Unentschieden vorhersagen: Wie der Dreiweg-Markt ein Remis bewertet

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

In der Schweiz dürfen Sportwetten auf ein Remis ausschliesslich bei zwei Veranstaltern gespielt werden: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles andere läuft ohne Schweizer Bewilligung.

Zwei Fussballschuhe stehen nebeneinander auf einer Holzbank in einer leeren Umkleidekabine.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Stand: 29. Oktober 2026, geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa und die veröffentlichten Wettreglemente der beiden Veranstalter.

Wie eine Einschätzung zum Unentschieden überhaupt entsteht

Ein Remis ist die unbeliebteste der drei Möglichkeiten im Dreiweg-Markt, und das ist keine Stimmung, sondern eine Struktur. Im Fussball verteilen sich die Ergebnisse auf zwei Tore-verteilende Mannschaften und ein Unentschieden, das entsteht, wenn beide gleich oft treffen. Weil die beiden Heimsiege und Auswärtssiege sich die Wahrscheinlichkeit teilen, bleibt für das Remis in den meisten Ligen ein schmaler Korridor.

Der Weg zur Einschätzung führt deshalb nicht über das Bauchgefühl, sondern über vier Grössen, die sich überprüfen lassen: die Torproduktion beider Teams, die defensive Stabilität, die Bedeutung des Spiels und der Preis, den der Veranstalter für das Remis stellt. Wer eine dieser vier weglässt, schätzt nur drei.

Zuerst die Frage, was gezählt wird

Bevor irgendetwas gerechnet wird, muss feststehen, worauf die Wette läuft. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — im Fussball also 90 Minuten — plus die Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder wenn sie selbst Gegenstand der Wette sind.

Die Regel ist unspektakulär und sie kippt ganze Einschätzungen. Ein Team, das sich in der Verlängerung durchsetzt, hat nach 90 Minuten nicht zwingend gewonnen. Die Quote auf «Unentschieden» löst in einem Pokalspiel für einen Spielverlauf aus, den ein grosser Teil der Zuschauer später gar nicht mehr als das Ergebnis erinnert.

Form, Statistik und der Blick auf die Tabelle

Form ist die Angabe, die am wenigsten aushält, und trotzdem steht sie in jedem Wettforum zuerst. Vier Spiele ohne Niederlage bedeuten im Fussball ungefähr vier Stunden Ballbesitz und Zweikampf, gemessen gegen höchstens vier Gegner. Die Stichprobe ist so klein, dass sie alles und nichts zeigen kann.

Statistik trägt mehr, sobald sie über einen längeren Zeitraum läuft und die Gegnerstärke berücksichtigt. Zwei Kennzahlen machen den Unterschied zwischen einer Schätzung und einer Behauptung: die Anzahl erzielter und zugelassener Tore pro Spiel über eine ganze Saison und der Anteil der Spiele, in denen ein Team mit einem Tor Unterschied gewonnen oder verloren hat. Ein Team, das seine Spiele regelmässig knapp entscheidet, neigt zum Remis — nicht wegen Charakter, sondern weil knappe Spiele in der Regel schon entschieden sind, bevor das dritte Tor fällt.

Dazu kommt der Anlass. Ein Spiel am Ende einer englischen Woche, ein Spiel zwischen zwei Mannschaften, die mit einem Punkt beide leben können, ein Spiel bei schlechtem Wetter oder auf einem schlechten Platz: lauter Faktoren, die den Remis-Anteil heben, ohne dass sich das in der Tabelle niederschlägt.

Warum die Quotenstruktur Teil der Einschätzung ist

Die eigene Schätzung steht nicht allein. Der Veranstalter stellt einen Preis, und dieser Preis ist selbst eine Einschätzung — eine, die mit erheblich mehr Datenaufwand betrieben wird als jede private Auswertung und die zusätzlich eine Marge trägt.

Wer ein Remis für wahrscheinlicher hält als der Markt, muss damit rechnen, dass der Markt häufiger richtig liegt als er. Das ist der unangenehme Teil der Beschäftigung mit Quoten: Ein Abweichen von der Marktmeinung ist erst dann etwas wert, wenn es einen Grund hat, den andere übersehen.

Der zweite Blick: Wo die eigene Schätzung am ehesten daneben liegt

Es gibt zwei Richtungen, in die eine Remis-Schätzung regelmässig kippt. Die erste ist die Überschätzung der Defensive: Zwei Mannschaften mit tiefer Gegentorquote laden zur Nullnummer ein, aber eine tiefe Gegentorquote entsteht auch aus einer sehr guten Torhüterleistung und aus Gegnern, die selbst selten treffen. Die zweite ist die Unterschätzung des Heimvorteils, der in den Quoten bereits verarbeitet ist oder nicht.

