefern kurze, harte Rennen mit zwei Durchgängen und einer kleinen Zahl von Favoriten. Die Speed-Fraktion in Abfahrt und Super-G liefert Einzelereignisse, in denen eine Sekunde Wochenlohn bedeutet, und ein Sturz eines Favoriten die Quote eines Aussenseiters über Nacht zur Gewissheit macht. Wer zum ersten Mal auf ein Skirennen wettet, unterschätzt meist genau das: nicht die Form, sondern die Ausfallwahrscheinlichkeit.

Was der Kalender an Rennen hergibt
Der Weltcup zieht durch die Schweiz, durch die Nachbarländer und durch Übersee. Ein Rennen an einem Schweizer Hang zieht mehr Aufmerksamkeit auf das Angebot als ein Nachtslalom irgendwo im Ausland, aber die Aufmerksamkeit ändert am Preis nichts. Was zählt, ist die Zahl der Starter, die Qualität des Feldes und die Frage, ob das Rennen überhaupt gewertet wird. Der Gesamtweltcup läuft als zweite Ebene neben den Einzelrennen: eine Saisonwertung, die sich über Wochen aufbaut und deshalb ein anderes Zeitgefühl verlangt als ein Sonntagnachmittag.
Die Weltmeisterschaft setzt einen anderen Akzent. Sie bündelt alle Disziplinen an einem Ort und in wenigen Wochen. Ein einziges Wetterereignis kann dort mehrere Entscheidungen verschieben oder ausfallen lassen, weil der Ersatzplan nur begrenzte Fenster kennt. Für den Wettenden heisst das, dass Wochen im Voraus platzierte Wetten einem Zeitplan gelten, der sich ändern kann, und dass die Beachtung der Regeln zu Umständen ausserhalb der Kontrolle des Fahrers wichtiger wird als jede Formanalyse.
Disziplinen, Form und der Reiz des Favoriten
Drei Disziplinfamilien tragen fast das ganze Angebot. Slalom und Riesenslalom belohnen Präzision. Abfahrt und Super-G belohnen Risiko. Dazu kommen Team- und Kombinationsformate, die sich nur schwer mit derselben Logik lesen lassen wie ein Einzelrennen, weil der Ausgang von mehreren Fahrten und Fahrern abhängt.
Wer aus dem Fernsehen auf die Quotenliste schaut, findet dort die Form der letzten Wochen eingepreist. Wind, Neuschnee und die Startnummer sind es nicht — jedenfalls nicht so, wie ein Kommentator sie am Vorabend deutet. Die Quote, die der Veranstalter stellt, ist eine Wette auf ein Feld, nicht auf einen Lauf. Genau hier trennt sich die ehrliche Vorbereitung von der Hoffnung: die Frage ist nicht, wer der beste Fahrer im Feld ist, sondern wer unter den Bedingungen dieses Hangs und dieser Startnummer die beste Wette zum gestellten Preis ist.
Bei einem Duell zweier Läufer innerhalb eines Rennens kauft der Wettende einen Vergleich, keine Rangliste. Wer regelmässig auf Skirennen schaut, hat in solchen Duelle-Wetten ein Instrument, das ihn aus der Favoritenfalle befreit: nicht der schnellste Läufer muss gewinnen, nur der schnellere der beiden. Diese Verschiebung verändert den Charakter der Wette mehr als jede Quotendiskussion, und sie erklärt, warum erfahrene Skiwetter selten nur auf den Rennsieger setzen.
Wo die Grenzen des Angebots liegen
Nicht jedes Rennen, das im Fernsehen läuft, ist auch ein Wettereignis. Der erlaubte Umfang ist eine geschlossene Liste, und was nicht auf ihr steht, lässt sich bei keinem Schweizer Veranstalter spielen. Auf den konkreten Umgang mit dieser Liste geht der Abschnitt zur Bewilligung, Gespa-Liste und den Grenzen des Schweizer Markts ein. Hier genügt die praktische Folge: der Kalender des Fernsehens und der Kalender des Wettprogramms sind nicht identisch.