Wer beides bedenkt, kommt zu einem nüchternen Ergebnis: Eine brauchbare Schätzung zum Remis ist eine Bandbreite, kein Wert. Wer sagt, ein Spiel gehe «zu 29 Prozent» unentschieden aus, hat eine Zahl erfunden. Wer sagt, die Zahl liege im Bereich zwischen einem Viertel und einem Drittel, hat die Sache verstanden.

Die Grundlage: Wie der Markt ein Remis einpreist

Ein Dreiweg-Markt hat drei Ausgänge, und die drei Quoten zusammen ergeben niemals genau die Wahrscheinlichkeiten. Die Buchmacher rechnen die drei Eintrittswahrscheinlichkeiten so auf, dass ihre Summe über 100 Prozent liegt. Der Betrag über 100 Prozent ist die Marge, und sie ist der Preis dafür, dass die Wette überhaupt angenommen wird.

Ein Rasenspielfeld bei Sonnenaufgang, die Mittellinie verläuft quer durchs Bild und Tau glitzert auf dem Gras.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Wie gross diese Marge ausfällt, lässt sich an jedem Markt nachrechnen, und das ist die einzige Rechnung, die ein Spielender wirklich braucht. Wer die Quoten aller Ausgänge eines Marktes nimmt, aus jeder den Kehrwert bildet und die Kehrwerte addiert, erhält den Quotenschlüssel — den Anteil aller Einsätze, den der Markt an die Gewinner zurückzahlt. Zieht man ihn von 100 Prozent ab, bleibt die Marge übrig.

Ein durchgerechnetes Beispiel, das für alle Märkte gilt

Nehmen wir einen Zweiweg-Markt mit den Quoten 1.90 und 1.90 — ein Rechenbeispiel, kein irgendwo veröffentlichtes Angebot. Die Kehrwerte sind 0.5263 und 0.5263, zusammen 1.0526. Der Markt zahlt also rund 95 Prozent der Einsätze als Gewinne zurück, und die Marge liegt bei etwa 5 Prozent. Ein Spielender, der beide Seiten gleich hoch setzt, verliert damit auf Dauer ungefähr fünf Rappen pro eingesetztem Franken — nicht weil er schlecht tippt, sondern weil er gegen einen eingebauten Abzug anspielt.

Die Zahl ist eine Faustregel, keine Konstante. Sie hängt allein von den gestellten Quoten ab. Fallen beide Quoten auf 1.85, steigt der Quotenschlüssel nicht, er sinkt — der Veranstalter lässt weniger zurück, und wer regelmässig spielt, zahlt diesen Unterschied. Steigen die Quoten auf 1.95, wird die Marge enger. Im Dreiweg-Markt mit seinen drei Ausgängen fällt der Quotenschlüssel typischerweise tiefer aus als im Zweiweg-Markt, weil drei Positionen zu verteidigen sind und das Remis dabei die schwerste ist.

Genau hier verdient die Rede vom «fairen» oder «risikofreien» Spiel ihren Skeptizismus. Eine Quote von 1.90 auf ein Remis, das nach eigener Schätzung zu 30 Prozent eintritt, ist keine Gelegenheit. Sie ist ein Geschäft, in dem 30 Prozent der Fälle zahlen und 70 Prozent der Fälle den Einsatz kosten — über viele Wetten hinweg ein Minus von ungefähr fünf Prozent des Umsatzes.

Was der Veranstalter als Preis für ein Remis tatsächlich anbietet

Transparenz in der Preisgestaltung ist der Punkt, an dem die beiden bewilligten Veranstalter am wenigsten zu vergleichen sind, weil ihre Quoten sich laufend ändern und nur zum Zeitpunkt der Wette feststehen. Festgehalten sind dagegen die Rechenregeln: Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten —, wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wer das einmal ernst nimmt, sieht die Quote in einem anderen Licht. Sie ist nicht der Betrag, den man gewinnt, sondern der Faktor, mit dem der Einsatz multipliziert wird, bevor die Rundung den Rest entscheidet. Bei einem Einsatz von CHF 20 auf eine Quote von 1.90 ist der rechnerische Gewinn CHF 38.00, und die Abrundung auf 5 Rappen lässt davon nichts liegen. Bei krummen Quoten tut sie es manchmal.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Remis-Serien, oder: der häufigste Denkfehler im Dreiweg-Markt

Dass ein Verein seit zwölf Spielen nicht mehr unentschieden gespielt hat, ist eine Information über die Vergangenheit und keine über die nächste Partie. Statistisch gesehen neigen Zufallsfolgen dazu, gleichmässig auszusehen, aber Fussballspiele sind keine Zufallsfolgen — sie hängen von Aufstellung, Gegner, Wetter und Anlass ab, und keiner dieser Umstände fragt die Serie nach Erlaubnis.

Der Fehler hat eine eigene Dynamik. Zwölf Spiele ohne Remis fühlen sich an wie «jetzt aber». Zwölf Spiele mit Remis fühlen sich an wie «läuft gerade». Beide Sätze sind Rückwärtserzählungen, in die eine Erwartung hineinkommt, die aus der Serie selbst nicht folgt. Die Serie darf in die Schätzung einfliessen, wenn sie erklärt wird — ein Team, das seit Saisonbeginn knappe Spiele führt, spielt häufiger unentschieden als eines, das seine Spiele hoch entscheidet. Sie darf nicht als Auslöser dienen.

Remis-Quote und Wahrscheinlichkeit sind zwei verschiedene Dinge

Eine hohe Remis-Quote einer Mannschaft ist die Beschreibung ihrer bisherigen Ergebnisse. Sie ist nicht der Hinweis auf die nächste Nullnummer. Ein Verein mit 30 Prozent Remis-Anteil in einer Saison spielt statistisch in drei von zehn Spielen unentschieden, ohne dass daraus folgt, welches das nächste ist.

Vernünftiger ist eine Bandbreite. Wer die Remis-Quoten der letzten drei Saisons sammelt, die Gegnerstärke grob einordnet und den Anlass dazurechnet, kommt auf einen Bereich. Wer in diesem Bereich einen einzelnen Wert auswählt, weil er zur Bauchneigung passt, tut genau das, was der Markt ihm überlassen hat und was er trotzdem nicht kann.

Der Vergleich der zugelassenen Veranstalter: Wer welchen Weg anbietet

In der Schweiz gibt es keine Auswahl unter zehn Sportwetten-Veranstaltern. Der kantonale Rahmen hat die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer im Mittelland wohnt, hat ein Konto bei der ersten und keines bei der zweiten. Wer in Genf wohnt, umgekehrt.

Für die Einschätzung eines Remis ist das eine wichtige Vorentscheidung, die vor jedem Tipp fällt: Der Weg zum Markt führt bei den meisten Spielenden über einen einzigen Anbieter.

Veranstalter Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin beziehungsweise gemeldete Bewilligung
Swisslos (Sporttip) Bewilligung für ein Grossspiel, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande (Jouez Sport) Bewilligung für ein Grossspiel, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
BassBet ohne Schweizer Bewilligung keine massgebliche Bewilligung gemeldet
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung keine massgebliche Bewilligung gemeldet
20Bet ohne Schweizer Bewilligung keine massgebliche Bewilligung gemeldet
1xBet ohne Schweizer Bewilligung keine massgebliche Bewilligung gemeldet
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung keine massgebliche Bewilligung gemeldet
bet-at-home ohne Schweizer Bewilligung keine massgebliche Bewilligung gemeldet
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung Tobique (Kanada), ohne Wirkung in der Schweiz
Betscore ohne Schweizer Bewilligung keine massgebliche Bewilligung gemeldet

Die Spalte mit dem Bewilligungsstatus ist die einzige, in der die zehn Zeilen wirklich auseinanderfallen, und sie fällt in zwei Gruppen von zwei und acht. Was in der zweiten Gruppe steht, ist keine Abstufung und keine Bewertung des Wettprogramms — es ist die Feststellung, dass die Bewilligung fehlt, nach der ein Schweizer Spielender sucht.

Wo zwei Anbieter die ganze legale Landschaft ausmachen, verschiebt sich die Frage. Nicht «welcher ist besser» ist die erste, sondern «welcher ist für mich überhaupt zugänglich». Das Wohnsitzkriterium entscheidet, und es entscheidet vor allem anderen.

Was ein Vergleich zweier Veranstalter überhaupt hergibt

Ein Ranking nach Gewinnaussicht wäre eine Behauptung, die niemand einlösen kann. Die beiden Veranstalter bieten dieselbe Sportart an, aber nicht dasselbe Programm, nicht dieselben Limiten und nicht dieselbe Struktur für Kombinationen. Genau dort liegt der nützliche Vergleich.

Bei Sporttip gilt: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Ein Remis-Tipp mit einer Quote um 3.20 fällt bei Jouez Sport in den erlaubten Korridor und reisst bei Sporttip mit einem Einsatz von mehr als CHF 1’000 die Limite. Für einen grossen Einzel-Einsatz auf ein Remis ist der Zugang damit faktisch vorgezeichnet: Es braucht einen Systemwette-Rahmen oder mehrere kleinere Wetten.

Die zwei Wege im Vergleich, ohne Siegerprämie

Wer ein Remis als einzelne Vorhersage spielt, braucht vor allem eines: einen Anbieter, dessen Mindestquote den eigenen Tipp nicht ausschliesst. Bei Sporttip gibt es keine Mindestquote auf eine Einzelwette; die Quote muss nur überhaupt gestellt sein, und der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1. Das ist die niedrigste Hürde, die eine Sportwette in der Schweiz haben kann.

Wer mehrere Remis miteinander verbindet, landet bei Jouez Sport in einem eng definierten Rahmen und bei Sporttip in einem Bonus-System, das an Bedingungen geknüpft ist. Der Kombiboost von Sporttip gilt nur online — Prematch, Live und Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.