Zehn Plattformen im Vergleich: zwei mit Schweizer Bewilligung, acht ohne
Die Rangliste fällt kurz aus, und das ist die eigentliche Botschaft. Wer zwei zugelassene Veranstalter hat und acht ausländische Plattformen, die Schweizer Spieler ansprechen, ohne je eine Schweizer Bewilligung zu besitzen, muss den Vergleich in zwei Gruppen führen — und diese Gruppen dürfen nicht vermischt werden. Die eine Gruppe trägt Schweizer Recht, Schweizer Aufsicht und Schweizer Spielerschutz. Die andere trägt nichts davon, gleich wie gepflegt ihre Oberfläche aussieht.
| Anbieter | Bewilligung nach BGS | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (Grossspiel) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (Grossspiel) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) |
| Donbet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht feststellbar, ohne Kraft in der Schweiz |
| IviBet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht feststellbar, ohne Kraft in der Schweiz |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht feststellbar, ohne Kraft in der Schweiz |
| Betovo | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht feststellbar, ohne Kraft in der Schweiz |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht feststellbar, ohne Kraft in der Schweiz |
| BetPanda | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht feststellbar, ohne Kraft in der Schweiz |
| Rollbit | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht feststellbar, ohne Kraft in der Schweiz |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht feststellbar, ohne Kraft in der Schweiz |
Die Rangfolge innerhalb der zweiten Gruppe ist eine Rangfolge unter Gleichen in einem Punkt, der mehr wiegt als alle Unterschiede darunter: keine der acht besitzt eine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz. Was sie unterscheidet, sind Oberfläche, Zahlungswege, Sprache und die Bereitschaft, sich an Schweizer Bedürfnisse anzupassen. Was sie verbindet, ist die Abwesenheit jeder Schweizer Rückversicherung — kein Sperrregister, kein Rechtsschutz, kein organisierter Spielerschutz.
Wer den Vergleich als Einkaufsliste liest, hat ihn missverstanden. Er ist eine Landkarte: zwei Wege, die nach Schweizer Recht gebahnt sind, und acht, die es nicht sind.
Grundlagen: was Wetten auf alpinen Skisport hier bedeuten
Zwei Veranstalter, ein Kantonsgebiet, das jeder von ihnen bedient. Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Vor der ersten Teilnahme steht die Registrierung, und die verlangt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; eine bestehende Spielsperre schliesst aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Angaben aus dem hochgeladenen Ausweis werden ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist bürokratisch, und es ist der Preis dafür, dass ein Konto später nicht in einem Rechtsstreit über die eigene Identität endet.

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Westschweizer haben mit diesem Angebot nichts zu tun: die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse des Veranstalters liegt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, und die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Diese Aufteilung ist keine Wettbewerbsverzerrung, sondern die Konstruktion selbst. Ein Genfer kann nicht zu Sporttip wechseln, weil ihm dort die weissrussische Grenze des Vertragsgebiets im Weg steht — nicht die Sprachgrenze, sondern die des Vertragsgebiets. Wer in Freiburg wohnt und in Bern arbeitet, muss sich entscheiden, welchem Kanton er steuerlich und spielrechtlich zugeordnet ist. Für den Alltag heisst das: das Angebot ist lokal, nicht national, und die Frage nach dem «besten Schweizer Anbieter» stellt sich anders, je nachdem, wo der Spielende zu Hause ist.
Zwei Wege ins Spiel, ein gemeinsames Konto
Beide Veranstalter führen ein Spielerkonto, auf das Geld eingezahlt, aus dem gesetzt und auf das Gewinne zurückgebucht werden. Bei Swisslos lässt sich Spielguthaben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos bietet Swisslos unter anderem PostFinance Pay an, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.
Auszahlungen laufen bei Swisslos innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, und die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto des Teilnehmers überwiesen.
Wer klein anfängt, merkt von der Dreiprozentkommission nichts. Wer gewinnt und auszahlt, merkt sie beim dritten Mal. Die Struktur ist auf Gelegenheitsspieler zugeschnitten und nicht auf jemanden, der sein Konto als Bankkonto begreift.
Die kleinste und die grösste Wette
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Obergrenze von CHF 1’000 ist für einen Gelegenheitswetter reichlich und für einen, der eine Überzeugung in Beträge über dieser Grenze giessen will, eine Wand. Sie zu umgehen, indem man die Wette auf mehrere Wettscheine verteilt, ist möglich, ändert aber nichts daran: der Veranstalter entscheidet, wie viel Volumen er je Wette tragen will.
Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Das ist die strengste Form von Insiderregel, die eine Sportwettenordnung kennt, und sie ist der Grund, warum es für Athleten keinen zweiten Weg gibt: ein Fahrer, der über das Feld Bescheid weiss, darf das Wissen in keinem Schweizer Wettprogramm verwerten.