Vier Remis mit Quoten um 3.20 erfüllen die Mindestquote von 1.50 problemlos. Vier Remis in einer Kombi ergeben aber eine Gesamtquote um 105, und damit steigt der Gewinn in eine Region, in der die Limite und die tatsächliche Wahrscheinlichkeit des Eintretens zum gleichen Ergebnis führen: fast immer null.

Das Bild einer Seite, die einen Gewinner kürt, ist hier irreführend. Die beiden Veranstalter bedienen zwei Sprachregionen und zwei Zugangswege, und wer in der Deutschschweiz wohnt, hat keine Wahl zwischen ihnen, sondern nur innerhalb des einen Programms.

Die ausländischen Marken und was sie für einen Remis-Tipp bedeuten

Die acht Marken ohne Schweizer Bewilligung stehen in dieser Übersicht, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen, nicht weil sie eine Alternative wären. Sie tragen alle dieselbe Feststellung: keine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz, mit der Folge, dass eine ausländische Bewilligung in der Schweiz keine Wirkung hat, keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister besteht und kein schweizerischer Rechtsweg offensteht. Ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von den Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.

Bei X3Bet ist als gemeldete Bewilligung Tobique in Kanada genannt. Das ist eine Angabe aus fremden Quellen und ändert an der Einordnung nichts: Eine Bewilligung von dort entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Der Hinweis hilft nur beim Verständnis, warum manche dieser Seiten mit einem Zertifikat werben, das hierzulande nichts bedeutet.

Was die Marktbreite dieser Anbieter angeht, sagt die Bewilligungslage nichts. Wer dort ein Remis findet, findet es ohne jede der Schutzmechanismen, die im Abschnitt «Die Rechtslage» dargelegt sind — ohne Limitenpflicht, ohne Sperrregister, ohne Adressprüfung.

Die Rechtslage: Zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste

Wetten auf ein Remis sind in der Schweiz nur bei den beiden bewilligten Veranstaltern und im Rahmen der Wettarten möglich, die in der Gespa-Liste der zulässigen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen. Diese Liste hat den Stand 10.09.2026 und ist die massgebliche Grundlage dafür, was überhaupt angeboten werden darf.

Eine leere Ersatzbank unter einem schmalen Dach am Rand eines Dorfsportplatzes, dahinter ein Holzzaun.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Der Rahmen ist enger, als die Werbung vermuten lässt. Nur Sportwetten sind erlaubt — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Qualifikationsrunden stehen nur in der Liste, Frauensport nur, wo er aufgeführt ist, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangierung über den Einstieg in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen, Eckball- und Kartenmärkte finden sich in der Liste nicht, und eine Esport-Sektion gibt es dort ebenfalls nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Für den Dreiweg-Markt heisst das: Er ist Teil des erlaubten Programms, weil er zu den angebotenen Wettarten der bewilligten Veranstalter gehört. Was daneben an Spezialmärkten existiert, hängt an derselben Liste. Die Live-Wette ist erlaubt, sowohl vor dem Spiel als auch währenddessen, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt; das Gesetz schränkt sie nicht auf bestimmte Live-Märkte ein.

Ein Remis-Tipp in der zweiten Halbzeit ist damit ausdrücklich kein rechtliches Problem, sondern ein Preisproblem. Bei Sporttip gilt eine Live-Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Das ist die unspektakulärste Regel mit der grössten Wirkung. Wer in der 89. Minute auf ein Remis setzt, während der Ball schon im Tor liegt, erhält seinen Einsatz zurück und keinen Gewinn. Die Verzögerung zwischen Ereignis und Einbuchung ist real, und sie läuft gegen den Spielenden.

Wo die Bewilligung gilt und wo nicht

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz. Das ist keine Formalität, sondern die Grenze, an der die Verantwortung endet: Ein ausländischer Anbieter organisiert Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung und begeht damit eine Straftat — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft, trägt aber das Risiko, dass Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Die Gespa veröffentlicht dazu eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — ein Vorgang, für den die Gespa selbst den Begriff des Domain-Hoppings verwendet und als Beispiele Interwetten und Bet-at-Home nennt; bet365 steht ebenfalls auf der Liste.

Aus dieser Mechanik folgt kein Anbieter-Vergleich. Es folgt eine Feststellung über die Verfügbarkeit: Ob eine ausländische Wettseite erreichbar ist, ist eine Momentaufnahme und keine Eigenschaft des Angebots. Ein Remis-Tipp dort ist morgen vielleicht nicht mehr abrufbar.

Grenzen der Aufsicht, ehrlich benannt

Die Gespa-Aufsicht ist eng, aber sie greift nicht überall gleichmässig. Testkäufe der Gespa im Jahr 2025 haben ergeben, dass an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde.