Die Loterie Romande betreibt mit Jouez Sport dasselbe Geschäftsmodell entlang derselben Regeln; wo sie Konditionen abweichend regelt, tut sie das in ihren eigenen Teilnahmebedingungen, die vor der ersten Wette zu lesen sind. Der Grundsatz bleibt auf beiden Seiten derselbe: ein Konto, eine Identität, ein Konto in eigenem Namen.
Bewilligung, Gespa-Liste und die Grenzen des Schweizer Markts
Die Rechtslage beginnt mit einem Satz, der alles Weitere bestimmt. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Der Kanton hat die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Wer eine dritte Bewilligung sucht, sucht eine, die es nicht gibt.
Rechtlich ist die Online-Sportwette ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und wird von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur die Casinos überwacht. Wer mit einer Beschwerde über einen Sportwettenanbieter zur falschen Aufsichtsbehörde geht, verliert Wochen. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel und gilt nur in der Schweiz. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus, in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Der Reingewinn geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Wie viel dabei zusammenkommt, zeigt die Grössenordnung des Schweizer Lotterie- und Sportwettenmarkts. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, unter anderem für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Die Sportwette ist also der kleinere Teil des Geschäfts und der einzige Teil, um den es hier geht.
Die geschlossene Liste der erlaubten Wettbewerbe
Erlaubt sind nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen — die Grenze verläuft zwischen sportlichem Ausgang und allem anderen. Das konkrete Angebot ist eine geschlossene Liste der von der Gespa bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Die Fassung vom 10.09.2026 ist die gültige.
Diese Liste ist restriktiver, als es die Rede von einem «vollen Wettprogramm» vermuten lässt. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie ausdrücklich genannt sind. Frauenwettbewerbe zählen nur, wenn sie genannt sind. Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangierung über den Einstieg in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Eckball- und Kartenmärkte erscheinen auf der Liste nicht, und einen Esport-Abschnitt gibt es dort ebenfalls nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Wer aus dem Ausland ein Wettprogramm mit Dutzenden Zusatzmärkten kennt, erlebt in der Schweiz eine andere Welt: nicht das Rennen selbst ist knapp, sondern die Zahl der Fragen, die man daran stellen darf. Die Listenvorgabe ist der Grund, warum Schweizer Sportwetten auf Skirennen weniger Spielraum für Feinheiten lassen und warum Wetten, die im Ausland selbstverständlich sind, hier schlicht nicht angeboten werden.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Rennen und während des Rennens, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; das Geldspielgesetz kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Der Cash-Out ist nicht staatlich geregelt und bleibt Sache des jeweiligen Veranstalters. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor dem Start und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Virtuelle Sportarten bleiben in diesem Zusammenhang offen; über ihre Zulässigkeit ist hier nichts auszusagen.
Was eine ausländische Bewilligung in der Schweiz wert ist
Nichts. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spieler selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht kein Schutz und keine Fairplay-Kontrolle.
Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS sperren. Die erste Liste stammte vom 3. September 2019, am Ende von 2025 standen 671 Domains darauf. Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — ein Mechanismus, den die Gespa selbst als Domain-Hopping bezeichnet und bei dem sie unter anderem Interwetten, Bet-at-Home und bet365 als betroffene Namen nennt. Wer eine solche Seite heute aufruft, muss davon ausgehen, dass die Adresse von gestern ist.
Die Werbung ist der zweite Hebel. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten; Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Genau deshalb stehen die acht ausländischen Plattformen in diesem Vergleich ohne jede Empfehlung: sie zu beschreiben ist erlaubt, sie zu bewerben ist es nicht. Gratisspiel oder Gratisguthaben braucht die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen stehen allein in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Ein zeitliches Werbeverbot für bestimmte Tageszeiten gibt es nicht.
Spielerschutz: Limiten, Pausen und das Sperrregister
Die Limiten setzt der Spielende selbst, nicht der Staat. Der Veranstalter muss von jedem Konto verlangen, dass es Höchstwerte für Einsätze oder Verluste je Tag, Woche oder Monat definiert. Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Ein festes staatliches Einzahlungslimit kennt die Schweiz nicht — die Zahl, die ein Konto begrenzt, ist die, die der Spielende selbst gesetzt hat, und die Wartezeit von 72 Stunden ist die Bremse, die verhindert, dass die Grenze in einer schlechten Nacht nach oben wandert.
Der Unterschied zwischen Senkung und Erhöhung ist der wichtigste praktische Punkt des gesamten Spielerschutzes. Wer den Verlust am Sonntagabend auf CHF 200 senkt, ist am Montagmorgen gebunden. Wer ihn erhöhen will, wartet drei Tage. Wer sich in dieser Zeit anders entscheidet, hat gewonnen, ohne zu wetten. Bei einer Erhöhung nach Schweizer Vorschrift verlangt das Gesetz 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.