Diese Zahl widerspricht jeder Darstellung, in der die Schutzvorschriften lückenlos durchgesetzt werden. Sie betrifft Verkaufsstellen und nicht die Online-Kanäle, an denen der Rechtstext die Identitätsprüfung und die Altersschranke festschreibt. Sie bleibt trotzdem die eine Angabe, die jeder Erwartung an einen reibungslosen Vollzug entgegensteht.

Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Was das für einen Remis-Tipp konkret heisst

Ein Remis-Tipp setzt ein Spielerkonto voraus, und ein Konto setzt mehr voraus als ein Alter. Bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Dasselbe Prinzip gilt bei der zweiten Veranstalterin. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Gebiet offen. Damit ist die Ausgangsfrage für jede Einschätzung bereits beantwortet: Der Markt, auf den man Zugriff hat, ist nicht der schweizerische, sondern die Hälfte davon.

Ausgezahlt wird ausserdem nur auf ein Zahlungskonto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es in der bewilligten Schweizer Sportwette nicht. Ein Kredit an Spielende ist ebenfalls nicht möglich.

Was ein Verlustlimit mit einem Remis-Tipp zu tun hat

Limiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden, und bei Swisslos betrifft das ausdrücklich Sporttip. Verlangt sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die gesetzliche Vorgabe dahinter ist offener: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste verlangen. Die Statutarische Frist für eine Erhöhung beträgt 24 Stunden; die beiden Veranstalter wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein festgeschriebener staatlicher Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht.

Wer zum ersten Mal ein Konto eröffnet und ein Remis spielen will, trifft also eine Entscheidung, bevor die erste Quote überhaupt sichtbar ist. Das ist der Moment, in dem die Limite wirkt und in dem sie am häufigsten zu hoch angesetzt wird.

Warum die Limite zuerst auf die Strategie wirkt

Wenn ein Remis-Tipp mit Quote 3.20 häufiger verliert als gewinnt, dann ist die Serie der Verluste keine Anomalie, sondern der Normalfall. Eine Verlustlimite von CHF 9’999 über 30 Tage auf ein Programm von Remis-Wetten ist keine Sicherung, sondern eine Zahl, die im Alltag nicht erreicht wird.

Nützlich ist die Limite in der anderen Richtung: Sie zwingt zum Nachdenken, wenn sie tief gesetzt ist. Eine Monatslimite von CHF 100 bei einem Mindesteinsatz von CHF 1 erlaubt bis zu hundert Wetten im Monat — genug, um jeden Abend ein Spiel zu begleiten, und wenig genug, dass keine einzelne Woche das Budget kippt.

Sperren, die nicht nur das Sporttip-Konto betreffen

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Die Reichweite ist der Punkt. Wer den Zugang sperrt, sperrt nicht eine Website, sondern eine Registrierung, die an mehreren Stellen greift. Eine freiwillige Sperre kann nach den Regeln der interkantonalen Vereinbarung frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Ein selbstgewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Wer schon einmal an einem Abend sechs Remis-Wetten über ein Konto laufen liess, das er eigentlich schliessen wollte, kennt den Unterschied zwischen einer Pause und einer Sperre.

Die Grenze der Vernunft liegt beim Einsatz, nicht beim Tipp

Eine Serie verlorener Wetten ist kein Grund, den Einsatz zu erhöhen. Diese Regel klingt banal und wird in der Praxis selten befolgt, weil die Remis-Verluste per Konstruktion in Bündeln auftreten: Bei drei Wetten mit je 30 Prozent Remis-Anteil erwartet man rund sieben Verluste in zehn Versuchen. Wer nach jedem Verlust verdoppelt, verdoppelt auf einer Strecke, die keine Rückkehr kennt.

Die Rechnung dazu finden Sie im Abschnitt «Die Grundlage: Wie der Markt ein Remis einpreist» und sie ist unangenehm klar: Der Quotenschlüssel eines Marktes zahlt weniger zurück, als die Summe der Einsätze beträgt. Keine Einsatzhöhe ändert daran etwas. Eine Erhöhung verlängert nur die Strecke, auf der der Abzug wirkt.

Wo Spielende in der Schweiz Hilfe finden

Hilfe beginnt bei den Veranstaltern selbst, über die Limiten- und Sperrfunktionen im Spielerkonto. Die kantonale Suchtprävention und die Gespa-Aufsicht sind die Stellen, an die sich Spielende wenden, die über das blosse Konto hinaus Unterstützung brauchen. Bei Streitigkeiten über eine Auszahlung muss bei Swisslos innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erhoben werden.

Ein Hinweis zum Steuerlichen gehört an dieselbe Stelle. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; auf Bundesebene liegt dieser Betrag ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000. Darüber hinaus behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Der kantonale Freibetrag weicht ab — je nach Kanton, deshalb steht hier keine einzelne kantonale Zahl. Ein typischer Remis-Gewinn liegt weit unter jedem dieser Beträge. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es nicht. Bei Fragen hilft eine Steuerberaterin oder die kantonale Steuerverwaltung.