Sperren: befristet, unbefristet, nicht aufhebbar
Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Wer sich längerfristig sperren will, wählt die unbefristete Spielsperre; sie wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine solche Sperre muss eine freiwillige Pause von bis zu sechs Monaten einschliessen, und eine Aufhebung ist erst nach drei Monaten möglich, wobei eine Fachstelle beteiligt wird.
Wer diese Kette liest, erkennt ihre Richtung: schneller hinein, langsam heraus. Vor der ersten Teilnahme stehen Verlustlimiten, dann kommt der Zugang, und wer eine Sperre will, bekommt sie sofort — aufgelöst wird sie erst nach Monaten und nach einer Prüfung. Gesperrte und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Diese Zahl sollte man kennen, bevor man die Verkaufsstellen als Schutzschild betrachtet: bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die beste Kontrolle im System ist die Kontrolle, die ein Spielender über sein eigenes Konto hat.
Wo das Schutznetz endet
Das schweizweite Sperrregister fängt nur, was bei einem Schweizer Veranstalter läuft. Wer bei einer der acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung ein Konto hält, taucht in diesem Register nicht auf, und eine dort gesetzte Sperre hat keine Wirkung. Der Wegfall eines solchen Schutzes ist kein Detail in einem Rechtsstreit, sondern die praktische Folge aus der Entscheidung für eine Plattform ausserhalb der Bewilligung. Wer in dieser Frage einen Rat braucht, findet ihn bei den kantonalen Fachstellen und bei der Spielsuchtberatung, und wer die Schwellen nicht selbst setzen will, sollte das vor der ersten Wette mit solchen Stellen klären.
Wettarten und Quoten: was auf einem Skirennen gefragt wird
Ein Skirennen lässt sich auf mehr als eine Weise zum Wettereignis machen, und die wichtigste Unterscheidung ist nicht die zwischen Sieg und Podest, sondern die zwischen einer Aussage über einen Fahrer und einer Aussage über einen Vergleich zweier Fahrer. Der Rennsieger ist die bekannteste Wette und die schwerste: gegen ein Feld von Fahrern gewinnt man selten, und die Quote, die das Feld abbildet, spiegelt genau das. Podiums- und Platzierungswetten verschieben die Frage auf einen kleineren Erfolg und tragen deshalb kleine Quoten. Die Duelle-Wette zielt auf ein Paar und macht den Ausgang unabhängig davon, wie stark das übrige Feld ist.
Dazu kommen Wettarten auf die Gesamtwertung, deren Logik eine völlig andere ist. Eine Gesamtweltcup-Wette ist über Wochen im Einsatz, verliert durch einen Ausfall an Wert und gewinnt ihn langsam zurück. Wer sie platziert, kauft eine Sicht auf die Saison, nicht auf einen Nachmittag. Entsprechend sind Live-Wetten auf einzelne Läufe das Gegenstück: der Einsatz läuft Minuten, die Reaktion ist unmittelbar, und die Quote bewegt sich mit dem, was man selbst gerade im Bild sieht.
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer in einer solchen Situation abschickt, hat nicht gewettet, sondern Geld geparkt. Kein Anbieter der Welt handelt in einem Zeitfenster, in dem der Ausgang schon feststeht, zu einem Preis, der ihn den Einsatz kostet.
Quote, Wahrscheinlichkeit und die Marge dahinter
Eine Quote ist eine Wahrscheinlichkeit mit einem Aufschlag. Der Veranstalter schätzt die Chancen und zieht seinen Anteil ab, bevor er den Preis stellt. Diesen Anteil bezahlt jeder Wettende, ob er gewinnt oder verliert, weil er in jeder Quote steckt. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den der Markt an die Wettenden zurückgibt: sie ergibt sich als Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten dieses Marktes, und die Marge ist der Rest bis zu 100 %.
Rechnen wir es an einem Illustrationsbeispiel durch, das keine gestellte Quote aus einem Wettprogramm ist: ein Markt mit genau zwei Ausgängen, beide zu Quote 1.90. Die Summe der Kehrwerte ist 1/1.90 + 1/1.90, also 0.5263 + 0.5263. Das ergibt 1.0526, und der Kehrwert davon ergibt eine Auszahlungsquote von rund 0,95, also 95 %. Die Marge liegt damit bei 5 %. Bei zwei Ausgängen zu je Quote 2.00 wären Auszahlungsquote und Marge genau bei 100 % und 0 % — ein Preis, den kein Veranstalter dauerhaft stellt. Bei anderen Quotenpaaren verschiebt sich das Bild: je länger die beiden Einzelquoten, desto enger wird die Marge in Prozent, je kürzer sie sind, desto teurer kauft der Wettende sie. Die 5 % sind deshalb kein Naturgesetz, sondern eine Grösse, die mit dem Markt und seiner Ausgestaltung wandert — je nach Markt und je nach Anbieter typischerweise im Bereich weniger Prozent, in Nebenmärkten mehr.
Was das für einen Rennsieger heisst, lässt sich mit der Marge beziffern. Wer 200 Wetten zu einer Quote mit 5 % Marge mit je CHF 10 einsetzt, setzt CHF 2’000 um; die Marge zieht auf lange Sicht im Erwartungswert rund CHF 100 davon ab, unabhängig davon, wie gut die einzelnen Tipps sind. Das ist der statistische Durchschnitt über eine Vielzahl von Wetten unter dieser Annahme, kein Verlust für den einzelnen Wettschein und keine Aussage darüber, ob eine bestimmte Wette gewinnt — und selbstverständlich kann am Ende eines Winters ein Gewinn dastehen. Die Marge erklärt nur, warum über sehr viele Wetten hinweg das Geld in Richtung des Veranstalters wandert, und warum ein Markt mit einer engeren Marge einen messbaren Vorteil bedeutet. Wer das weiss, hört auf, nach dem «sicheren» Rennen zu suchen, und beginnt, die Preise zu vergleichen.
Was das für den Winter der Skirennen bedeutet
Die Differenz zwischen einer Quote und ihrem tatsächlichen Eintrittsrisiko wächst in Märkten, die schwer einzuschätzen sind. Ein Slalom mit wechselnden Bedingungen und einer Handvoll Spieler, die alle Chancen auf einen Lauf im obersten Bereich haben, ist ein solcher Markt. Ausgerechnet diese Märkte liegen dem Schweizer Wettenden am nächsten, weil er die Rennen kennt und das Feld einordnen kann. Der Vorsprung, den er hat, ist ein Vorsprung beim Verständnis des Feldes — nicht beim Schlagen der Marge, denn die Marge steht auf jedem Wettschein und erhöht sich nicht dadurch, dass man den Sport mag.
Die einzige praktische Konsequenz lautet: die Marge sucht man nicht in jedem einzelnen Wettschein, sondern in der Auswahl der Märkte, in denen man überhaupt spielt. Wer sich von einem Anbieter mit engen Quoten in einem kleinen Markt und einem Buchhalter mit einer Cash-Out-Funktion erholt, hat den Preis der Auswahl verstanden.
Kombinationen und Systemwetten: Rechnung und Risiko
Der Gewinnbetrag bei Sporttip ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal die Gesamtquote, also das Produkt der Einzelquoten. Ein Einsatz von CHF 20 auf eine Kombination aus zwei Rennen mit den Quoten 1.90 und 1.90 ergäbe eine Gesamtquote von 3.61 und damit CHF 72.20; das entspricht einem möglichen Nettogewinn von CHF 52.20 vor der Abrundung. Der Veranstalter rundet den Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.
Diese Staffelung ist der Punkt, an dem aus einem Wettprogramm ein Rechenspiel wird. Vier Rennen mit Quoten ab 1.50 zu finden, ist einfach. Sieben zu finden, die man auch überzeugend findet, verlangt schon Arbeit. Fünfzehn zu finden, die alle die Mindestquote erreichen und alle gewinnen, ist eine andere Sportart. Wer die Staffel als Einladung liest, sollte die Wörter «Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert» noch einmal lesen; der Boost erhöht den möglichen Nettogewinn eines Kombinationsgewinns und nicht die Chance, dass er eintritt.
Dazu kommt die Regel zu voneinander abhängigen Ereignissen. Bei Sporttip werden Ereignisse derselben Sportveranstaltung, die voneinander abhängig sind, nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Wettende verliert in diesem Fall nicht den Einsatz, aber die Wette, als hätte er sie nie platziert.
Quotenboosts gelten bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Boost also nutzen will, bindet sich an das Ende des Rennens.
Abgesagt heisst nicht verloren
Für die Abfahrt im Januar, die dem Nebel zum Opfer fällt, gilt eine klare und für den Skisport besonders wichtige Regel. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — im Rahmen eines Turniers auch länger — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Aus einer Kombination fällt damit nicht ein Einsatzanteil heraus, sondern das Bein neutralisiert sich, während die übrigen Beine weiterlaufen. Die Zwei-Tage-Frist ist der Grund, warum eine verschobene Abfahrt nicht automatisch eine tote Wette ist, und der Grund, warum man bei einer Wettersperre weniger verliert als befürchtet.