Wetten und Vorhersagen auf dem Telefon

Ein Remis-Tipp fällt selten am Bankschalter. Ein Konto und eine Wette laufen bei den bewilligten Veranstaltern über eine Webseite oder eine App, und bei Swisslos ist die Sporttip App für iOS und Android verfügbar. Wetten, die in der App zusammengestellt werden, lassen sich per QR-Code auch an einer Verkaufsstelle spielen.

Bei Anwendungen ohne Schweizer Bewilligung ist Vorsicht angebracht, und der Grund ist nicht Geschmack. Ein Konto dort verlangt keine geprüfte Identität im schweizerischen Sinn, es hängt nicht am Sperrregister, und es gibt keinen schweizerischen Rechtsweg. Die Domain kann zudem jederzeit auf der Sperrliste landen und per DNS blockiert werden.

Was eine App mit einer Vorhersage zu tun haben kann und was nicht

Eine App kann vier Dinge liefern, die für eine Einschätzung nützlich sind: das laufende Wettprogramm, die aktuellen Quoten, die eigenen Einsätze und die Einstellungen für Limiten. Sie liefert keine Information, die den Ausgang eines Spiels vorwegnimmt. Prognose-Apps, die ein Ergebnis nennen, verkaufen eine Sicherheit, die niemand besitzt.

Der Vergleich zweier Apps entlang der Frage, welche mehr Treffer erzielt, führt ins Leere. Zu vergleichen ist, ob die App die Limiten erreichbar macht, ob sie den Quotenverlauf zeigt und ob sie die Identitätsprüfung bei der Registrierung ernst nimmt. Die Daten stammen bei Swisslos aus dem hochgeladenen Ausweis und werden gegen Adress-Datenbanken geprüft — ein Vorgang, der in der App beginnt und nicht an ihr vorbei läuft.

Der Vergleich der Anwendungen ohne Schweizer Bewilligung

Die acht Marken ohne Schweizer Bewilligung treten im App-Markt mit einer Programmvielfalt auf, die das bewilligte Angebot nicht kennt. Die Bewilligungslage bleibt davon unberührt: Bewerben lässt sich das nicht, und ein Eintrag auf der Sperrliste beendet die Nutzung ohne Vorwarnung.

Das ist die nüchterne Antwort auf die Frage nach der besten App für Vorhersagen. Sie existiert nicht als Vergleich zwischen einer lizenzierten und einer unbewilligten Anwendung, weil der Vergleich eine gemeinsame Grundlage bräuchte. Zwei Schweizer Anwendungen stehen gegen ein Feld, auf das schweizerisches Recht nicht durchgreift.

Die praktische Reihenfolge von der Idee bis zur Wette

Der Weg beginnt beim Wohnsitz. Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, registriert sich dort mit 18 Jahren und dem Nachweis der Adresse. Danach kommt die Limite, nicht die Wette. Erst dann wird das Wettprogramm geöffnet, und die Live-Einstellungen und die Cash-Out-Funktion hängen wiederum am einzelnen Anbieter.

Bei Swisslos gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; ausserdem muss Swisslos Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Für einen Remis-Tipp ist der Cash-Out ein zweischneidiges Werkzeug. Er erlaubt den Ausstieg aus einer Wette, die sich entwickelt hat, und er kostet regelmässig mehr als die Differenz, die er absichert. Wer bei einem Remis-Stand von 1:1 in der 70. Minute aussteigt, verkauft den Rest der Wette zu einem Preis, den der Veranstalter festlegt.

Bei abgesagten Ereignissen greift eine eigene Regel: Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt — oder im Rahmen eines Turniers —, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.

Vorhersagen mit System: Kombinationen und die Grenze des Rechnens

Ein System aus mehreren Remis-Wetten lässt sich rechnen, und das Ergebnis fällt jedes Mal gleich aus. Vier Remis mit einer Gesamtquote um 105 zahlen bei einem Einsatz von CHF 10 rund CHF 1’050 zurück — wenn alle vier eintreten. Bei einer Eintrittswahrscheinlichkeit von je rund 28 Prozent liegt die Chance auf vier Treffer bei etwa 0.6 Prozent.

Der Kombiboost von Sporttip ändert daran nichts, sondern verschiebt nur den Nettogewinn um einen Prozentsatz, der an Bedingungen geknüpft ist. Quotenboosts wiederum gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Wer voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombinieren will, kann das bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Die geprüften Veranstalter im Einzelnen

Zehn Anbieter, zwei Gruppen, eine Frage je Gruppe: Wer hier ein Remis spielt, spielt es entweder unter Schweizer Aufsicht oder ohne.

Swisslos Sporttip: der Veranstalter des Vertragsgebiets

Swisslos ist eine interkantonale Landeslotterie mit Genossenschaftssitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, und die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip.

Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Die Limiten sind eng und transparent geregelt. Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette. Ein Remis-Einzelttipp zu CHF 20 liegt mitten im erlaubten Feld. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen.

Beim Aufladen gibt es eigene Grenzen: Spielguthaben kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein ab einem Mindestbetrag von CHF 20 gekauft werden, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und nur solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay steht als Zahlungsart bereit, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Auszahlungen sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Konto; ab der dritten kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Nicht geltend gemachte Gewinne verfallen: Wer einen Gewinn nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung beansprucht, verliert ihn zugunsten des Zwecks der Swisslos.

Wer hier sein Konto hat, hat den vollständigen Schweizer Schutzapparat mitgekauft, einschliesslich der Limitenpflicht vor der ersten Wette und der Anbindung an das Sperrregister. Bezahlt wird dieser Schutz mit einem Programm, das an der Gespa-Liste hängt und dessen Marktbreite dadurch begrenzt bleibt.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Gesetz, anderes Gebiet

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Der Gewinnrahmen ist weiter als bei der Konkurrenz und die Kombinationsstruktur enger. Pro Einzel- oder Kombiwette liegt der Höchstgewinn bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Wer ein Remis mit einer Quote um 3.20 als Einzelwette spielt, hat hier keine Mindestquoten-Hürde zu nehmen, und wer vier Remis verbindet, bleibt mit einer Gesamtquote um 105 innerhalb des Rahmens. Die Kombination von Remis-Tipps stösst in der Westschweiz also an keine Quotengrenze, sondern nur an die Grenze der Wahrscheinlichkeit.

Die Frage nach dem besseren Veranstalter lässt sich nicht generell beantworten, weil niemand in beiden Gebieten gleichzeitig ein Konto führt. Wer in Freiburg wohnt, wählt nicht zwischen Sporttip und Jouez Sport. Die praktisch relevante Angabe ist der Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Wette: Für einen grossen Einzel-Einsatz auf ein Remis ist das ein Rahmen, den die Deutschschweizer Veranstalterin mit ihrer Einsatzlimite von CHF 1’000 pro Einzelwette gar nicht erst erreicht.

BassBet: keine Bewilligung, kein Anspruch auf Schweizer Daten

BassBet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten; eine Bewilligung aus einem anderen Land hat hier keine Wirkung nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes. Eine massgebliche Bewilligung ist nicht gemeldet. Das Konto hängt nicht am schweizerischen Sperrregister, es gibt keinen schweizerischen Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Für einen Remis-Tipp bedeutet das: Die Wette existiert, der Schutz nicht. Wer dort ein Remis spielt und sich über eine stornierte Wette ärgert, hat keine Stelle in der Schweiz, an die er sich wenden könnte.

Rainbet: dieselbe Ausgangslage, dieselbe Konsequenz

Rainbet steht ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewilligungslage ist unverändert: keine Wirkung einer ausländischen Erlaubnis in der Schweiz, keine Anbindung an das Sperrregister, kein schweizerischer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko.

Ein Remis-Tipp bei Rainbet ist damit vor allem eine Frage der Verfügbarkeit. Erreichbar heute, blockiert vielleicht nächste Woche, und ohne Konto bei einer Schweizer Veranstalterin bleibt dann nichts übrig.

20Bet: das Programm ohne die Aufsicht

20Bet trägt keine Schweizer Bewilligung. Der Rahmen, der bei Swisslos die Limiten, die Identitätsprüfung und die Anbindung an das Sperrregister mitbringt, fällt hier vollständig weg.

Wer die zusätzlichen Märkte sucht, die das Schweizer Programm nicht führt, findet sie dort. Wer die Schweizer Schutzmechanismen sucht, findet sie ausschliesslich bei den beiden bewilligten Veranstaltern.

1xBet: Marktbreite ohne schweizerische Grundlage

1xBet ist ohne Schweizer Bewilligung auf dem Markt. Die Bewilligung nach Geldspielgesetz fehlt, und mit ihr alles, was an eine solche geknüpft ist: keine Spielsperre mit Wirkung gegen Schweizer Anbieter, keine geprüfte Identität nach Vorgabe, kein schweizerischer Rechtsweg.

Der Remis-Markt ist dort breiter als bei den bewilligten Veranstaltern. Er ist damit aber auch der einzige Teil, der breiter ist.

Gamdom: Erreichbarkeit ist keine Eigenschaft eines Angebots

Gamdom tritt ohne Schweizer Bewilligung auf, mit denselben Folgen. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung, die Sperrliste kann die Domain erfassen, und ein schweizerischer Rechtsweg besteht nicht.