Der Cash-Out bringt eine eigene Rechnung mit. Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Wer die Funktion als Versicherung versteht, verwechselt sie mit einem Recht. Sie ist ein Angebot zu einem Preis, den der Veranstalter festlegt, und der Preis liegt systematisch unter dem möglichen Gewinn. Für einen Wettenden, der das Risiko reduzieren will, kann das trotzdem die richtige Wahl sein; es ist dann eine Entscheidung für Sicherheit und gegen Höhe, und beides steht gleichzeitig nie zur Verfügung.
Nicht ausgezahlte Gewinne verfallen. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Der Facebook-Post über den Gewinn ist keine Geltendmachung.
Steuern: der Schwellenwert und die kantonale Fuge
Gewinne aus einem schweizerisch bewilligten Grossspiel — die ESTV nennt die Sportwette ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag ab dem 1.1.2026 beträgt CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, je nach Kanton. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer zurück; zurückgeholt wird sie über die Deklaration in der Steuererklärung. Der typische Wetter gewinnt weit unterhalb dieser Grössenordnung: keine Einkommenssteuer auf den Gewinn und keine Verrechnungssteuer.
Anders liegt der Fall bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern. Sie unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von ihrer Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Wer auf einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung spielt, wählt damit nicht nur den fehlenden Spielerschutz, sondern kann auch bei einem kleinen Gewinn in der Steuererklärung Farbe bekennen müssen. Eine pauschale Steuer auf Einsätze kennt die Schweiz nicht.
Diese Darstellung ist eine allgemeine Orientierung und keine Steuerberatung. Wer im Einzelfall wissen will, was ein Gewinn kostet, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Die zwei Schweizer Veranstalter und die acht ausländischen Plattformen
Swisslos Sporttip: das Angebot für 19 Kantone, das Tessin und Liechtenstein
Swisslos gehört zu den beiden Veranstaltern, die das interkantonale Recht für Sportwetten zulässt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Basel und stützt sich auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019; sein Produkt heisst Sporttip. Die Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Bundesgesetz über Geldspiele, mit der Gespa als Aufsichtsbehörde. Ein Online-Konto ist nur für Personen offen, die im Vertragsgebiet wohnhaft oder gewöhnlich aufhältig sind — in den 19 deutschsprachigen Kantonen, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Zulassungsgrenze, und sie verschiebt den Vergleich mit jeder anderen Plattform.
Wenn man sich in der Schweiz für das örtlich zugelassene Produkt entscheidet, ist der Preis dafür bekannt: Einsätze zwischen CHF 1 und CHF 1’000 bei Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 bei Systemwetten. Verlustlimiten müssen vor der ersten Teilnahme gesetzt werden, mit einem Höchstwert von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Auszahlungen laufen zweimal im Jahr kostenlos und ab dem dritten Mal mit möglicher Kommission. Das ist ein Paket, das den Spielenden kleinhält und genau darin seinen Wert hat.
Die Grössenordnung des Veranstalters ist ungewöhnlich für einen Buchmacher: CHF 562 Mio. Reingewinn im Jahr 2025, davon CHF 109 Mio. aus Sportwetten, verteilt an kantonale Fonds und an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Ein Teil des Geldes, das auf einen Skislalom gesetzt wird, landet am Ende im Breitensport. Das ist eine eigentümliche Form der Umverteilung und der stärkste sachliche Grund, den ein Schweizer Veranstalter für sich anführen kann.
Loterie Romande Jouez Sport: sechs Kantone, 2’350 Verkaufsstellen
Die Loterie Romande trägt die zweite der beiden Bewilligungen und bedient mit Jouez Sport ausschliesslich die Westschweiz: Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ihre Kontaktadresse liegt in Lausanne, sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Auch hier gilt die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung für ein Grossspiel unter Gespa-Aufsicht, und auch hier ist ein Online-Konto nur für Personen aus dem eigenen Gebiet offen.
Für einen Wettenden aus Genf oder Lausanne ist Jouez Sport keine zweite Wahl, sondern die einzige zugelassene. Das ist der Punkt, an dem die hübsche Rede von der Anbieterwahl zusammenbricht: in der Westschweiz gibt es keine. Die 2’350 Verkaufsstellen sind das physische Gegenstück zum Spielerkonto — bei einem Veranstalter, der keinen zweiten Schweizer Konkurrenten hat, ist die Präsenz im Kanton das eigentliche Unterscheidungsmerkmal.
Donbet: eine Plattform ohne Bewilligung in einem bewilligungspflichtigen Markt
Donbet gehört zur Gruppe der acht Plattformen, die in diesem Vergleich ohne Schweizer Bewilligung auftreten. Eine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz besitzt das Angebot nicht; eine berichtete ausländische Bewilligung ist nicht feststellbar und hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung. Es gibt keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS-Sperre blockiert werden.
Wer auf einer solchen Plattform ein Skirennen spielt, wählt vor allem eine Sache: die Abwesenheit der Schweizer Zulassungsgrenzen. Kein Sperrregister, keine Limiten, die vor der ersten Wette stehen müssen, kein Rennkalender, der sich an einer Gespa-Liste orientiert. Für einen Spielenden, der genau diese Grenzen als einengend empfindet, ist das die eigentliche Attraktion. Er bezahlt sie mit dem Wegfall jeder Schweizer Rückversicherung, und der Preis wird nicht an der Oberfläche sichtbar, sondern erst dann, wenn etwas schiefgeht.
IviBet: Auslandskonto mit Schweizer Zugang
IviBet ist wie Donbet ohne Schweizer Bewilligung unterwegs, ohne Anschluss an das Schweizer Sperrregister oder Rechtsschutz. Berichte über eine ausländische Bewilligung haben in der Schweiz keine Kraft. Die Plattform richtet sich sichtbar an ein Schweizer Publikum, was die Sache eher schärfer als milder macht: die Ansprache ist an Schweizer gerichtet, die Bewilligungslage ist es nicht.
Der Vergleich mit einem Schweizer Veranstalter fällt auf einem einzigen Feld aus. Ein Schweizer Veranstalter darf einen Kunden nicht über die eigene Konto-Limite hinaus spielen lassen und muss eine Sperre respektieren, die im schweizweiten Register steht. Eine Plattform ohne Bewilligung kann beides nicht, und sie ist auch nicht verpflichtet, es zu versuchen.
22Bet: breites Programm, keine Schweizer Zulassung
Auch 22Bet besitzt keine Schweizer Zulassung. Angaben zu ausländischen Lizenzen sind nicht verifizierbar und haben hier keine rechtliche Relevanz. Kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Beschwerdestelle. Eine Aufnahme in die Sperrliste ist bei solchen Domains der vorgesehene Weg.
Ein breites Wettprogramm ist kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Umfang. Auf einem Markt mit geschlossener Zulassungsliste ist Umfang gerade das, was eine Plattform ohne Bewilligung anbieten kann und ein Schweizer Veranstalter nicht. Wer ein Skirennen über Zusatzmärkte hinaus spielen will, findet dort mehr Fragen zum Rennen. Die Antworten darauf kosten ihn den Schweizer Spielerschutz.
Betovo: erreichbar, aber nicht in der Schweiz zugelassen
Betovo steht in derselben Gruppe: ohne Schweizer Bewilligung, eine berichtete ausländische Bewilligung nicht feststellbar und ohne Kraft, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Domain potenziell auf der Sperrliste. Ein Konto lässt sich anlegen; das ändert an der Bewilligungslage nichts.
Für einen Gelegenheitsspieler, der im Winter zwei- oder dreimal auf ein Rennen setzt, lohnt der Wechsel auf eine nicht bewilligte Plattform den Aufwand selten. Er verliert die Verlustlimiten, die ihn bremsen, und gewinnt eine Oberfläche, die er nach zwei Besuchen nicht mehr ansieht.
BetLabel: ein weiteres Konto ausserhalb der Bewilligung
BetLabel gehört zu den acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung; Berichte über internationale Lizenzen ändern nichts an der fehlenden rechtlichen Grundlage im Land. Die Domain kann per DNS gesperrt werden, ein Anschluss an das schweizweite Sperrregister besteht nicht, und ein Schweizer Rechtsweg gegen den Anbieter ist nicht vorhanden.
Die wiederkehrende Beobachtung bei dieser Gruppe ist nicht die einzelne Plattform, sondern die Gleichförmigkeit ihrer Stellung. Acht Namen, ein Status. Wer sie vergleicht, vergleicht Merkmale, die unterhalb der Ebene liegen, die für Schweizer Spieler wirklich zählt.