Bei einem Remis-Tipp ist das die zentrale Angabe. Nicht die Frage, welche Quoten dort gestellt werden, sondern ob das Angebot beim nächsten Login überhaupt noch erreichbar ist.

bet-at-home: eine Marke, die auf der Sperrliste steht

bet-at-home steht ohne Schweizer Bewilligung und wird von der Gespa im Zusammenhang mit dem Domain-Hopping ausdrücklich als Beispiel genannt. Die Domain kann also erfasst werden, und mit der Blockierung endet der Zugang zu einem bestehenden Konto ohne Vorwarnung.

Ein Remis, das dort gespielt wurde, ist davon nicht betroffen, solange es ausgewertet ist. Wer sein Guthaben noch offen hat, muss mit einem Zugang rechnen, der von einem Tag auf den anderen verschwindet.

X3Bet: eine Bewilligung, die hier nichts bewirkt

X3Bet trägt keine Schweizer Bewilligung. Gemeldet ist aus fremden Quellen eine Bewilligung für Tobique in Kanada — eine Angabe, die an der Einordnung nichts ändert, weil eine ausländische Erlaubnis nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes hier keine Wirkung entfaltet.

Der Hinweis erklärt, warum solche Anbieter mit einer Aufsichtsbehörde werben. Er erklärt nicht, warum ein Schweizer Remis-Tipp dort besser aufgehoben wäre.

Betscore: keine Bewilligung, kein Sperrregister, kein Rechtsweg

Betscore steht ohne Schweizer Bewilligung. Es gilt, was für alle acht Marken dieser Gruppe gilt: Die Bewilligung fehlt, die Anbindung an das schweizerische Sperrregister fehlt, ein schweizerischer Rechtsweg fehlt, und die Domain kann blockiert werden.

Was dort an Remis-Märkten und an Live-Angeboten vorhanden ist, lässt sich nicht bewerten. Bewertbar ist die Bewilligungslage, und die ist eindeutig.

Wie der Dreiweg-Markt in Zahlen aussieht

Der Vergleich der beiden bewilligten Veranstalter bleibt bei den Quoten ein Vergleich in Worten, weil beide ihre Quoten laufend anpassen und keine Momentaufnahme den Dauerzustand beschreibt. Was feststeht, sind die Strukturen: Einsatz von CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzelwette bei Sporttip, Quotenspanne von 1.10 bis 100’000 bei Jouez Sport, ein Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 pro Multiple in der Westschweiz.

Wer die Marge eines konkreten Dreiweg-Marktes wissen will, rechnet sie selbst aus den drei angezeigten Quoten. Drei Kehrwerte, addiert, ergeben den Quotenschlüssel; was bis 100 Prozent fehlt, ist die Marge. Das dauert zwanzig Sekunden und ersetzt jede Tabelle, die eine veraltete Zahl zeigt.

Die Unsicherheit dieser Einschätzung steckt nicht in der Rechnung, sondern in der Zahl, die man für die Eintrittswahrscheinlichkeit einsetzt.

Häufige Fragen zu Remis-Wetten

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Unentschiedens, und lässt sie sich aus der Quote ableiten?

Die Quote enthält die Einschätzung des Veranstalters bereits, aber mit Marge. Der Kehrwert einer Quote von 3.20 ergibt rund 31 Prozent — ein Wert, der die Marge mitenthält und deshalb zu hoch liegt. Für die eigene Schätzung bleibt der Vergleich mit den übrigen zwei Ausgängen des Marktes, nie die Quote allein.

Zählt bei einer Wette auf Unentschieden die reguläre Spielzeit, und was passiert mit Verlängerung und Penaltyschiessen?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder wenn sie selbst Gegenstand der Wette sind. Ein Remis-Tipp nach 90 Minuten löst also auch dann aus, wenn das Spiel danach noch entschieden wird.

Welche Statistiken zu Remis-Serien sind aussagekräftig, und weshalb ist eine Serie ohne Remis kein Grund für eine Wette?

Aussagekräftig ist eine Kennzahl über eine ganze Saison: der Anteil an Spielen mit einem Tor Unterschied und die Torproduktion pro Spiel. Eine Serie von zwölf Spielen ohne Remis sagt dagegen nur, dass diese Vergangenheit existiert. Jede einzelne Partie hängt von Aufstellung, Gegner und Anlass ab, und keiner dieser Umstände richtet sich nach der Serie.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette auf Unentschieden aus Einsatz und Quote?

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote. Bei einer Wette zu CHF 20 auf eine Quote von 1.90 sind das CHF 38.00. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Welche Apps gibt es für Vorhersagen, und was bedeutet die Gespa-Liste für die erlaubten Wettarten?

Die Sporttip App von Swisslos gibt es für iOS und Android; in der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielen. Die Gespa-Liste führt die zulässigen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Fassung vom 10.09.2026. Was nicht auf der Liste steht, ist bei den bewilligten Veranstaltern nicht spielbar — Eckball- und Kartenmärkte etwa finden sich dort nicht.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette bei einem Schweizer Veranstalter gesetzt werden?

Bei Swisslos sind vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Inhalt erstellt vom Team «boxwetten.com»