BetPanda: Krypto-Oberfläche ohne Schweizer Weg
BetPanda tritt ohne Schweizer Bewilligung auf, eine berichtete ausländische Bewilligung ist nicht feststellbar und in der Schweiz ohne Wirkung; kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Domain potenziell auf der Sperrliste. Ein Konto lässt sich eröffnen, und die Nutzung erfolgt ausserhalb jeder Schweizer Zulassung.
Für einen Wettenden, der Auszahlungen in Kryptowährungen sucht, ist eine solche Plattform der naheliegende Ort. Dazu passt eine Regel, die für Schweizer Veranstalter gilt und hier nicht: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Anonyme Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettenangebot nicht. Wer sie sucht, verlässt mit dieser Entscheidung auch die Welt, in der eine Auszahlung nachvollziehbar geregelt ist.
Rollbit: schnelle Auszahlung als Versprechen ohne Schweizer Rückhalt
Rollbit steht ohne Schweizer Bewilligung; Informationen zu Lizenzen aus anderen Jurisdiktionen sind nicht nachprüfbar und rechtlich unbeachtlich, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Domain potenziell gesperrt. Die Plattform ist für ein Publikum gebaut, das Geschwindigkeit höher gewichtet als Aufsicht.
Bei Auszahlungsgeschwindigkeit ist der Vergleich mit einem Schweizer Veranstalter für solche Plattformen bequem: Swisslos überweist Gewinne über CHF 1’000 innert 3 Arbeitstagen bei bekannter Zahlungsverbindung und schreibt kleinere Beträge automatisch dem Wallet gut. Ein Versprechen auf sofortige Auszahlung schlägt diese Zahl leicht — bis etwas an der Zahlung nicht stimmt und es keine Schweizer Stelle gibt, die zuständig wäre.
Betscore: im Programm der Sperrliste denkbar, im Wettregister nicht
Betscore ist die letzte der acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung; etwaige Angaben zu Lizenzen im Ausland sind rechtlich bedeutungslos und nicht zu bestätigen, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, eine Domain, die auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden kann. Eine Schweizer Beschwerdestelle existiert für dieses Angebot nicht.
Wer sein Konto dort führt, sollte wissen, was er nicht hat. Und wer mit einer Schweizer Selbstsperre im Rücken weiterspielt, hält sich nicht an die eigene Sperre: das schweizweite Register gilt für Casinos und für die beiden Sportwetten-Veranstalter, nicht für eine Plattform, die keine Bewilligung besitzt.
Häufig gestellte Fragen
Dürfen in der Schweiz Wetten auf Skirennen bei Swisslos oder Loterie Romande platziert werden?
Ja, wenn die Person im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters wohnt und mindestens 18 Jahre alt ist. Swisslos deckt 19 deutschsprachige Kantone, das Tessin und Liechtenstein; die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone. Ein Konto bei beiden ist nicht möglich, weil die Vertragsgebiete sich nicht überschneiden.
Stehen Weltcup-Rennen und Ski-Weltmeisterschaften auf der Liste der zugelassenen Wettbewerbe?
Nur, wenn sie auf der von der Gespa bewilligten Liste stehen — diese verzeichnet Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in einer geschlossenen Aufstellung. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe zählen nur, wenn sie ausdrücklich genannt sind; Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Wer wissen will, ob ein bestimmtes Rennen spielbar ist, prüft das Wettprogramm.
Wie wirkt sich die Marge auf die Quote eines Rennsiegers aus?
Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter in jeder Quote behält. Ein Markt mit zwei Ausgängen zu je Quote 1.90 hat eine Auszahlungsquote von rund 95 % und damit eine Marge von rund 5 %. Dieser Anteil steckt in jedem Wettschein und wird erst über sehr viele Wetten als Unterschied sichtbar.
Wie wird eine Wette abgerechnet, wenn ein Rennen wegen Schnee oder Wetter abgesagt wird?
Wird das Ereignis nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — bei einem Turnier auch später — nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt; in einer Kombinationswette erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00, während die übrigen Beine bestehen bleiben. Die Wette selbst wird nicht verloren.
Wie lassen sich Verlustlimiten setzen, und wie lange dauert es, bis eine Erhöhung gilt?
Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage müssen vor der ersten Teilnahme gesetzt werden, mit einem Höchstwert von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; bei einer Erhöhung nach Vorschrift verlangt das Gesetz 24 Stunden.
Wie wird der Gewinn einer Kombiwette auf mehrere Rennen aus den Einzelquoten berechnet?
Der Gewinnbetrag ist der Einsatz mal die Gesamtquote, und die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Bei zwei Rennen mit Quoten von je 1.90 ergäbe das eine Gesamtquote von 3.61. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
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